Medjugorje
Der angebliche Geburtstag der Gospa wird zum Jugendfest
Das „Jugendfestival“ in Medjugorje wird schon seit zwanzig Jahren ohne Wissen und Zustimmung des vom Papst ernannten zuständigen Ortsbischofs durchgeführt.
Jugendliche in Medjugorje
Jugendliche in Medjugorje
© olmoequipe, CC
(kreuz.net) Es lohnt sich, daran zu erinnern, daß mit dem Mladifest – dem Jugendfestival in Medjugorje – im Kontext mit dem erfundenen „Geburtstag“ der Muttergottes vom 5. August begonnen wurde.

Die Jugendlichen der Welt kommen folglich, um der Gospa Geburtstagsglückwünsche zu überbringen! Nach der „Chronik der Erscheinungen“ hat sich das so zugetragen.

Jugendfestival zu Ehren des erfundenen Geburtstages

Das „Mladifest“ wird schon seit zwanzig Jahren ohne Wissen und Zustimmung des Ortsbischofs durchgeführt.

Man hat offensichtlich im Zusammenhang mit den Phantasien um einen angeblichen Geburtstag der Gospa am 5. August begonnen, das Jugendfest zu organisieren.

Dann bezog man sich auf die angebliche „Botschaft der Gospa“ im „Jahr der Jugend“ (1988-1989) und dann erinnerte man sich an den „Geburtstag der Muttergottes“ in Medjugorje, von dem Pater Slavko Barbarić ausdrücklich schreibt.

Das erste Jugendtreffen

Beginnen wir mit den „Botschaften“ der „Gospa von Medjugorje“. Darüber schreibt Pater Slavko als Pfarrvikar von Humac und Chronist von Medjugorje:

„5.8.1989. [Samstag]. Um 18.00 Uhr begann in der Kapelle des Friedhofes Kovačica die Ewige Anbetung, die von Jugendlichen organisiert wird. Morgen beginnt die Novene zur Gospa mit vielen Jugendlichen, weil das Jahr der Jugend zu Ende geht, das die Gospa am Himmelfahrtsfest des Jahres 1988 am Ende des Marianischen Jahres verlangt hat.“

Was für ein liturgischer Mißbrauch, daß man in der Kapelle des Friedhofs Kovačica „die Ewige Anbetung“ organisiert: Wem ist diese Idee in den Sinn gekommen und mit welcher kirchlichen Erlaubnis und Zustimmung?

Aus dem Text geht hervor, daß diese „Anbetung von den Jugendlichen organisiert wurde“, daß „viele Jugendliche“ anwesend waren, daß das am Ende des „Jahres der Jugend“ stattfand, daß die „Erscheinung“ von Medjugorje im vorausgegangenen Jahr, am Ende des Marianischen Jahres (1987-1988) ausdrücklich verlangt hat, ein „Jahr der Jugend“ auszurufen, das nach der Chronik vom Himmelfahrtsfest 1988 bis zum Himmelfahrtsfest 1989 dauern sollte.

Das zweite Jugendtreffen

Beim zweiten Jugendtreffen im Jahr 1990 lesen wir unter dem Datum vom 30. Juli 1990, daß „Pater Tomislav Vlašić die ganze Woche leitet“.

Am Ende des „Festivals“ heißt es in der Chronik unter dem Datum vom 6. August:

„Um 14.00 Uhr haben sich die Organisatoren mit Pater Tomislav Vlašić und Pater Slavko getroffen. Wir haben beschlossen, (im nächsten Jahr) die gleiche Woche zu nehmen. Es werden verschiedene Themen vorgeschlagen. Wir haben beschlossen, am Ende des Jahres ein genaues Programm zu veröffentlichen. Wir spüren das Bedürfnis, mit diesen Treffen weiterzumachen, weil sie wichtig sind. Vor dem Festival werden für die Organisatoren Seminarien angeboten.“

Daraus folgt, daß Pater Tomislav, der seit dem Jahr 1987 nicht in der Herzegovina ist und aus Italien anreist, noch im Jahr 1990 nicht nur direkt in das „Phänomen von Medjugorje“ involviert ist, sondern mit der franziskanischen Gemeinschaft in Medjugorje so vertraut ist, daß er persönlich die ganze Woche und das „Jugendfestival“ leitet.

