(kreuz.net) Der Wiener Prälat Otto Mauer († 1973) war ein berüchtigter Kirchenzerstörer.
Unter den
von ihm geschändeten Gotteshäusern befindet sich die Rosenkranzkirche in Wien-Hetzendorf. Diese zerstörte
der Prälat gegen den Widerstand der Ortsbevölkerung.
Erwartungsgemäß ist der Abbruch-Prälat bei
der altliberalen und dem Zeitgeist von vorgestern hinterherhechelnden, kirchlichen Führungsriege bis
heute hoch angesehen.
Darum wird seit 25 Jahren der Otto-Mauer-Preis an junge Schmierer vergeben, die
sich vom selbstverliebten, kirchlichen Establishment als große Künstler feiern lassen.
„Jung“ bedeutet,
daß der Preisträger unter vierzig Jahre alt sein muß.
Der Preis ist eine Stiftung der Erzdiözese
Wien. Das Preisgeld beträgt 11.000 Euro.
Vorsitzender der Jury ist ein Jesuit, Pater Gustav Schörghofer
(56), der im Bereich der „Künstlerseelsorge“ tätig und Rektor der Wiener Universitätskirche ist.
Letzten
Dienstag ging der Preis an den Südtiroler Bildermaler Siggi Hofer (39), der in Wien lebt und für seine
Kindergarten-Zeichnungen und eine coole Frisur bekannt ist.
Grazer Bischof spielt den Tafelmayor
Bei
der Verleihung im Wiener Erzbischöflichen Palais ergoß sich Bischof Egon Kapellari von Graz nach Angaben
der Webseite der Wiener Erzdiözese in peinliche Superlativen.
Monsignore Otto Mauer habe das „oft verstellte
Große“ in den christlichen Religion erschließen wollen – trompetete er. Ob der Monsignore in der Lage
war, dieses Anliegen zu verwirklichen, ließ der Bischof Kapellari offen.
In Wahrheit vertrat Monsignore
Mauer eine kleinkarierte, phantasielose Bürokraten-Kunst, die sich – wohl ohne es zu merken – am sozialistischen
Realismus der Sowjetunion inspirierte.
Dennoch bezeichnete Bischof Kapellari den Prälaten unbeirrt als
„legendären Kunstförderer“.
Ihm sei es um das stets aktuelle Ziel gegangen, „die Achtsamkeit in Kirche
und Gesellschaft für das Seismographische, das Prophetisch-Kritische in der jeweiligen Gegenwartskunst
zu fördern“ – warf der Bischof mit Wortmüll um sich.
Dabei habe Monsignore Mauer das Schöne aus dem
Horizont solcher Kunst nicht „ganz“ ausblenden lassen – hatte der Bischof einen kurzen Augenblick der
Wahrheit.
Zu Lebzeiten von Prälat Mauer seien die Brücken zwischen der Kirche und der – völlig dekadenten –
künstlerischen Avantgarde zum Glück „gering an Zahl und oft sehr schmal und überdies schwankend“ gewesen.
Bischof Kapellari selber schien das zu bedauern.
Prälat Maurer habe „der Genügsamkeit kirchlicher
Kreise mit ästhetischem Mittelmaß“ und der „Anfälligkeit sogar für Kitsch“ entgegengewirkt. Wie er
das tat, ließ Mons. Kapellari vorsichtshalber offen.
Er ließ sich ganz allgemein von der Wirklichkeit
nicht beeindrucken.
So erzählt er, daß die Zahl von Personen und Institutionen aus dem kirchlichen
Leben, die sich „ernsthaft“ mit Kunst befassen würden, seit der Zeit von Prälat Mauer sehr zugenommen
hätten – wie man an der neuzeitlichen Komiker-Kirchenarchitektur unschwer sehen kann.
Der Bischof äußerte
sich auch über den Preisträger: Die Jury habe den „Hauch des Kindlichen“ in Hofers Kindergarten-Produktionen
gewürdigt.
