Eucharistie
eBay-Skandal: Behandelt uns wie Fettsüchtige!
Der Verkauf einer konsekrierten Hostie aus einer Papstmesse ruft in den USA Empörung hervor. Das Internet-Aktionshaus, in dem die Hostie angeboten wurde, soll jetzt boykottiert werden. Trotzdem ist die Firma weiterhin bereit, die Religion zu beleidigen – wenigstens die katholische.
(kreuz.net) Das Internet-Auktionshaus eBay erklärte am Mittwoch, warum der Verkauf einer von Papst Johannes Paul II. konsekrierten Hostie nicht gestoppt wurde. Zwar habe dieses Angebot eine eBay-interne Kontroverse losgetreten. Man sei aber zur Erkenntnis gekommen, daß der Verkauf der allerheiligsten eucharistischen Gabe die Verkaufspolitik von eBay nicht verletze.

Die Auktionsfirma prüft feilgebotene Waren normalerweise nicht. Anstößige Angebote werden dem Haus aber meist in kürzester Zeit gemeldet. Dann wird entschieden, ob der Verkaufsartikel im Sortiment behalten oder zurückgezogen werden soll.

Das war im Falle der Papsthostie auch so. Man habe sich den Posten genauer angesehen, ließ die Firma über einen Sprecher ausrichten. Natürlich „respektiere und verstehe“ eBay die Anliegen der Beschwerdeführer. Doch man sei zum Schluß gekommen, daß der Verkauf der Hostie der Firmenpolitik nicht widerspreche.

Beschwerden hatten die eBay-Zentrale unter anderem aus der Diözese Sioux City im US-Bundesstaat Iowa erreicht. Iowa befindet sich im Zentrum der USA. Der nichtkatholische Hostienverkäufer stammt aus dieser Gegend. Gegenwärtig soll die Diözese angeblich versuchen, mit ihm in Kontakt zu treten.

Im übrigen verteidigt sich das Aktionshaus. Sein wichtigstes Geschäftsprinzip bestehe darin, keine verbotene Ware anzubieten. Darüber hinaus würden zum Beispiel auch Schußwaffen, rezeptpflichtige Medikamente sowie Alkohol abgelehnt oder nur eingeschränkt akzeptiert.

In Sachen Religion verbietet eBay nach eigenen Angaben Gegenstände, sofern diese Haß oder Gewalt gegen eine bestimmte Gruppe fördern könnten.

„Wenn die Ware nicht ausdrücklich Haß oder Gewalt erzeugt“ – so eBay – „nehmen wir den Gegenstand nicht aus dem Angebot.“ Im Fall der konsekrierten Hostie habe man weder in Text noch Bild etwas finden können, das Haß gegen die katholische Kirche erzeugen würde.

Jetzt hofft eBay auf Verständnis. In einer breitgefächerten Gesellschaft müßten alle Meinungen respektiert werden. Es sei nicht die Aufgabe des Hauses „den Moralapostel“ zu spielen. Wer sich von den Angeboten beleidigt fühle, solle das Mitsteigern lassen.

Der Journalist und Medienanwalt Michael J. Gaynor empfiehlt das gleiche: „Es ist jetzt an der Zeit, eBay zu boykottieren.“ Wer mit Sakrilegien Geld macht, solle an seiner Profitgier getroffen werden.

Ähnlich klingt es bei der „Katholischen Liga“, die größte US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung. Sie kämpft gegen Diskriminierungen und Diffamierungen der Kirche in den USA, einem Land mit 63 Millionen Katholiken.

Die Liga gab bekannt, daß die im Internet angebotene Papsthostie von einem katholischen Privatmann gekauft worden sei. William Donohue, der Präsident der „Katholischen Liga“ brachte die Dinge auf den Punkt: eBay habe erklärt, den Verkauf von Gegenständen, die von „gewissen“ religiösen Gruppen als heilig betrachtet werden, nicht verbieten zu wollen. Nachdem die Formulierung nur von „gewissen“ religiösen Gruppen spreche – so Donohue – wäre es interessant zu wissen, welche religiösen Gruppen eBay schützen würde.

Donohue macht einen Vorschlag. Letzten Herbst habe eBay den Verkauf des Buches „Warum ist Amerika so fett?“ verboten: Wie wäre es, wenn eBay die Katholiken in Zukunft mit dem gleichen Respekt behandeln würde, den das Auktionshaus den Übergewichtigen entgegenbringt?
      
5 Lesermeinungen
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#5   1+1=7   17:32:53 | Montag, 18. April 2005
Gelobt Sei,
der da kommt im Namen des herrn.
:)))
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#4   GerdEric   13:03:59 | Montag, 18. April 2005
4892.
trotz allem
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#3   1+1=7   12:53:46 | Montag, 18. April 2005
Hallo Gerderich, hast du untenstehende
Petition unterschrieben?
Geht mich zwar nichts an, interessierte mich aber?
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#2   GerdEric   12:46:37 | Montag, 18. April 2005
Ich empfinde diese Aktion
als ein zeichen dafür,
dass Katholiken sich darauf besinnen sollten,
ihren Glauben nicht als einzig seligmachend zu sehen,
er mag eine Möglichkeit GOTTes sein,
die ER dem Menschen geboten hat.
Wie leicht ist es,
die religiösen Gefühle Anderer zu verletzen?
Nur man selbst (das trifft sicher auch mich) merkt es nicht immer…
mfg
GerdEric
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#1   Athanasius   00:43:57 | Montag, 18. April 2005
Unterzeichnen Sie bitte eine Petition…
…welche sich gegen e-Bay richtet.
Unterstützten Sie die Klagen gegen diese schreckliche Brutalität und Unverschämtheit den Katholiken gegenüber.
www.petitiononline.com/bbsdofj/
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