Das dritte Jugendtreffen

Die „Chronik der Erscheinungen“, die seit dem Jahr 1991 von Pater Slavko Barbarić – alias Pfarrvikar von Humac – geführt wird, hat vom 25. Juli bis zum 5. August keine Einträge.

Unter dem Datum des 6. Augusts 1991 steht in der Chronik:

„Viele Jugendliche sind die ganze Nacht geblieben und haben die Heilige Messe erwartet. Um 5.15 Uhr haben wir begonnen, Litaneien zu singen und das Lied „Wir sind zu dir gekommen, liebe Mutter“.

Der Heiligen Messe steht Pater Tomislav Vlašić vor. Er hat ermahnend vom Kreuz, dem Frieden und der Verklärung gesprochen. Konzelebranten: 21.

Viele von unseren Leuten sind da, alle zusammen etwa 1500 bis 2000. Pater Leonardo hat erneut das Wort an alle Jugendlichen gerichtet und sie eingeladen, im Frieden zu leben und den Frieden anderen weiterzugeben.

Dann haben wir alle das Glaubensbekenntnis und sieben Vaterunser rezitiert. Wir haben drei grosse Brote verteilt als Zeichen der Gemeinschaft.“


Auch im Jahr 1991 nimmt Pater Tomislav Vlašić an den Ereignissen von Medjugorje teil. Er steht der Schlußmesse vor und spielte beim Abschied die Hauptrolle.

Das vierte Jugendtreffen

Zum vierten Jugendtreffen des Jahres 1992 schreibt Pater Slavko Barbarić:

5.8.1992. [Mittwoch]. Der Geburtstag der Gospa. Um 21.30 Uhr begann das Festival zu Ehren des Geburtstages der Gospa. Die Kirche war ganz voll. Alles in perfekter Ordnung.

Es haben einzelne und Gruppen daran teilgenommen. Gesungen haben die Jugendlichen von Medjugorje, die Gemeinschaft von [Schwester] Elvira, Pero und Mile, die den Gesang während des Festivals leiteten. Sie haben mit den Jugendlichen zwei Lieder gesungen. Auch die deutsche Gruppe ist aufgetaucht.

Die Einzelsänger waren Mirko aus Čitluk, Gino aus Italien, Dajan aus America, Cristina aus Argentinien. Die Schwestern haben auch ein Lied gesungen. Alle Lieder waren für die Gospa.

Zwei Ordensleute aus Frankreich und Italien, Mitglieder der Gemeinschaft der Seligpreisungen, haben auf Hebräisch gesungen, sowie eine Jugendgruppe aus Irland. Am Ende waren alle von der Band aus Mostar begeistert. Sie haben drei Lieder gesungen: „An die Gospa“, eines aus Dalmatien, und „Im Kampf“… Alle waren begeistert.

Nach dem Programm haben wir an alle Blumen verteilt, die in einer Prozession singend vor die Statue der Gospa getragen wurden. Das war berührend, von innen heraus. Um 11.30 Uhr war der Abschluß. Viele Jugendliche der Kirche sind auf den Križevac gezogen.


Aus diesem schriftlichen Zeugnis geht klar hervor, daß die Franziskaner von Medjugorje – zumindest einige von ihnen – fest entschlossen waren, den „Geburtstag“ der Gospa am 5. August zu feiern, außerhalb der rechtgläubigen katholischen Welt, gemäß den von der Kirche nicht anerkannten „Erscheinungen“.

Sie beschlossen, die Jugend der Welt nach Medjugorje zu bringen, um dort „das Festival zu Ehren des Geburtstages der Gospa“ zu organisieren und „der Mutter die Geburtstagsglückwünsche zu überbringen“ und den Jugendlichen nebenbei auch noch andere Inhalte anzubieten.

