Anglikaner
„Rom saugt uns auf – so einfach ist das“
Papst Benedikt XVI. hat einen historischen Schritt für die Ökumene gesetzt. Doch Ökumene-Kardinal Walter Kasper hat im Vorfeld alles unternommen, um ihn zu verhindern.
Anglikanisch-katholischer Ökumenismus in Großbritannien
Anglikanisch-katholischer Ökumenismus in Großbritannien
© Catholic Church (England and Wales), CC
(kreuz.net, Vatikan) Zwischen zwanzig und dreißig anglikanische Bischöfe wollen konvertieren.

Das erklärte der Präfekt der Glaubens- kongregation, William Kardinal Levada, bei der Dienstag-Pressekonferenz, während der eine geplante anglikanisch-katholische Personalprälatur vorgestellt wurde.

Die Zahl der bekehrungswilligen anglikanischen Gläubigen beziffern Kommentatoren auf eine halbe Million.

Ein britischer Journalist sagte dem Herausgeber des Monatsmagazins ‘Inside the Vatican’, Robert Moynihan, : „Rom saugt uns auf. So einfach ist das.“

Moynihan selber fand bei der Pressekonferenz mehrere Dinge sonderbar.

So stellt er die Frage, warum der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, Walter Kardinal Kasper, fehlte.

Der Präfekt der Glaubenskongregation erklärte dazu: „Ich habe beide eingeladen, Kardinal Kasper und [seinen Sekretär] Bischof Brian Farrell. Beide schauten in ihren Kalender und sagten, daß sie anderswo verpflichtet sind.“

Bischof Brian Farrell ist Mitglied der neokonservativen Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi.

Hauptsache keine Internet-Gerüchteküche

Moynihan wundert sich auch über die Hast, mit der Pressekonferenz abgehalten wurde.

Vatikanische Medienanlässe werden gewöhnlich eine Woche vorher bekanntgegeben. Diesmal wurden die Journalisten erst am Montag um fünf Uhr nachmittags informiert – nur 18 Stunden vorher.

Die Pressekonferenz wurde abgehalten, obwohl der Text der vorgestellten Apostolischen Konstitution noch gar nicht vorlag.

Die Konstitution sei wegen einiger offener kirchenrechtlicher Fragen noch nicht fertig – erklärte sich Kardinal Levada. Man habe den angepeilten Termin trotzdem wahrnehmen wollen.

Der Primas der anglikanischen Gemeinschaft, Laien-Erzbischof Rowan Williams, erfuhr ebenfalls erst am Montag von dieser spektakulären Entwicklung.

In einem Blitzbesuch flog Kardinal Levada am Montag zu ihm nach London und kehrte um Mitternacht wieder nach Rom zurück, um am Dienstag vormittag die Pressekonferenz abzuhalten.

Williams bedauerte danach in einem anschließenden Brief an die anglikanischen Laienbischöfe: „Es tut mir leid, daß ich keine Gelegenheit hatte, Sie früher vorzuwarnen.“

Der katholische Journalist der Londoner Tageszeitung ‘Telegraph’, Damian Thompson, hat eine Erklärung für diese kurzfristige Ankündigung: Man habe konfuse und irreführende Gerüchte vermeiden wollen, die sofort sprießen, wenn zu viele Leute im vorhinein informiert würden.

Schutz vor den altliberalen Bischöfen

Thompson vergleicht die neue anglikanische Gemeinschaft mit den unierten byzantinischen Katholiken.

Die zur Kirche konvertierten Anglikaner würden „frei sein von liturgischen Einmischungen durch liberale katholische Bischöfe.“

Kardinal Levada distanzierte sich dagegen während der Pressekonferenz vom Vergleich mit den unierten Ostkirchen. Es sei „nicht hilfreich und nicht ganz korrekt, das Wort Uniatismus zu gebrauchen“ – wehrte er ab.

Ökumenisten gegen Ökumene

Am Dienstag abend erfuhr Thompson von einer römischen Quelle, daß der anglikanische Primas sowie der Päpstliche Einheitsrat „unerbittlich“ gegen den historischen Versöhnungsschritt gearbeitet hätten.

Für Thompson hat der Papst einen neuen Weg für die Einheit geöffnet: „Einen Hochgeschwindigkeits-Bypass.“
      
