Vatikan
Wie macht man aus dem päpstlichen Segen klingende Münze?
Mit dem Tod des Papstes verlieren fast alle Vorsteher vatikanischer Stellen ihr Amt. Einem bleibt dieses Schicksal erspart: dem päpstlichen Almosengeber. Er hat trotzdem nichts zu lachen. Von Ulrich Nersinger, Vatikanspezialist.
(kreuz.net) Die Aufgabe, die Erzbischof Oscar Rizzato erfüllt, kann auch während der Sedisvakanz nicht unerledigt bleiben: die Verwaltung des Wohlfahrtswesens des Heiligen Stuhls, die Hilfe für Arme und Bedürftige.

Die Gepflogenheit, Almosen unter die Armen und Bedürftigen zu verteilen, geht auf das christliche Altertum zurück. Dafür waren die Diakone zuständig. Schon die Apostelgeschichte erwähnt diesen Liebesdienst der Kirche.

Die Einrichtung bestimmter Hilfswerke für die Alten, Kranken, Waisen, Witwen, die schon in frühen Zeiten bestanden, machten das Austeilen von Almosen jedoch nicht überflüssig. Einer oder mehrere Kammerherren des Papstes wurden mit dieser Aufgabe betraut. Zu Beginn war dafür keine hierarchische Würde nötig.

Der selige Papst Gregor X. († 1276) richtete dann das Apostolische Almosenamt als ständige Institution ein und ernannte einen Bischof zum Almosengeber. Bei feierlichen Liturgien und Zeremonien ist dieser hohe Prälat stets in der Nähe des Papstes zu sehen. Damit soll die Sorge des Heiligen Vaters für Arme und Bedürftige auch öffentlich ausgedrückt werden.

Die Amtsräume des Päpstlichen Almosenamtes liegen in der Vatikanstadt und sind für jeden, der Hilfe benötigt, zugänglich. Oft sind es aber die Pfarrer oder kirchliche Institutionen, die für Bedürftige um Unterstützung ansuchen. Die Almosen werden ohne Ansehen der Person und ohne Blick auf deren Religion gewährt. Dem Almosengeber sind auch eine Reihe von Wohlfahrtseinrichtungen in Rom – Heime und Schulen – unterstellt.

Eine der bedeutsamsten Einnahmequellen des Almosenamtes versiegt jedoch in der Sedisvakanz: die Ausstellung der Diplome „di Benedizione Papale“. Dieser offiziell „bestätigte“ Päpstliche Segen erfreut sich großer Beliebtheit. Katholiken erbitten ihn zu Taufen, Hochzeiten, Geburtstagen und anderen Anlässen.
      
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