Anglikaner
Rome – sweet home
Heute publizierte der Vatikan die Ende Oktober angekündigte Apostolische Konstitution ‘Anglicanorum Coetibus’ über die Rückkehr traditioneller Anglikaner in den Schoß der Heiligen Mutter Kirche.
Ökumensiche Andacht mit katholischen Bischöfen und Anglikanern in London
Ökumensiche Andacht mit katholischen Bischöfen und Anglikanern in London
© Catholic Church (England and Wales), CC
(kreuz.net, Vatikan) Der Vatikan hat heute mittag die Apostolische Konstitution ‘Anglicanorum Coetibus’ über die Rückkehr traditioneller Anglikaner zur Kirche publiziert. Der Papst hat das Dokument bereits am 4. November unterschrieben.
‘Anglicanorum Coetibus’ enthält Bestimmungen zur praktischen Versöhnung mit den traditionellen Anglikanern.

So wird die Glaubenskongregation für konvertierte Anglikaner Personalordinariate errichten.

Diese Ordinariate werden in den Grenzen der katholischen Bischofskonferenz und in Absprache mit diesen entstehen.

Je nach Bedarf soll es im Gebiet einer Bischofskonferenz ein oder mehrere anglo-katholische Ordinariate geben.

Die Personalordinariate besitzen eine eigene öffentliche juristische Persönlichkeit und sind kirchenrechtlich mit einer Diözese vergleichbar.

Sie bestehen aus Klerikern, Laien sowie Instituten des gottgeweihten und Gesellschaften des apostolischen Lebens. Die Mitglieder kommen aus der anglikanischen Gemeinschaft oder werden durch die Taufe in die Jurisdiktion eines Personalordinariates aufgenommen. Sie müssen den ‘Katechismus der katholischen Kirche’ als Ausdruck ihres Glaubens bekennen.

Die Liturgie feiern die konvertierten Anglikaner – „ohne die liturgische Zelebration gemäß dem Römischen Ritus auszuschließen“ – gemäß den eigenen liturgischen Büchern der anglikanischen Tradition.

Jedes Personalordinariat wird der seelsorglichen Obhut eines Ordinarius anvertraut, den der Papst ernennt.

Bisher verheiratete anglikanische Kleriker können vom Zölibat dispensiert werden. Unverheiratete Amtsträger werden vom Zölibat nicht dispensiert.

Der Ordinarius wird pro regula – als Regel – nur zölibatäre Männer zur Priesterweihe zulassen. Er kann aber den Papst bitten – gemäß vom Heiligen Stuhl approbierten bekannten Kriterien –, von Fall zu Fall vom Zölibat zu dispensieren.

Priesterseminaristen sollen gemeinsam mit den Alumnen der lateinischen Kirche studieren und zusätzlich eine Sonderausbildung erhalten.

‘Anglicanorum Coetibus’ erlaubt ausdrücklich, daß die Personalordinariate eigene Priesterseminare und Ausbildungsstätten errichten. Diese müssen mit den katholischen theologischen Fakultäten vergleichbar sein.

Der anglo-katholische Ordinarius kann mit der Zustimmung des Heiligen Stuhls auch neue Institute des geweihten Lebens und Gesellschaften des Apostolischen Lebens errichten.

Ferner kann er mit der Zustimmung des Heiligen Stuhls und „nachdem er die Meinung des Ortsbischofs angehört hat“ Personalpfarreien errichten.

Die Ordinarien werden von einem Leitungsrat bestehend aus mindestens sechs Priestern unterstützt.

Dieser Rat entspricht einem Priesterrat in den Diözesen.

Ferner muß der Ordinarius einen Finanzrat und einen Pastoralrat errichten.

Wie normale katholische Bischöfe müssen die anglo-katholischen Ortsordinarien alle fünf Jahre zum Ad-Limina Besuch nach Rom reisen.

