Anglikaner
Ein nächtliches Telephonat
Kurienkardinal Walter Kasper war nie gegen eine Aufnahme der Anglo-Katholiken in die Römischen Kirche.
Kurienkardinal Walter Kasper
Kurienkardinal Walter Kasper
© gashwin, CC
(kreuz.net) Am 15. November äußerte sich Kurienkardinal Walter Kasper – der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen – vor der Vatikanischen Tageszeitung ‘Osservatore Romano’ zur Rückkehr der Anglo-Katholiken in den Schoß der Kirche:

„Eine Gruppe von Anglikanern hat aus freien Stücken und auf legitime Weise gebeten, in die Katholische Kirche einzutreten.“

Nach Angaben des Kardinals wandten sich die Anglo-Katholiken zunächst an den Einheitsrat: „Als Präsident habe ich ihnen erklärt, daß die Kompetenzen bei der Glaubenskongregation liegen.“

Der Einheitsrat sei aber von der Glaubenskongregation immer informiert worden: „Es ist nicht wahr, daß der Rat auf der Seite gelassen worden wäre.“

Nach Angaben des Kardinals hat der Einheitsrat auch seine Vorschläge für das Dokument ‘Anglicanorum cœtibus’ vorgelegt.

Die Vorbereitungen wurden aber bis zuletzt vor den offiziellen Vertretern der anglikanischen Gemeinschaft geheimgehalten.

Als der Laienerzbischof von Canterbury, Rowan Williams, darüber informiert wurde, befand sich Kardinal Kasper bei einem ökumenischen Treffen in Zypern.

Der Kardinal berichtet im Interview, daß ihm Williams mitten in der Nacht telefonierte:

„Wir haben über die Bedeutung der neuen Apostolischen Konstitution gesprochen, und ich habe ihm versichert, daß unser direkter Dialog fortgesetzt wird.“

Der Laienerzbischof habe ihm geantwortet, daß diese Aussage „sehr wichtig“ sei.

Kardinal Kasper lobt im Interview die „ausgewogene Haltung“ des Laienerzbischofs: „Unsere persönlichen Beziehungen sind herzlich und transparent. Er ist ein spiritueller Mensch, ein Theologe.“

Die einzigen Hindernisse im ökumenischen Dialog könnten heute von inneren Spannung in der anglikanischen Welt herkommen.

Der Kardinal erwähnt die Frauen- und Homo-Ordinationen sowie die Homo-Ehe.

Deshalb habe es interne anglikanische Spannungen und auch anglikanische Spannungen mit der Katholischen Kirche gegeben.

Doch nicht alle Anglikaner, die mit diesen Entwicklungen nicht übereinstimmten, möchten katholisch werden – erklärt der Kardinal, „auch weil unter den Anglikanern die Mehrheit eine evangelikale Richtung vertritt.“

Das gelte zum Beispiel für die Mehrheit der Anglikaner, die heute in Afrika lebt.

Kardinal Kasper legt Wert darauf zu erklären, daß das Angebot an die Anglo-Katholiken dem Ökumenismus nicht widerspricht: „Schon das Dekret ‘Unitatis redintegratio’ des Zweiten Vatikanums unterscheidet klar zwischen Ökumenismus und Konversion.“

Der Kardinal erwähnt auch die ‘Traditional Anglican Communion’ mit einer halben Million Gläubigen.

Diese hat bereits vor zwei Jahren gebeten, in die Katholische Kirche einverleibt zu werden: „Aber sie haben an den jüngsten Gesprächen nicht teilgenommen.“

Jetzt seien sie auf einen „fahrenden Zug“ gesprungen: „Aber wir verschließen die Augen nicht vor der Tatsache, daß sie seit 1992 nicht in Gemeinschaft mit Canterbury sind“.

Die Rückkehr der Anglo-Katholiken hat – so der Kardinal – bei den Orthodoxen für Unruhe gesorgt.

Doch er habe ihnen sofort erklärt, daß es sich nicht um Proselytismus oder um einen neuen Uniatismus handle.
      