21 Lesermeinungen
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#21   golfi   23:20:41 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
Theologulus,
Sie Dummicus!
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#20   Fragender   17:35:29 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
Erwartungen…
Wie könnte man von einer „Redaktion“, die weder den Unterschied zwischen „Nachrichten“ und „Propagenda“ noch jenen zwischen Rechtsextremismus und Katholizismus kennt, erwarten, daß die den Unterschied zwischen Konversion und Ökumene kennt?????
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#19   cum te   17:16:52 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
Religionsfreiheit!
Unter den Bedingungen der Religionsfreiheit wird die Ökumene nunmal nicht durch Staatskirchenverträge und ähnliche Konsenspapiere bewegt sondern durch das Votum der Beter. Und die konvertieren, auch in Dtld.: etliche Tausend jährlich –- aus dem Herzen des Landeskirchtums zum „Herzen Jesu“.
Während die paar achtzig, die von Benedetto zu Huber + Co. „fliehen“ DA gar nix nützen… On verra.
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#18   stimme der vernunft †   13:50:07 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
Was ist ein „Laien-Erzbischof“?
So etwas wie ein kreuz.net-Redaktion?
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#17   für die Kirche   12:52:08 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
@duc in altum: tja, wie Schade, Holocaust-revisionisten lassen sich nun nicht so leicht auftreiben.
Daß man Bf. Williamson noch gefunden hat, ist für die, die mit dem STV ein kleines Geheimnis haben, schon ein Glücksfund gewesen.
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#16   noch ein Landorganist   12:10:43 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
Abt…
noch an die Schöpfung in 7 Tagen und die Erde als Scheibe „glauben“
Da ich mich damit noch nicht beschäftigt habe, sehe ich keinen Grund, diese Möglichkeiten auszuschließen.
Kannst du Schlaumeier und Alleswisser mir das Universum und die Unendlichkeit erklären???
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#15   Prälat Hinter †   12:07:31 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
Ignoranten leben halt in eigenen Welten:
„die Kommentare auf den Internetseiten der Main-Post zeigen garnichts, sie zeigen genausowenig wie die Kommentare hier etwas Allgemeingültiges. Ich nehme auch keine Umfrage zu diesem Thema Ernst, weil es Dinge gibt, zu denen Uninformierten überhaupt keine Meinung zusteht, weil sie überhaupt keine Wissensgrundlage habe, sich eine solche zu bilden.“
Mich würde es nicht wundern, wenn Sie, lieber noch-ein-Landorganist, genau aus dieser Selbstherrlichkeit heraus noch an die Schöpfung in 7 Tagen und die Erde als Scheibe „glauben“ würden.
Leute wie Sie sind die Zukunft !!! Bravo!!!
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#14   noch ein Landorganist   11:53:08 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
Abt…
die Kommentare auf den Internetseiten der Main-Post zeigen garnichts, sie zeigen genausowenig wie die Kommentare hier etwas Allgemeingültiges. Ich nehme auch keine Umfrage zu diesem Thema Ernst, weil es Dinge gibt, zu denen Uninformierten überhaupt keine Meinung zusteht, weil sie überhaupt keine Wissensgrundlage habe, sich eine solche zu bilden.
Wer keine Ahnung hat vom Wesen der Messe (Dank V2 wurde die Information der Menschen darüber ja völlig eingestellt oder verfälscht), hat auch keine Ahnung vom Wesen des Priesters. Kurfzfristige Befindlichkeiten sind keine Basis für eine so weitreichende Entscheidung.
Und nochmal: weder ehemals evangelische noch anglikanische und nun katholische Priester werden in normalen Kirchengemeinden eingesetzt. Davon kriegt der Normalkatholik garnichts mit.
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#13   Prälat Hinter †   11:16:13 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
Gr. Schritt gegen Zwangszölibat getan !!!
Danke Hl. Vater!
Denn nun werden sich noch mehr röm.-kath. Priesteramtskandidaten, Kleriker und Gläubigen gegen den völlig unfreiwilligen Zwangszölibat wenden.
Gut gemacht, damit endlich mal die Wirklichkeit die Räume von Vatikan und Bischofspalais erreicht!
Die Meinungen können stellvertretend am Fall Sell bei den Kommentaren in der mainpost und ähnl. Zeitungen schon jetzt mal von den vatik. „Gutachtern“ eingesehen werden. Nur eine kleine Minderheit steht noch hinter dem Zwangs-Zölibat für Weltpriester !!!
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#12   Bernd-Jupp   10:43:49 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
Eine große Freude…
…ist diese Personal-Prälatur, denn so sind wir der Abschaffung des Zölibats einen gewaltigen Schritt näher gekommen. Oder glaubt Rom ernsthaft, dass die Gläubigen, die in 10 und noch mehr Pfarreien vereinigt werden, um dem Priestermangel Herr zu werden es irgendwann noch verstehen werden, weshalb die einen kath. Priester verheiratet sind und die anderen nicht? Ja, da hat man im Zuge dessen, dass man ein paar Anglikaner ganz schnell aufnehmen will ein großartiges Eigentor geschossen. Oder war es gar keines – sondern sehr bewusst inszeniert???
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#11   Przybislav Iamesseblo   09:28:42 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
fides et ratio: sie haben insofern recht
als man endlich mit den Verschwörungstheorien aufräumen sollte. Die Identifikation von altliberal und freimaurerisch ist einfach nicht zulässig. Was den Altliberalen auszeichnet ist sein Glaube an das Unmögliche und im Namen solcher Wahnvorstellungen glaubt er sämtliche zur Verteidigung des Glaubens erforderliche Schutzbestimmungen beseitigen zu dürfen. Deshalb hat der Frevler Montini den Antimodernisten-Eid abgeschafft.
