Röschenz
Applaus für den Sieger
Gestern abend entschied die Kirchgemeinde Röschenz wie erwartet, ihren umstrittenen Pfarradministrator zu behalten. Zugleich fand man den Schuldigen für die gegenwärtige Misere: der Bischof.
(kreuz.net, Röschenz) Die versammelte Kirchgemeinde von Röschenz stellte sich wie erwartet hinter ihren Pfarradministrator Franz Sabo. Man wird den Entzug der kirchlichen Sendung durch den Basler Bischof, Kurt Koch, nicht akzeptieren. Dies berichteten verschiedene Schweizer Medien.

Ohne die kirchliche Sendung kann kein Priester in einer Diözese eine offizielle Funktion ausüben. Wenigstens theoretisch.

Röschenz befindet sich in der Nordschweiz bei Basel. Kirchlich gehört die Pfarrei zum Bistum Basel. Der Pfarradministrator von Röschenz war in der Vergangenheit mit wüsten Beschimpfungen gegen die kirchliche Lehre und seinen kirchlichen Vorgesetzten, den Bischof von Basel, an die Öffentlichkeit getreten.

Für Beobachter ist klar, daß Pfarradministrator Sabo schon längst entlassen wäre, hätte er ähnliche Unflätigkeiten zum Beispiel gegen seinen Pfarrgemeinderat verkündigt.

Zu befürchten hat Franz Sabo nichts. Da er zum progressistischen Lager gehört, das nicht nur in der Schweizer Kirche allmächtig ist, wird es für ihn trotz bischöflichem Säbelrasseln keine Konsequenzen geben. Seine Kirchgemeinde wird ihn nicht entlassen. Er kann somit – ein Schönheitsfehler – ohne bischöfliche Beauftragung weitermachen.

Daß der Diözesanbischof machtlos ist, war von Anfang an klar. Bischof Koch besitzt keine wirksamen Möglichkeiten, die gutgemeinte Absetzung des rabiaten Pfarradministrators durchzusetzen. Pfarradministrator Sabo wird von der Kirchgemeinde bezahlt. Dieser gehört auch das Pfarrhaus. Nicht einmal auf die Pfarrkirche hat der Diözesanbischof einen direkten Zugriff. In Röschenz ist nicht der Bischof, sondern der Pfarrgemeinderat die letztentscheidende Instanz.

Die zu einem guten Teil selbstverschuldete Machtlosigkeit der Schweizer Bischöfe ist schon lange bekannt. Bischof Wolfgang Haas von Chur ist kein Einzelfall. Erst letzten August mußte Weihbischof Pierre Bürcher von der Diözese Lausanne/Genf/Freiburg über die Klinge springen, weil er in einem Machtkampf mit den staatskirchlichen Organen des Kantons Waadt den Kürzeren zog. Als Trostpreis ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Mitglied der vatikanischen Kongregation für die Ostkirchen.

Als sich eine Zürcher Pfarrei vor wenigen Jahren entschloß, in Zukunft nur noch Laienseelsorger anzustellen, kam es nur darum nicht zum Konflikt, weil der zuständige Bischof von Chur seinen Kopf aus der Schlinge zog, indem er kleinlaut nachgab.

Jetzt ist Bischof Koch an der Reihe. In Röschenz war bei der außerordentlichen Versammlung der Pfarrei angeblich rund die Hälfte der Katholiken – 415 Personen – anwesend. Die Zusammenkunft dauerte 75 Minuten. Der einstimmige Beschluß, den Pfarradministrator zu behalten, ist rechtlich nicht bindend, aber mit Sicherheit endgültig.

Die Versammlung kam zum Schluß, daß der Priester keine Schuld auf sich geladen habe. Sie beauftragte den Kirchgemeinderat, mit den verantwortlichen Stellen in Staat und Kirche eine Lösung zu finden. Wie eine solche aussieht, liegt auf der Hand. Der Diözesanbischof wird nachgeben müssen.