Diese manifestiere sich in „einem im Spielerischen durchgehaltenen Ernst“ – rhapsodierte
er.
Hofers Schaffen könne „das Kind im Manne – und ebenso der Frau – wachrufen“, von dem neben Friedrich
Nietzsche auch Jesus Christus selber gesprochen und worüber etwa Hugo Rahner in seinem Buch „Der spielende
Mensch“ Meisterhaftes geschrieben hätten.
Aus Anstand vermied es das Publikum, in offenes Gelächter
auszubrechen.
Email-Adressen der Empfänger
38 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Ich lache lieber als zu weinen. Bei Gammelkäse und Konsorten weiß man aber nicht genau was man in der
Hinsicht tun soll … @kleiner_Katholik Kondome sind zur Verhütung nicht zur Abtreibung gedacht.
#37 Goldengel 12:58:01 | Samstag, 21. November 2009
Martin Bieger Ich teile die Meinung biomilchs nicht, doch was den Begriff Größenwahn in der Kunst betrifft,
so gilt dieser wohl eher den Nichtkönnern der Modernen Kunst, welche uns deren Farbengeschmiere als Kunst
vorführen – das ist wahrlich Größenwahn.
michaela, sie versautes Luder! Nicht nur daß sie mit Kondomen herum irren, jetzt fordern sie schon die
Männer zur Onanie auf! Pfui! Wissen ihre Eltern eigentlich, daß Sie sexsüchtig sind? Und solche Frauen
sind es dann, die zwischen Kaffee und Kuchen mal so eben kurz ihr Kind im Bauch absaugen lassen.
#31 diakonus 23:43:24 | Freitag, 20. November 2009
Danke! :(3 Ich schliesse mich dem Dank meines Vorposters vo9llinhaltlich an. Es wäre wirklcih schade,
wenn die Leistung dieses grossen Priester und Kunstförderers in Vergessenheit geriete! Er hat es zu Lebzeiten
aushalten müssen von Unverständigen angefeindet zu werden, jetzt brauchen auch wir damit kein Problem
zu haben!
#30 gelobtseijesus 23:09:56 | Freitag, 20. November 2009
Gut, dass +net an Otto Mauer erinnert (kreuz.net) Der Wiener Prälat Otto Mauer († 1973) war ein berüchtigter
Kirchenzerstörer. Danke, +net. Es gehört sich einfach, in gewissen Abständen sich des großen Priesters,
Monsignore Otto Mauer, zu erinnern. Dass gerade die +netten Kleingeister dies ermöglichen, ist ein Zeichen,
dass der Geist weht, wo er will. Dass der arme kleingeistige Redakteur weder Mons. Mauer, noch Bischof
Kapellari gedanklich folgen kann, sei ihm verziehen, denn: Es war höchst an der Zeit, sich an Otto Mauer
zu erinnern. Danke, +net. :(3
Einer der besten Kommentare in den letzten Monaten. Er ist mir samt seiner sinistren Unterstellungen aus
dem Herzen gesprochen. Herr Fridericus, Sie habens aber mit Über- und Untermenschen. Das ist ja eine
Manie bei Ihnen. Irgendwo dazwischen mögen Sie auch stehen. Diese Tatsache sollten Sie sich einmal zu
Gemüte führen.
#25 Fridericius † 21:21:36 | Freitag, 20. November 2009
Was für eine Horrorvorstellung! Der Onkel Hitler hätte den Krieg gewonnen und seine „Welthauptstadt
Germania“ errichtet. Dann könnte sich jedes arme Würstchen, so wie eigerhar, biomilch und co. immer
noch toll fühlen, denn immerhin wären sie ja auch als Würstchen noch Herrenmenschen, erhoben über
all jene Untermenschen!