Kirchenrechtliche Angelegenheiten sollen – sofern der Ordinarius kein eigenes Kirchengericht errichtet hat – vom Kirchengericht der jeweiligen lateinischen Diözese behandelt werden.

Ergänzende Normen

Gleichzeitig mit der Apostolischen Konstitution ‘Anglicanorum Coetibus’ publizierte die Glaubenskongregation ergänzende Normen.

Darin heißt es unter anderem, daß ein anglo-katholischer Ordinarius Mitglied der jeweiligen Bischofskonferenz ist.

Der Ordinarius muß enge Beziehungen zum Bischof der Diözese halten, in der sein anglikanische Personalordinariat errichtet ist.

Die pastorale Aktivität der Anglo-Katholiken soll mit den pastoralen Programme der römisch-katholischen Diözese abgestimmt werden.

Der anglo-katholische Ordinarius kann ein Bischof oder ein Priester sein.

Römisch-katholisch getaufte Gläubige können nicht in anglo-katholische Ordinarien eintreten – außer sie gehören zu einer Familie, die Mitglied eines Ordinariats ist.

Katholisch geweihte Priester, die zu den schismatischen Anglikanern abgefallen sind, können in einem anglo-katholischen Personalordinariat nicht als Priester tätig sein.

Verheiratete anglikanische Laienbischöfe, die zur Kirche übertreten, können dort zum Priester geweiht werden und anschließend das Amt eines ango-katholischen Ordinarius übernehmen.
      
