08:52:51 | Freitag, 15. April 2005
Der Verkauf einer konsekrierten Hostie aus einer Papstmesse ruft in den USA Empörung hervor. Das Internet-Aktionshaus, in dem die Hostie angeboten wurde, soll jetzt boykottiert werden. Trotzdem ist die Firma weiterhin bereit, die Religion zu beleidigen – wenigstens die katholische.
(kreuz.net) Das Internet-Auktionshaus eBay erklärte am Mittwoch, warum der
Verkauf einer von Papst Johannes
Paul II. konsekrierten Hostie nicht gestoppt wurde. Zwar habe dieses Angebot eine eBay-interne Kontroverse
losgetreten. Man sei aber zur Erkenntnis gekommen, daß der Verkauf der allerheiligsten eucharistischen
Gabe die Verkaufspolitik von eBay nicht verletze.
Die Auktionsfirma prüft feilgebotene Waren normalerweise
nicht. Anstößige Angebote werden dem Haus aber meist in kürzester Zeit gemeldet. Dann wird entschieden,
ob der Verkaufsartikel im Sortiment behalten oder zurückgezogen werden soll.
Das war im Falle der Papsthostie
auch so. Man habe sich den Posten genauer angesehen, ließ die Firma über einen Sprecher ausrichten.
Natürlich „respektiere und verstehe“ eBay die Anliegen der Beschwerdeführer. Doch man sei zum Schluß
gekommen, daß der Verkauf der Hostie der Firmenpolitik nicht widerspreche.
Beschwerden hatten die eBay-Zentrale
unter anderem aus der Diözese Sioux City im US-Bundesstaat Iowa erreicht. Iowa befindet sich im Zentrum
der USA. Der nichtkatholische Hostienverkäufer stammt aus dieser Gegend. Gegenwärtig soll die Diözese
angeblich versuchen, mit ihm in Kontakt zu treten.
Im übrigen verteidigt sich das Aktionshaus. Sein
wichtigstes Geschäftsprinzip bestehe darin, keine verbotene Ware anzubieten. Darüber hinaus würden
zum Beispiel auch Schußwaffen, rezeptpflichtige Medikamente sowie Alkohol abgelehnt oder nur eingeschränkt
akzeptiert.
In Sachen Religion verbietet eBay nach eigenen Angaben Gegenstände, sofern diese Haß oder
Gewalt gegen eine bestimmte Gruppe fördern könnten.
„Wenn die Ware nicht ausdrücklich Haß oder Gewalt
erzeugt“ – so eBay – „nehmen wir den Gegenstand nicht aus dem Angebot.“ Im Fall der konsekrierten Hostie
habe man weder in Text noch Bild etwas finden können, das Haß gegen die katholische Kirche erzeugen
würde.
Jetzt hofft eBay auf Verständnis. In einer breitgefächerten Gesellschaft müßten alle Meinungen
respektiert werden. Es sei nicht die Aufgabe des Hauses „den Moralapostel“ zu spielen. Wer sich von den
Angeboten beleidigt fühle, solle das Mitsteigern lassen.
Der Journalist und Medienanwalt Michael J.
Gaynor empfiehlt das gleiche: „Es ist jetzt an der Zeit, eBay zu boykottieren.“ Wer mit Sakrilegien Geld
macht, solle an seiner Profitgier getroffen werden.
Ähnlich klingt es bei der „Katholischen Liga“, die
größte US-amerikanische Bürgerrechtsbewegung. Sie kämpft gegen Diskriminierungen und Diffamierungen
der Kirche in den USA, einem Land mit 63 Millionen Katholiken.
Die Liga gab bekannt, daß die im Internet
angebotene Papsthostie von einem katholischen Privatmann gekauft worden sei. William Donohue, der Präsident
der „Katholischen Liga“ brachte die Dinge auf den Punkt: eBay habe erklärt, den Verkauf von Gegenständen,
die von „gewissen“ religiösen Gruppen als heilig betrachtet werden, nicht verbieten zu wollen. Nachdem
die Formulierung nur von „gewissen“ religiösen Gruppen spreche – so Donohue – wäre es interessant zu
wissen, welche religiösen Gruppen eBay schützen würde.
Donohue macht einen Vorschlag. Letzten Herbst
habe eBay den Verkauf des Buches „Warum ist Amerika so fett?“ verboten: Wie wäre es, wenn eBay die Katholiken
in Zukunft mit dem gleichen Respekt behandeln würde, den das Auktionshaus den Übergewichtigen entgegenbringt?
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#5
1+1=7 17:32:53 | Montag, 18. April 2005
#4
GerdEric 13:03:59 | Montag, 18. April 2005
#3
1+1=7 12:53:46 | Montag, 18. April 2005
#2
GerdEric 12:46:37 | Montag, 18. April 2005
#1
Athanasius 00:43:57 | Montag, 18. April 2005