10:57:31 | Donnerstag, 19. November 2009
Einer der Hauptgründe für die massive Kirchenkrise sind die antikirchlichen Intrigen, die von den bischöflichen Ordinariaten ausgehen. Von Hw. Lukas Pawlowski.
(kreuz.net) Nach fast zehn Jahren in kirchlichen Diensten als Volks- und Berufsschullehrer, Gymnasialprofessor,
Gemeindereferent und Priester brennt es mir auf der Seele, etwas zur Rolle der bischöflichen Ordinariate
oder Generalvikariate zu sagen.
Angesichts des angeblichen oder faktischen Mangels an Priestern und vor
allem an Gläubigen spielen diese kirchlichen Institutionen häufige eine üble Rolle.
Von ihnen geht
fast täglich eine Verfolgung katholischer Priester und Gläubiger aus. Die Ordinariate sind eine Quelle
von Intrigen und Boshaftigkeiten unvorstellbarster Art.
Eine wegen ihres katholischen Glaubens gekündigte
Religionslehrerin schrieb einem süddeutschen Diözesanbischof, daß ihre Mutter deswegen dem Selbstmord
nahe sei.
Der Bischof leitete das Schreiben kaltlächelnd an seine Religionslehrer-Verfolgungsbehörde
weiter.
Danach ergoß sich deren Haß erst recht über die Ärmste. Zwar gab ihr ein Gericht recht. Doch
die Hetzjagd ging trotzdem weiter.
Denn die Frau mußte sich woanders bewerben. Nach den jeweiligen Vorstellungen
in zig deutschen Ordinariaten liefen die Telefondrähte heiß. Lügenmärchen über sie wurden aufgetischt
und auf Meißen-Anrichtplatten aufbereitet.
Seminaristen unter kirchlichem GeneralverdachtIm Falle
von Priesteramtskandidaten kenne ich zahllose Fälle sogenannter „Beurteilungen“ durch kirchenfeindliche
Alt-68er-Ordinariate.
Diese führen häufig dazu, daß sich spätere Bewerbungsdiözesen nicht einmal
die Mühe nimmt, sich ein Bild von dem Kandidaten zu machen.
Ungerechtfertigte Negativbeurteilungen kommen
auch aus den Priesterseminaren selber.
Ein österreichisches Seminar bedroht seine Alumnen mit dem Rauswurf,
wenn sie die Heilige Kommunion kniend empfangen wollen.
Seminaristen, welche die tägliche Heilige Messe
besuchen, landen auf der Kandidatenliste für den Psychiater.
Eine süddeutsche Diözese betreibt eine
Verfolgungseinrichtung für Seminaristen, die sie „Beratungsstelle für geistliche Berufe“ nennt.
Dort
arbeiten unter anderem
• der überforderte Arbeitsmediziner eines großen europäischen Raumfahrt-
und Rüstungskonzerns
• ein ehemaliger Regens, den man schon deshalb rauswerfen müßte, weil er die
Seminaristen während seiner Amtszeit gegen den Papst aufhetzte
• ein niedergelassener Psychiater, der
geschäftsuntüchtig wäre, wenn er nicht möglichst viele Seminaristen für geistig abnormal erklären
würde.
Bremsklotz für die SeelsorgeEin weiteres Aufgabenfeld der Ordinariate und Generalvikariate
besteht darin, amtierenden Priester ihr Leben als Seelsorger schwer zu machen.
Als Priester fällt man
beim Ordinariat in Ungnade, wenn man den Gläubigen die kniende Mundkommunion als Alternative zur Handkommunion
anbietet.
Ein österreichischer Pfarrer, der in seiner Kirche eine kurze Kommunionbank auf Rädern aufstellen
ließ, wurde prompt vor die Ordinariats-Inquisition zitiert und dort getadelt.
Viele Bischöfe unterstützen
ihre kirchen- und papstfeindlichen Ordinariate und bauen sie von Jahr zu Jahr aus.
Das Ergebnis sind
mindestens hundert Gramm Altpapier, die wöchentlich für die Priester produziert werden und bei diesen
in der blauen Altpapier-Mülltonne landen. Beziehen die Ordinariate Provision von der Papierindustrie?
Als ich einmal einen Bischof wegen einer bevorstehenden Pontifikalmesse anfragte, die dieser selber zelebrieren
sollte, wußte der Prälat nichts darüber.
Er verwies mich auf ein Vorbereitungsteam im Ordinariat,
irgendeine Unterabteilung einer Unterabteilung einer Nebenabteilung eines Sekretariats eines Untersekretariats
des Liturgieamtes. Entsprechend sah das Pontifikalamt aus.
Eiskalte altliberale IdeologieDie Ordinariate
sind das Hintertürchen für die kalte Reformation des 21. Jahrhunderts.
Durch ihre personelle und intellektuelle
Übermacht drücken sie die Leitungsgewalt des häufig schwächelnden Ortsbischofs oft völlig an die
Wand.
Nur wenige Bischöfe wagen es, die Rekrutierung von Seelsorgern – zumal angehender Priester – zur
Chefsache zu machen und neueintretende Mitarbeiter vorurteilslos zu prüfen, die von altliberalen Vorgängerdiözesen
verleumdet werden.
Solche Verleumdungen verfolgen diese Menschen häufig sogar dann noch, wenn sie schriftliche
Gegenbeweise in Händen halten, gegenteilige Zeugnisse beibringen können oder Widersprüche innerhalb
des Intrigengebäudes aufzeigen.
Auch hier zeigt die kirchenfeindliche Kirchenbürokratie nicht selten
ihr eiskaltes, über Menschenschicksale hinwegfahrendes Antlitz.
Jesus Christus als Priesteramtskandidat
Cyril Northcote Parkinson (1909-1993) ist der weise Entdecker der nach ihm benannten Parkinsonschen Gesetze.
Er hat beobachtet, daß Arbeit in dem Maße ausgedehnt wird, wie Zeit zu ihrer Erledigung zur Verfügung
steht.
Darum konnte er nachweisen, daß Verwaltungen einen jährlichen Zuwachs an Personal verzeichnen.
Dieser Zuwachs ist unabhängig vom Umfang der zu erledigenden Arbeit.
Diese Beobachtung trifft auch auf
die aufgeblähten kirchlichen Administrationen zu, die fast immer nichts mit der Mission der Kirche zu
tun haben und die Seelsorge behindern.
Mit wieviel Verwaltungsorganen kommt der Himmels aus? Hätte Jesus
Christus mit seinem Ruf, auf der Seite gerade nicht des Establishments zu stehen, heute eine Chance, zum
Priester geweiht zu werden?
Welche Knüppel würde man dem Heiland vor die Beine werfen, wenn er uns
das Vaterunser zu lehren versucht, während ihm ein Personalverantwortlicher im Ordinariat kaltlächelnd
zuzischt:
„Ach wissen Sie, wir haben schon mehr Leute kennengelernt, die ihren eigenen Vogel piepsen
hörten und glaubten, es sei der Heilige Geist.“
Unter diesen Bedingungen wundere ich mich nicht, wenn
Priesteramtskandidaten statt ihrer Heimatdiözese lieber ein anderes Bistum oder eine Gemeinschaft aussuchen.
Fazit: Der Mangel an Priestern und Gläubigen ist eine zu einem guten Teil hausgemachte Problematik.
Sie ist durch die Hintergrundaktivitäten der zumeist dem Laienstande angehörenden Ordinariatsmitarbeiter
mitverursacht.
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