Der Kirchgemeinderatspräsident gibt die Schuld für die verfahrene Situation einzig dem Bischof von Basel. Dieser habe seine Aufgabe, zwischen den Kirchen und Pfarreien für Frieden zu sorgen, nicht erfüllt. Man könne Sabo nicht einfach „in die Wüste schicken“. Dem angeschuldigten Bischof wurde die Möglichkeit verweigert, bei der außerordentlichen Versammlung der Pfarrei seinen Standpunkt darzulegen.

Letztmals benützte Pfarradministrator Sabo die Predigt des vergangenen Sonntages, um seine kirchlichen Vorgesetzten massiv und persönlich anzugreifen. Indirekt beschimpfte der tobende Pfarradministrator seinen Bischof während der Predigt als Diktator, Moralapostel und Volksverhetzer. Der Generalvikar wurde von Franz Sabo als „Hardliner“ attackiert.

In seiner Pfarrei stießen die Hetzpredigten des Franz Sabo offensichtlich auf offene Ohren.

Bereits im Jahr 2003 attackierte Sabo den Bischof von Basel massiv. Zudem verdammte er die katholische Lehre über die Homosexualität.

Den Schweizer Bischöfen und den römischen Stellen, die ihre Hirtenpflichten in der Eidgenossenschaft seit Jahren vernachlässigen, stehen jetzt harte Zeiten bevor.

Nach ihrer vernichtenden Niederlage in Röschenz ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die nächste Kirchgemeinde weigert, ihren Pfarrer, der in der Ehe oder im Homo-Konkubinat lebt, zu entlassen.

Die Bischöfe und Rom werden dann so machtlos sein wie heute.
      