#24 Ben Sira † 21:16:58 | Freitag, 20. November 2009
Reichskanzlei Egal, wie man zur NS-Architektur steht, es fällt auf, dass der Ehrenhof der von Speer entworfenen
Reichskanzlei in Farbe besser aussieht als in Scharzweiß: …w.albert-speers-berlin.de/map_honour_ger.htm
@ biomilch danke für den Hinweis. @ Goldengel Alles andere ist doch nur dilettantischer Mist. Das Kunsthistorische
Museum in Wien ist wundervoll. Man kann darin den Tod der Kunst festhalten. Ihr zu Grabe stehen, sozusagen.
Welcher Neid, aber im Ernst. Die Welt hat Kunst gar nicht verdient. So schaut’s aus. Und dann gäbe es
auch keine Kultur mehr und keine Gesellschaft und überhaupt ist der Tod der Kunst traurig. Man sollte
dieser Entität durch ein Eingeständnis der Kunstlosigkeit ein Denkmal setzen. So muß der Marxist gedacht
haben, als er sich dazu entschlossen hatte, Lügner zu werden.
#20 Brandenburgis 19:56:17 | Freitag, 20. November 2009
Die BAuten Speers in Berlin sind zwar nicht der Gipfel an Schönheit, jedoch 1000 mal besser und schöner,
als so ziemlich alles, was nach dem Kriege gebaut wurde. An Monumentalismus-Zerstörung übertrafen ihn
die Demokraten auch schon recht bald.
Aber die niemals erbaute Staat Germania Das Bundeskanzleramt in Berlin ist ein Spiegel der BRDDR. Pompös,
häßlich, spießig, von Albert Speer wäre noch tausendmal hässlicher geworden…Wetten dass
#17 Michael Tfirst 19:43:07 | Freitag, 20. November 2009
Abartig durch und durch Und das ist das Ergebnis der damals unbekannten Künstler, die nur durch Monsignore
Otto Mauer bekannt wurden: …ichaeltfirst.blogspot.com/…ger-pfarrer-als.html MfG Michael Tfirst
#9 Goldengel 18:42:41 | Freitag, 20. November 2009
Zeitgeistkunst, wenn Kunst zur Farce wird Die sollen lieber in den Kindergarten gehen und sich dort die
Schmiererein abholen. Man wird wohl keinen großen Unterschied zu den „angeblichen“ Künstlern feststellen
können. Selbst der Direktor der vatikanischen Museen meinte in einem Interview, dass es keine Kunst mehr
gibt. Recht hat er. Kunst darf ja alles. Natürlich – man darf auch „nichts“ können.
#7 sanfrancesco 18:21:58 | Freitag, 20. November 2009
Eigentlich war der damalige Pfarrer Prälat Josef Mayer Unter seiner Pfarrperiode begann ein kühner Umbau
der Kirche (möglicherweise unter dem Einfluss Otto Mauers). Auch wenn es einigen wie ein Sakrileg vorkommt:
die Neugestaltung finde ich gelungen. Das vieles, das liebgewonnen war und vieles, das unter großem Aufwand
hergestellt worden war (auch durch Spenden) zerstört wurde, ist ein anderes Kapitel und es wird viele
Kränkungen gegeben haben. Das Rosenkranztriptichon von Ernst Fuchs, das in dem Kurzfilm nicht gezeigt
wird, wurde ja fast zerstört (zuerst in Stücke geschnitten – es sollte dann angezündet werden – der
Täter wurde aber entdeckt). Ich hätte mehr Verständnis für das kreuz.net-Anliegen (die Lamentiererei)
wenn es ein anderer Innenraum gewesen wäre, der letztendlich zerstört wurde. Aber diese Neo-Romanik
ist sowas von hässlich Die will man doch nicht allen Ernstes wieder herstellen!
Kulturbolschewismus Der Umbau der Kirche gegen den Willen der Gemeindemitglieder ist Kulturbolschewismus.
Die Verantwortlichen sollte man dem Vergessen anheimfallen lassen. Und zwar möglichst schnell.