20:29:52 | Mittwoch, 21. Oktober 2009
Papst Benedikt XVI. hat einen historischen Schritt für die Ökumene gesetzt. Doch Ökumene-Kardinal Walter Kasper hat im Vorfeld alles unternommen, um ihn zu verhindern.
(kreuz.net, Vatikan) Zwischen zwanzig und dreißig anglikanische Bischöfe wollen konvertieren.
Das erklärte
der Präfekt der Glaubens- kongregation, William Kardinal Levada, bei der Dienstag-Pressekonferenz, während
der eine geplante
anglikanisch-katholische Personalprälatur vorgestellt wurde.
Die Zahl der bekehrungswilligen
anglikanischen Gläubigen beziffern Kommentatoren auf eine halbe Million.
Ein britischer Journalist sagte
dem Herausgeber des Monatsmagazins ‘Inside the Vatican’, Robert Moynihan, : „Rom saugt uns auf. So einfach
ist das.“
Moynihan selber fand bei der Pressekonferenz mehrere Dinge sonderbar.
So stellt er die Frage,
warum der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, Walter Kardinal Kasper, fehlte.
Der Präfekt der
Glaubenskongregation erklärte dazu: „Ich habe beide eingeladen, Kardinal Kasper und [seinen Sekretär]
Bischof Brian Farrell. Beide schauten in ihren Kalender und sagten, daß sie anderswo verpflichtet sind.“
Bischof Brian Farrell ist Mitglied der neokonservativen Ordensgemeinschaft der Legionäre Christi.
Hauptsache
keine Internet-GerüchtekücheMoynihan wundert sich auch über die Hast, mit der Pressekonferenz abgehalten
wurde.
Vatikanische Medienanlässe werden gewöhnlich eine Woche vorher bekanntgegeben. Diesmal wurden
die Journalisten erst am Montag um fünf Uhr nachmittags informiert – nur 18 Stunden vorher.
Die Pressekonferenz
wurde abgehalten, obwohl der Text der vorgestellten Apostolischen Konstitution noch gar nicht vorlag.
Die Konstitution sei wegen einiger offener kirchenrechtlicher Fragen noch nicht fertig – erklärte sich
Kardinal Levada. Man habe den angepeilten Termin trotzdem wahrnehmen wollen.
Der Primas der anglikanischen
Gemeinschaft, Laien-Erzbischof Rowan Williams, erfuhr ebenfalls erst am Montag von dieser spektakulären
Entwicklung.
In einem Blitzbesuch flog Kardinal Levada am Montag zu ihm nach London und kehrte um Mitternacht
wieder nach Rom zurück, um am Dienstag vormittag die Pressekonferenz abzuhalten.
Williams bedauerte
danach in einem anschließenden Brief an die anglikanischen Laienbischöfe: „Es tut mir leid, daß ich
keine Gelegenheit hatte, Sie früher vorzuwarnen.“
Der katholische Journalist der Londoner Tageszeitung
‘Telegraph’, Damian Thompson, hat eine Erklärung für diese kurzfristige Ankündigung: Man habe konfuse
und irreführende Gerüchte vermeiden wollen, die sofort sprießen, wenn zu viele Leute im vorhinein informiert
würden.
Schutz vor den altliberalen BischöfenThompson vergleicht die neue anglikanische Gemeinschaft
mit den unierten byzantinischen Katholiken.
Die zur Kirche konvertierten Anglikaner würden „frei sein
von liturgischen Einmischungen durch liberale katholische Bischöfe.“
Kardinal Levada distanzierte sich
dagegen während der Pressekonferenz vom Vergleich mit den unierten Ostkirchen. Es sei „nicht hilfreich
und nicht ganz korrekt, das Wort Uniatismus zu gebrauchen“ – wehrte er ab.
Ökumenisten gegen Ökumene
Am Dienstag abend erfuhr Thompson von einer römischen Quelle, daß der anglikanische Primas sowie der
Päpstliche Einheitsrat „unerbittlich“ gegen den historischen Versöhnungsschritt gearbeitet hätten.
Für Thompson hat der Papst einen neuen Weg für die Einheit geöffnet: „Einen Hochgeschwindigkeits-Bypass.“
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cum te 17:16:52 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
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Prälat Hinter † 11:16:13 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
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Bernd-Jupp 10:43:49 | Donnerstag, 22. Oktober 2009
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