Interreligiöser Dialog
Dialog mit dem Islam
Wir schreiben das Jahr 2953. Irgendwo im Nordosten Lateinamerikas bereiten sich Studierende der Archäologie auf eine Exkursion quer durch Europa vor. Man will islamische Heiligtümer besuchen, die früher einmal christlich waren: von der Hagia Sophia über den Kölner Dom bis hin zu Notre Dame und Westminster Abbey. Von Guido Horst, Die Tagespost.
(kreuz.net) Um die große Kölner Moschee rankt sich eine besondere Legende: Kurz bevor der letzte Erzbischof der Domstadt die Schlüssel seiner Kathedrale dem Großmufti von Köln übergab, hätten die letzten rheinischen Christen den Schrein mit den Gebeinen der heiligen drei Könige nach Rom in den Vatikan bringen wollen. Doch der Transport sei dort nie angekommen.

An einer defekten Mautstelle für Lastengleiter habe der Konvoi kurz vor den Alpen anhalten müssen.

Genau in diesem Augenblick hätten orthodoxe Seperatisten aus Rußland den Zug überfallen, den heiligen Schrein an sich gebracht und in ein Untergrundkloster ihrer Heimat entführt.

Beim großen sibirischen Erdbeben von 2467 sei er schließlich endgültig verschollen. Seitdem glauben fromme Christen in aller Welt, daß ihre Religion erst dann wieder Einzug ins nördliche Europa hält, wenn der Schrein der heiligen Könige auftaucht und an den Rhein zurückkehren darf.

Und noch etwas lernen die Studierenden der Archäologie: Die bürokratisch verkrustete und im Inneren glaubenslos gewordene Kirche in Nordeuropa wurde von der islamischen Revolution hinweggefegt, als die letzten Christen nicht mehr wußten, was sie feiern, wenn sie ihre Feiertage feierten:

Als Weihnachten endgültig ein Fest des Schenkens, Ostern ein Tag des Hases und Pfingsten ein Feiertag der aufblühenden Natur geworden war, brach alles zusammen.

Die übrigen christlichen Feiertage hatte man vorsorglich bereits Jahrhunderte zuvor abgeschafft.

Die obige Glosse wurde am 9. November 2004 unter dem Titel „Der 6. Januar muss bleiben!“ in der TAGESPOST veröffentlicht.
      
6 Lesermeinungen
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#6   Yersinia   19:30:00 | Sonntag, 17. April 2005
@spectator: oK, ich nehm’s zurück und sehe ein
dass das Liebesgebot nur für bzw gegenüber KatholikInnen gilt – und man in weiterer Folge über Angehöriger anderer Religionen oder Nichtglaubende schlecht schlecht darf; ist es recht so?
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#5   spectator †   22:24:40 | Donnerstag, 14. April 2005
@ Yersinia
…und widerspricht auch dem grundsätzlichen Liebsgebot Christi.
wie denn?
leg uns uns das Evangelium so aus, dass deine Feststellung glaubhaft erscheint. [von Red. zensuriert]
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#4   GerdEric   20:05:54 | Donnerstag, 14. April 2005
mir fiel zu erst 1096 ein…
und dass die „Moschee“ zuvor schon mal unter zwei christlichen Konfessionen aufgeteilt war,
zu beiderseitigen Gebrauch…
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#3   Yersinia   20:01:49 | Donnerstag, 14. April 2005
tja, was meine ich mit „differenziert“?
vielleicht die Subversivität des Humors und der Provokation?
wien.orf.at/oesterreich.orf?read=detail&ch…
oder dass es der Sache nicht dienlich ist, mit solchen „Beiträgen“ subtile Ängste zu bedienen und letztlich Dinge zu verdrehen, wo genaues und unterscheidendes – also differenziertes! – Hinschauen not-wendig ist? Differenziert im Sinne von: wo gibt es welche Ängste, aus welchen (möglichen) Gründen? wo gibt es Sachprobleme – wobei die „sozialen Dinge“ durch „Stimmungen“ bestimmt werden, „Stimmungsmache“ also sozial und konkret wirksam ist – und da wird es gefährlich und widerspricht auch dem grundsätzlichen Liebsgebot Christi.
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#2   1+1=7   19:50:56 | Donnerstag, 14. April 2005
Was meinst du mit differenziert, Yersinia?
Bitte nicht die Wortbedeutung!
mfg
7
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#1   Yersinia   19:33:55 | Donnerstag, 14. April 2005
tja, Ängst schüren ist allemal unterhaltsamer
als die Dinge differenziert zu diskutieren
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