Kinderabtreibung
Knapp entkommen
Eine schottische Mutter erfuhr vom Arzt, daß ihr ungeborenes Kind behindert sei. Die Mutter wurde zu weiteren Untersuchungen ins Krankenhaus gerufen. Dort empfahl der Arzt für den Kleinen eine Radikaltherapie…
(kreuz.net, Edinburg) Letzten Samstag hat sich die schottischen Tageszeitung ‘Scotsman’ dem Thema der Spätabtreibungen zugewendet. Behinderte Kinder wandern in Schottland gewöhnlich in den Abfallkübel der Geburtskliniken. Zum Glück nicht immer.

Frau Tracy Rendall (37) war das dritte Mal in Erwartung: „Ich hatte zwei gesunde Kinder, bevor ich mit Ben schwanger wurde. Doch nach einigen Routineuntersuchungen, rief mich das Spital an. Man bat mich zu detaillierteren Untersuchungen in die Klinik.“

Die schwangere Mutter fuhr alleine. Während der Untersuchung konnte sie ihren kleinen Jungen auf dem Bildschirm strampeln sehen. Er sah ganz normal aus. Doch dann erklärte ihr der Arzt, daß der Junge an einem offenen Rücken leide.

„Das war ein Riesenschock. Ich hatte keine Ahnung über die Krankheit.“ Der Arzt beruhigte die Mutter. Der Fall ihres Kindes sei nicht der allerschlimmste. Er könne ihr aber keine Versprechungen machen. „Man sagte mir, daß ich mich entscheiden müsse, die Schwangerschaft fortzusetzen oder nicht. Frauen in meiner Situation würden üblicherweise abtreiben. Eine Abtreibung sei freilich nicht unbedingt notwendig.“

In der Mutter stieg eine andere Frage hoch: „Wie kann ich meinem Kind das Leben verweigern?“

Als man Frau Rendall sagte, daß auch ihr behindertes Kind die „Chance auf Lebensqualität“ habe, war für sie die Diskussion beendet: „Wie könnte ich meinem Sohn die Chance verweigern zu leben?“

Mittlerweile ist der kleine Ben fast zwei Jahre alt. Nach seiner Geburt mußte er sich zwei größeren Operationen unterziehen. Ben kann nicht gehen und hat Schwierigkeiten Lernfortschritte zu machen. Doch er ist der Sonnenschein seiner Mutter, die sich über jede kleine Entwicklung in seinem Leben freut: „Er ist ein sehr, sehr glückliches Kind mit einer normalen Lebenserwartung. Es war absolut richtig, ihn zu bekommen. Er ist auf dem Weg in ein wunderbares Leben.“
      
1 Lesermeinung
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#1   Paul Mayer   14:38:09 | Donnerstag, 14. April 2005
Herzliche Gratulation
an Mrs. Rendall zu dieser Entscheidung!
Die Ärzte fühlen sich oft leider aufgrund der ständigen gerichtlichen Prozesse „verpflichtet“, über die Abtreibung zu „informieren“.
Ich denke, dass viele Ärzte erleichtert sind, wenn Eltern die Antwort geben, die Fr. Rendall gegeben hat.
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