22 Lesermeinungen
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#23   Franz Kappes   16:54:38 | Dienstag, 10. November 2009
In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?
Der Wert der Familie lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken. Die Zahl der ihr folgenden Gläubigen ist nicht entscheidend für die Frage nach der Wahrheit. Rom muss der Baum sein, der die Früchte trägt und wägt.
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#22   DJM †   00:36:44 | Dienstag, 10. November 2009
@ wolfgang_e
Der Begriff „Digitalkunst“ hat den Wertebegriff völlig abgelöst. Was davor analog vonstatten ging, geschieht heute digital. Der Mensch ist selbst zum Kunstwerk avanciert. Er wurde „intelligibel“ und tötete so das kostbarste, was die Welt bisher besaß.
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#21   wolfgang e.   00:27:54 | Dienstag, 10. November 2009
Kunst
DJM:
Kitsch ist tot
Kunst ist lebendig
(ein guter Bekannter von mir, Schauspieler, ehemals Atheist und sehr links, wurde durch die Johannespassion von Bach gläubig)
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#20   Burgorus   21:29:12 | Montag, 9. November 2009
@möchtegern-kathole
Ja, wäre möglich, und ich hoffe und glaube auch, dass sowas in der Art kommen wird.
Irgendwie schade, dass die Pius-Brüder keinen eigenen Ritus haben, sonst könnte es neben „anglo-katholisch“ bald eine neue Wort-Kreation geben, etwa „pio-katholisch“.
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#19   möchtegern-kathole   20:02:00 | Montag, 9. November 2009
So eine Lösung wie für die Anglikaner …
… wäre auch für die Piusse möglich.
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#18   Goldengel   17:19:46 | Montag, 9. November 2009
clarissa colonia
Wenn Sie meinen.
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#17   clarissa colonia   17:14:43 | Montag, 9. November 2009
Primitiv wäre der Angriff gewesen,
hätte er Ihnen weniger www.webmasterpro.de/…Goya-Capricho-43.jpg zugetraut …!
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#16   Goldengel   17:10:23 | Montag, 9. November 2009
Lutheraner72
Welch primitiver Angriff auf mich.
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#15   Lutheraner_72   17:07:28 | Montag, 9. November 2009
Käßmann wird Papst?
Vtl. erste Päpstin, die offiziell ihr Amt ausüben kann?
Aber tttzzzz… dafür braucht die kath. Kirche noch einige Jahrhunderte, bis sie Frauen als gleichwertige Geschöpfe anerkennt. Womöglich sind dann schon alle Katholiken ausgetreten und nur die Pius-Sekte ist übrig geblieben.
…das wär ja ne Pius-Orgie…
Romulus, heute schon onaniert?
:-D
Goldengel, so oft wie du vom Teufel sprichst und dich von ihm beseelen lässt, musst du ja schon ganz schön hässlich sein. :-P
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#14   Romulus   16:55:26 | Montag, 9. November 2009
Fragt doch mal die Käßmann dazu
Man sollte mal die deutsche Oberprotestantin dazu interviewen. Bestimmt lustig, was die dazu zu sagen hat.
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#13   Goldengel   16:14:17 | Montag, 9. November 2009
Burgorus
Auch Sie verstehen nicht.
Ausnahmen, Ausnahmen, Ausnahmen.
Der Teufel liebt Ausnahmen.
Nur Christus liebte er nicht.
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#12   Burgorus   16:11:51 | Montag, 9. November 2009
@Goldengel:
Was soll der ganze Unsinn mit dem angeblichen Fall des Zölibats. Es sind doch nur Ausnahmen beschrieben, die es auch jetzt schon gegeben hat, wenn ein Lutheraner katholisch wurde.
Außerdem ist die Weltzeit bald vorbei; wir haben den vorletzten gültigen Papst gemäß den Malachias-Prophezeiungen. Hernach kommt ohnehin die Zeit ohne Sünde und Tod. Wieso also so ängstlich?
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#11   DJM †   16:05:54 | Montag, 9. November 2009
clarissa
nicht bloß geographisch.
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#10   Goldengel   16:05:46 | Montag, 9. November 2009
clarissa colonia
Sie haben Jesus nicht verstanden.
Sie werden ihn nicht verstehen.
Sie wollen ihn nicht verstehen.
Sie sind auf das irdische Dasein fixiert, wie der Teufel selbst. Der Priester soll Richtung Himmelreich schauen und sich nicht an dieser Welt laben.
Ein Tipp für Sie: www.kreuz.net/bookentry.5344.html
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#9   clarissa colonia   16:02:08 | Montag, 9. November 2009
… verschrieben …
… nicht nur orthographisch … !
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#8   Paulaner †   16:00:46 | Montag, 9. November 2009
er ist derart aufs Besudeln fixiert, daß ihm die Buchstaben entgleiten…
clarissa colonia: Na, werter Raschgoldengel,
Sie scheinen auch der Orthographie dringender bedürftig
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#7   DJM †   15:59:04 | Montag, 9. November 2009
gemaltes Abziehbild
Clarissa, kunst ist tot.
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#6   Goldengel   15:57:32 | Montag, 9. November 2009
clarissa colonia
Sie haben recht, ich habe mich ziemlich oft verschrieben.
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#5   clarissa colonia   15:56:04 | Montag, 9. November 2009
Na, werter Raschgoldengel,
Sie scheinen auch der Orthographie dringender bedürftig als der Orthodoxie – was auch dann zuträfe, wären Sie ein kunstgemaltes Abziehbild …
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#4   Goldengel   15:45:27 | Montag, 9. November 2009
Burgorus
Welchen Segen meinen Sie denn?
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#3   Burgorus   15:36:12 | Montag, 9. November 2009
anglo-katholisch
Wieder ein neues reizvolles Wort.
Hoffen wir, dass die neue Einheit der Anglo-Katholiken mit den anderen Katholiken der Welt viel Segen bringt.
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#1   Prälat Hinter †   14:37:24 | Montag, 9. November 2009
Was für Wohltaten stehen da noch für die Piusbrüder aus, wenn schon die Anglikaner
solches Entgegenkommen erwarten können – das wird dann ein Fest…
Mögen sich die Piusbrüder nur klug und nicht allzu weit weg mit Rom einigen; denn wenn erst mal unser bay. Papst Richtung Himmel unterwegs sein würde, wäre es sicher rasch wieder ganz anders…
Wetten dass ???
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