Der unter den Frevlern Montini und Woytila betriebene Schmusekurs gegenüber den Anglikanern ist deswegen widerlich, weil die Gründung der anglikanischen Sekte auf einen notorischen Sittenstrolch und Mörder zurückgeht, nämlich den englischen König Heinrich VIII. Offiziell leistete er sich sechs Frauen wovon er zwei hinrichten liess.
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#10   fides et ratio   07:45:17 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
zu Romulus
Diese Altliberalen sind natürlich zuerst ihren Logen und nicht dem Papst verpflichtet.
Wie blöd ist eigentlich diese Behauptung. Mit primitiven, durch nichts bewiesene Thesen weden die sog. „altliberalen“ Bischöfe nicht diskreditiert. Sie diskreditieren sich selbst. Haben Sie Beweise für Ihre These, dann legen Sie sie vor – andernfalls schweigen Sie und produzieren nicht unnötig verbalen Müll!
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#9   Przybislav Iamesseblo   23:19:00 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
dank dieser kopernikanischen Wende
hat der Einheitszirkus und sein Vorsteher, Kardinal Gauthier le Guignol, eine bittere Pille einstecken müssen.
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#8   Brandenburgis   22:53:21 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Ich verstehe nicht,
warum diese Anglo-Katholiken in Gemeinschaft mit Neu-Rom treten wollen. Sie können doch nur verlieren! Und zwar sehr viel.
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#7   Alois Bischof   22:44:10 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Die Kirche in England
hatte im Mittelalter niemals Autonomie, gehörte zur Lateinischen Kirche, war dem Papste unterstellt (der zudem noch Irland als geistliches Oberhaupt der Autorität des englischen Königs unterstellte), und war liturgisch ein lateinischer Staat der Westkirche unter dem Primat Roms, unter dem Oberhirten der katholischen Kirche.
Die Liturgie der ab heute ‘unierten’ Anglo-Katholiken die zuvor in der anglikanischen Gemeinschaft beteten, soll zutiefst lateinisch sein.
Die ‘Traditional Anglican Communion’ des konservativen, ehemaligen kath. Priesters und heutigen Primaten Hw. John Hepworth (zweifach verheiratet) wird sich dem Vatikan anschließen. Diese Gemeinschaft benutzt den Ritus von Salisbury (einen Sonderbrauch des römischen Ritus), wie auch das ‘Englische Missále’, das Meßbuch nach tridentinischem Ritus in englischer Sprache im Stile des Book of Common Prayer des 17. Jahrhunderts (aber katholischer Opfertheologie).
So sieht die Sache aus.
Ich hoffe nicht, daß den Anglikanern einen Sonderstatus wie den katholischen Ostkirchen gewährt wird, da die englischen Christen immer direkt dem Heiligen Stuhle unterstanden, kein Patriarchat und keine Teilkirche sui juris waren. Sie waren immer lateinische Katholiken. Richard der Löwe betete im Heiligen Land im Kreuzfahrerkönigreich immer im hl. Meßopfer nach römischem Ritus.
Gottes Segen für jeden.
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#6   schamane40   21:45:35 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Schön wie sich die katholischen und anglikanischen Druiden einen.
Wir Schamanen gratulieren!
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#5   DJM †   21:45:17 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Ökumene funktioniert
Es gibt ja auch evangelische und orthodoxe Exorzisten.
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#4   Romulus   21:43:14 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Schutz vor den altliberalen kath. Bischöfen
Soweit ist es schon gekommen, dass wirklich wichtige Dinge in einer Nacht- und Nebelaktion durchgezogen werden müssen, damit die altliberalen Bischöfe und Kardinäle nicht dazwischenfunken wie es bei der FSSPX passiert ist. Diese Altliberalen sind natürlich zuerst ihren Logen und nicht dem Papst verpflichtet.
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#3   Theologulus   20:51:56 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Warum nur – warum …
… schmeißt der Schreiberling wieder mit Vokabeln wie Laien-Bischof um sich? Dabei ist der Fall doch so parallel zu dem vor seiner Haustüre (die senkrechten Striche || heißen – streng mathematisch – „ist parallel zu“):
Bischöfe trennen sich von Rom || Bischof leugnet Konzil
=> schismatische „Kirche“ || schismatischer Fanclub
„Bischöfe“ weihen Bischöfe und Priester || Bischof weiht …
=> schismatische gruppe wächst || dito
Rom reicht Engländern die Hand || Rom reicht Levebfristen die Hand
Die einen kehren voll Freude heim, die anderen zieren sich wie eine alte Tunte.
SO einfach ist das.
Wer im Glashaus sitzt … jaja.
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#2   noch ein Landorganist   20:50:11 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Benedictus magnus
ad multos annos!
:)3 :)3 :)3
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#1   duc in altum   20:42:17 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Hoffentlich ist bei den …
20 bis 30 Bischöfen kein Holocaustleugner, sonst geht der ganze Zirbes wieder von vorne los. Hoffentlich benutzen alle Fckw-freie Kühlschränke, Energiesparbirnen und 3-Liter-Autos. Damit dürften dann die Gründe für ein Empörungsorchester recht dürftig sein. Herzlichen Glückwunsch unserem Hlg. Vater für diesen mutigen Schritt. Weitere werden folgen.
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