5 Lesermeinungen
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#5   Römisch-Katholisch   21:06:35 | Mittwoch, 13. April 2005
Katholische Kirche Schweiz
Leider gibt es viele Leute, welche die katholische Kirche mit einem demokratischen Staat verwechseln, in dem immer das Volk das letzte Wort haben soll. Es stellt sich die Frage, ob Sabo und co. in einer evangelischen Freikirche nicht besser aufgehoben wären.
Die für die Kirche nachteilige Vernetzung von Kirche und Staat geht auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Damals zwang man der katholischen Kirche in der Schweiz ein protestantisches System auf. Es entstanden die Kirchgemeinden, welche einen Pfarrer einstellen und entlöhnen. In der heutigen Zeit, wo viele solcher Kirchenräte nicht mehr praktizierend sind und zur eigentlichen Kirche gar keine Bindung mehr haben, ist es schnell passiert, dass man sich quer stellt und „auf den Bischof pfeift“. Die „einfachen „ und praktizierenden Menschen haben nicht unbedingt Lust, sich einer politischen Partei anzuschliessen, was ja an vielen Orten Bedingung ist, um überhaupt Mitglied des Kirchenrates zu werden. So melden sich dann Leute, die man allenfalls an Weihnachten und Ostern in der Kirche sieht. Im Fall von Röschenz stellt sich die ganze Kirchgemeinde hinter den Pfarrer, ohne sich mal zu überlegen, was es denn eigentlich heisst, katholisch zu sein und zu dieser Kirche zu gehören.
Diese parallelkirchliche Struktur mit dieser demokratischen Pseudokirche hat hoffentlich bald ein Ende, damit der Bischof sein Amt endlich so ausüben kann, wie es sich für einen katholischen Bischof gehört.
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#4   Peccator   16:28:07 | Mittwoch, 13. April 2005
Keine Möglichkeiten?
„Daß der Diözesanbischof machtlos ist, war von Anfang an klar. Bischof Koch besitzt keine wirksamen Möglichkeiten, die gutgemeinte Absetzung des rabiaten Pfarradministrators durchzusetzen.“
Das ist nicht ganz richtig. In einem derartigen Fall von Ungehorsam kann der Bischof den Pfarrer exkommunizieren und er sollte das auch tun, damit derartige Verhaltensweisen nicht zur Routine werden.
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#3   Marcel   09:53:58 | Mittwoch, 13. April 2005
In der Schwiez …
… und in allen „katholischen“ Ortskirchen, wo solche echten Schismen und Ketzerein betrieben werden, wie in dem Artikel von Kreuznet dargelegt, was in vielen deutschen Diözesen auch schon länger der Fall ist: dort ist die katholische Kirche nicht.
Aber natürlich geht sie nie unter, selbst wenn nur noch wenige Rechtgläubige die Kirche sind (um wieder ein Wort des hl. Athanasius aufzugreifen…). :-)
Übrigens: hätte ich nicht das Beispiel des hl. Kirchenlehrers Athanasius gefunden, ich glaube, ich wäre verzweifelt am völlig entstellten Zustand („Gesicht“) der Kirche.
PS: ich werde Sie ins innige Gebet einschließen, auf daß unser Herr Jesus Christus Ihnen die Erkenntnis schenken möge, daß man eine sachlich harte aber liebevolle Auseinandersetzung führen kann (und muß), ohne auf verabscheuliche unheilige Gossensprache zurückzugreifen. Das ist wirklich gut gemeint von mir und nicht polemisch: Sie demontieren Ihre eigene Position sonst nur; Ihre Argumente wirken stärker, wenn Sie mit einer höflichen und heiligmäßigen Sprache transportiert werden. Ich habe extra unseren Fernseher „aus dem Fenster geworfen“, damit meine Familie und ich nicht von dieser grauenvollen Gossensprache verdorben werden, und ich bitte Sie innbrünstig, im Wissen, daß Sie und ich geistlich vereint sein werden im kommenden sonntäglichen Meßopfer, daß Sie Ihre Wortwahl an Jesus Christus anpassen mögen. Dafür werde ich Ihnen sehr danken. Gott leite und beschütze Sie!
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#2   spectator †   09:24:32 | Mittwoch, 13. April 2005
@ Marcel
Das ist nicht mehr die einige, apostolische, katholische Kirche!
Marcel, wann ist die Kirche die Kirche des Herrn – apostolisch, heilig und katholisch???
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#1   Marcel   08:39:10 | Mittwoch, 13. April 2005
Die vielen Schismen in der Kirche…
Das ist eines der vielen echten Schismen in den katholischen Ortskirchen.
Rom kuckt zu, wie schon in der Vergangenheit.
Ein jeder tut und läßt, was er will. Glaubenschaos, wie man es im Protestantismus gewohnt ist!
Das ist nicht mehr die einige, apostolische, katholische Kirche!
Einzig am scheinbaren Schisma der wahrhaft rechtgläubigen
Priesterbruderschaft St. Pius X. www.fsspx.info/ erregt sich Rom und die vielen anderen Papstpersonentreuen.
Ähnlich wie Erzbischof Lefebvre schrieb der hl. Athanasius an seine Gläubigen: „Gott möge euch trösten! (…) Daß die anderen mit Gewalt die Kirchen besetzt halten, während ihr in diesen Zeiten davorsteht, das betrübt euch sehr. So ist es heute: Sie haben die Gebäude, Ihr aber habt den apostolischen Glauben. (…) Ihr aber bleibt treu, wenn ihr auch außerhalb der Gotteshäuser seid, denn in euch ist der Glaube. (…) Ihr seid die Glücklichen, die in der Kirche durch ihren Glauben verbleiben, Ihr, die ihr festhaltet an den Fundamenten des Glaubens, der Euch durch die apostolische Tradition überliefert worden ist.
Niemand wird jemals Euren Glauben überwinden, geliebte Brüder! Und wir glauben, daß Gott uns eines Tages unsere Kirchen zurückgeben wird. (…)
Die Katholiken, die treu zur Tradition stehen – selbst wenn es nur noch eine Handvoll ist – diese sind es, die die wahre Kirche Jesu Christi darstellen.“
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