Der Artikel ist Teil eines Textes, der am 26. September auf der Webseite der herzegowinischen Diözese Mostar-Duvno über die Hintergründe des „Phänomens Medjugorje“ publiziert wurde.

Nächstes Mal: Nichts Authentisches
Der Artikel ist Teil der folgenden Reihe:
1. Tomislav Vlašić war von Anfang an in Medjugorje dabei 2. Die Daumenschrauben werden angezogen 3. Der Pfarrvikar von Medjugorje muß schweigen 4. Hat sich die Muttergottes getäuscht? 5. Gospa gegen Bischof 6. Tomislav Vlašić – die leuchtende Gestalt von Medjugorje? 7. Die Phantasien von Tomislav Vlašić über den Geburtstag der Gospa 8. Ein neuer Geburtstag der Muttergottes? 9. Die Gospa widerspricht dem Bischof 10. Auch ohne Ankündigung 11. Das Phänomen Medjugorje war angekündigt 12. Das Fest Mariae Geburt ist abgeschafft 13. Probleme mit dem Kalender
14. Der angebliche Geburtstag der Gospa wird zum Jugendfest
15. Nichts Authentisches
      
9 Lesermeinungen
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#9   Fridericius †   18:18:38 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
Er weiss es nicht?
Macht euch doch nicht lächerlich. Natürlich weiss der Bischof von diesem festival – es sei denn er wäre blind und taub und lahm. Ich glaub er ist es nicht.
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#8   FioreGraz   09:09:57 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
@MessagefromMary
Selbst wenn er es wüßte, könnte er es nicht verbieten.
Soviel ich weiß hat der Bischof noch immer die Jurisdikationsgewalt, also er kann.
Genauso wie Rom jegliche offizielle Pilgerfahrt zur Gospa untersagen kann und untersagt hat.
Alles ander ist „Scheiß-auf-Rom-Tatsachenverdreherei“
LG
Fiore
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#7   MessagefromMary   21:54:24 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Ohne Wissen des Ortsbischofs?
Das „Jugendfestival“ in Medjugorje wird schon seit zwanzig Jahren ohne Wissen und Zustimmung des vom Papst ernannten zuständigen Ortsbischofs durchgeführt.
Selbst wenn er es wüßte, könnte er es nicht verbieten.
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#6   schamane40   21:52:38 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Kann die Jugend dort auch Karussell fahren?
Wir Schamanen müssen doch auch mal zur Göttin reisen.
Rosen und Lilien blühen ohne placet.
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#5   Prälat Hinter †   20:08:01 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Sollte die Gospa besser nicht:
sonst senkt der Vatikan das Schutzalter von 14 noch auf 10 Jahre ab und die Priester und Kardinäle dort geben ein Feuerwerk vor lauter Exstase !!!
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#4   stimme der vernunft †   19:30:39 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Was habt ihr denn gegen den Gospa-Geburtstag?
Den kann die Olle doch feiern wann sie will!
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#3   MessagefromMary   17:44:24 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Aha – das Hohe Gericht
tagt mal wieder. Diesmal wollen die Hauptankläger, dass das Jugendfestival verboten wird.
Hat der Vatikan als Nebenkläger auch schon einen Strafantrag gestellt oder wird nach 20 Jahren Jugendfestival noch ermittelt, ob es dafür überhaupt eine rechtliche Grundlage gibt?
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#2   chico flojo   16:18:36 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Von wem stammt denn diese
Übersetzung aus dem Jahre 1992 ? Das liest sich ja, als ob ein 12jähriger Schüler einen Aufsatz als Hausaufgabe für den Deutschunterricht geschrieben hat: „Mein schönstes Ferienerlebnis.“ Klingt das im Original etwa auch so?
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#1   Kraut   16:09:03 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Na, das passt zu Medjugorie, dem Ort der falschen Erscheinung.
Riesenrad, Halli-Galli ect.
Vielleicht noch Groschenautomaten für Hostien?
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