16 Lesermeinungen
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#16   Sefirot   18:57:33 | Donnerstag, 19. November 2009
Lieber die Anglo-Katholiken, als die P…
Kurienkardinal Walter Kasper war nie gegen eine Aufnahme der Anglo-Katholiken in die Römischen Kirche.
Warum sollte Kardinal Kasper Einwände gegen die Aufnahme der Anglo-Katholiken erheben. Sachliche
Einwände können es ganz bestimmt nicht sein und
theologisch begründete dürften in dem Fall, wenn
überhaupt, nicht zu finden sein. Also…!
Lieber die Anglo-Katholiken, als die sektiererischen Piusbrüder mit dem sonderbaren Mons. Williamson…
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#15   Janos-der-Finstere   18:15:15 | Donnerstag, 19. November 2009
am besten keinen Nachfolger
am besten ist man setzt dieser unglückseligen Einrichtung ein Ende. Mehr als dummes Geschwätz wurde bis dahin ohnehin nicht produziert
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#14   marienkind   17:49:00 | Donnerstag, 19. November 2009
Walter der Kasper
Stimmt schon. GLM wäre das kleinere Übel. Wichtig ist jedenfalls, daß das Kaspleretheater bald ein Ende findet.
Beten wir um eine gute Nachfolge-Lösung.
Heute beginnt übrigens die Novene zur Wundertätigen Medaille. Da können wir dieses Anliegen gleich mit hineinnehmen.
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#13   Libertas Ecclesiae   17:36:47 | Donnerstag, 19. November 2009
Besser als Walter der Kasper
wäre GLM allemal.
Kaspers Christologie und Ekklesiologie sind hanebüchen.
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#12   marienkind   17:27:54 | Donnerstag, 19. November 2009
Guter Nachfolger
Gerhard Ludwig Müller??? Warum nicht? Dann wäre er zumindest von Regensburg weg und als Ökumenekardinal kann er nicht allzuviel Schaden anrichten, weil hier der Hl. Vater das letzte Wort hat.
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#11   Libertas Ecclesiae   16:08:20 | Donnerstag, 19. November 2009
Ein guter Nachfolger
marienkind hat geschrieben: mathild: Ein Rätsel das der Papst solch einen Kardinal um sich duldet!
Nicht mehr lange. Die Zeit dieses Wolfs im Schafspelz läuft aus. Gott sei Dank. Wir sollten jetzt schon um einen guten Nachfolger beten!!!
Gerhard Ludwig Müller???
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#10   Herrenschuhe   14:41:08 | Donnerstag, 19. November 2009
Wer ist denn so blöd
ein sinkendes Schiff zu verlassen und ein anderes sinkendes zu betreten?
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#9   Siegfried   12:06:54 | Donnerstag, 19. November 2009
Kardinal Kaspar möchte seinen Irrtum retten
Ökumene gibt es und gab es außerhalb der Katholischen Kirche nicht. Das innerkirchliche Leben der ganzen Katholischen Kirche ist ein ökumenisches Leben. Dieses ist immer dann sichtbar, wenn die Kirche etwas unverbindlich festlegt. Die Dogmen werden in einem Ökumenischen Konzil festgelegt.
Das XXI. Konzil sagt von sich es ist ein „Pastorales Konzil“ gewesen. Ein ganz anderes Treffen der Bischöfe auf dem ganzen Erdenkreis, als es in einem „Ökumenischen Konzil“ geschieht. Dies ist der Grund, daß die Zuordnung des letzten Konzil heute innerkirchlich immer noch große Schwierigkeiten bereitet.
Die Personen, die dem letzten Konzil den Anschein geben wollen, als sei dies ein mit den Vorgängern vergleichbares Konzil leben in dem Problem der Unwahrheit weiter.
Mit dem Überwerfen des innerkirchlichen Begriffes ÖKUMENE auf nicht katholische Gemeinschaften werden dies sehr überfordert.
Um diese Überforderung zu neutralisieren sind die Typen Kaspar usw. bestrebt die „Katholische Kirche“ unter Mithilfe der Häretischen Gemeinschaften auf die Ebene der aller häretischen Gemeinschaften herunter zu ziehen.
Kardinal Kaspar hat erkannt, daß dieses Weltbild der innerkirchlich verbotenen Modernisten und Freimaurer zusammen bricht.
Nun werden diese in die Irre gelangten wie wild, sie müssen retten was verloren ist.
Die Wahrheit siegt, die Unwahrheit hat keine Luft zum atmen. Beten wir um die Bekehrung . Damit der wieder regieren kann, der gesagt hat „ich bin die Wahrheit“.
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#8   Janos-der-Finstere   10:57:06 | Donnerstag, 19. November 2009
viel zu grosse Bedeutung beigemessen
dem Einheitszirkus wird eine allzu grosse Bedeutung beigemessen. Warum braucht es einen Kardinal an seiner Spitze? Seit die Kirche sich dem Oekumenismus verschrieben hat, geht es mit ihr überall bergab während jene Gemeinschaften aufblühen, welche erkannt haben, dass dem Oekumenismus nur nebensächliche Bedeutung zukommt
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#7   Franz Kappes   10:31:12 | Donnerstag, 19. November 2009
@wickerl
„Heulen und Wehklagen“ – es bleibt sich gleich.
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#6   wickerl   10:30:11 | Donnerstag, 19. November 2009
Rätsel?
Es ist weiterhin so wie bei Johannnes Paul; es wird vom Papst gejammert und dann werden die ernannt die es am ärgsten treiben.
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#5   Franz Kappes   10:17:28 | Donnerstag, 19. November 2009
Rowan Williams
Er schon wieder. Der Lautsprecher der Kirche von England. Schon SZ gelesen?
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#4   marienkind   10:07:44 | Donnerstag, 19. November 2009
mathild: Ein Rätsel das der Papst solch einen Kardinal um sich duldet!
Nicht mehr lange. Die Zeit dieses Wolfs im Schafspelz läuft aus. Gott sei Dank. Wir sollten jetzt schon um einen guten Nachfolger beten!!!
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#3   Janos-der-Finstere   09:45:27 | Donnerstag, 19. November 2009
könnte uns erspart bleiben
langsam wird das dumme Geschwätz des Vorsitzenden des Einheitszirkus unerträglich. Warum wird diese unnötige Institution nicht auf das heruntergeschraubt, was sie sein sollte, eine reine Informationsstelle. Dazu wird es auch keinen Kardinal brauchen
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#2   SignumSalutis †   09:40:18 | Donnerstag, 19. November 2009
John Hepworth
Da der Primas der Traditional Anglican Communion lt. wikipedia 1968 als Katholik die Priesterweihe empfing, später dann Anglikaner wurde, heiratete (zwei mal) und zum Bischof geweiht wurde (in welcher Reihenfolge geht aus dem Artikel nicht hervor), dürften die Verhandlungen mit dieser kirchlichen Organisation sicher nicht ganz unbelastet sein.
SignSal
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#1   mathild   09:34:46 | Donnerstag, 19. November 2009
Ein Rätsel das der Papst solch einen Kardinal um sich duldet!
Kardinal Kaspar – leider auch einer der eine gespaltene Zunge hat – in der Öffentlichkeit immer bemüht im Rampenlicht zu stehen und nicht anzuecken.
Nein – das sind keine echten Seelsorger sonder schlechte Schauspieler!
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