Schweiz
Viele gutgemeinte Worte
Eine Regionalzeitung wollte den Bischof von Basel aufs Glatteis führen. Dieser antwortete mit einem Redeschwall. Das hat den Vorteil und Nachteil, daß niemand genau weiß, was er meinte – und die meisten danach so klug sind wie zuvor.
Die Webseite des Bistums Basel veröffentlichte das Interview von Bischof Kurt Koch im Wortlaut
Die Webseite des Bistums Basel veröffentlichte das Interview von Bischof Kurt Koch im Wortlaut
(kreuz.net, Basel) Am Freitag sprach Bischof Kurt Koch von Basel mit der antikirchlichen Regionalzeitung ‘Neue Luzerner Zeitung’ über das Meßopfer.

Das Interview ist auf der Webseite des Bistums Basel nachgedruckt.

Bischof Koch erklärte, daß die Kirche im Gegensatz zu den Protestanten nicht vom Abendmahl sondern von der Eucharistie rede.

Denn diese sei nicht eine bloße Erinnerung an das Letzte Abendmahl.

Mons. Koch definiert das Meßopfer etwas langatmig als „das große Dankgebet der Kirche für die Gegenwart Jesu Christi und seiner Ganzhingabe, seines Leibes und Blutes für uns Menschen.“

Indem Christus uns seinen Leib in der Eucharistie schenke, forme er uns zugleich zu seinem Leib, der die Kirche ist.

Die eucharistischen Gaben würden „vom auferstandenen Christus derart in Anspruch genommen, daß sie von innen her verwandelt werden und Christus in ihnen sich selber geben kann“.

Das sei ein metaphysisches und kein chemisches Geschehen: „Die Kirche hat nie eine stofflich-materielle Umwandlung gelehrt. Das wäre Umfunktionalisierung. Es geht aber um Wesensverwandlung.“

Zur Frage, was das bedeute, bringt Mons. Koch einen Vergleich: Liebende Menschen teilten in geschenkten Zeichen ein Stück ihrer selbst mit. Doch kein Mensch könne sich in einem Zeichen ganz ausdrücken:

„Dies kann nur der auferstandene Christus, der sich mit den eucharistischen Gaben so sehr verbindet, daß er sich selber in ihnen schenkt.“

Deshalb glaubten Katholiken an die bleibende Gegenwart und beteten das Allerheiligste an.

Keine Rede von Vollmachten und „in persona Christi“

Zur Frage, warum nur Priester die Messe feiern können, sagte Mons. Koch, daß der Geistliche dafür „bürgt, daß die Eucharistie feiernde Ortsgemeinde mit allen eucharistischen Gemeinden auf der ganzen Welt verbunden ist“.

Die Gemeinde könne sich die Eucharistie nicht selber geben, sondern müsse sie von Christus her als Geschenk empfangen – „freilich durch Vermittlung der Kirche“.

Es ist Golgotha. Punkt

Auf Nachfrage erklärte Mons. Koch, daß das Meßopfer – im Unterschied zum protestantischen Abendmahl – „für uns die sakramentale Vergegenwärtigung der Lebenshingabe Jesu am Kreuz sei, aber im Licht seiner Auferstehung. Eucharistie und Kreuz gehören unlösbar zusammen.“

Christus habe beim Letzten Abendmahl in einer Zeichenhandlung vorausgenommen, was sich dann am Kreuz „zugetragen“ habe: „das Verströmenlassen seiner Liebe für uns“.

Das Meßopfer wäre ohne Kreuz „eine Währung ohne Deckung“: „Kreuz ohne Eucharistie könnte die Heilsbedeutung des Kreuzes nicht sichtbar machen.“

Die Eucharistiegemeinschaft mit den Protestanten bezeichnet Mons. Koch als „das Ziel aller ökumenischen Bemühungen“.

Die Interkommunion sei problematisch, weil „eine noch nicht vorhandene Realität“ vorzeitig vollzogen werde.
      
7 Lesermeinungen
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#8   SignumSalutis   01:16:40 | Sonntag, 22. November 2009
Bischof Koch: prima!
Mr. Schuh: Sie mögen es sich nicht vorstellen können, ich bin fest davon überzeugt: für SIE ganz persönlich geschieht dies Sonntag für Sonntag, für SIE ganz persönlich hat Gott sich hingegeben und gibt sie weiter hin.
Das Großartige daran wird leider auf dieser Page durch Tradi-Opfer-Sadomasochisten verstellt: es ist nicht, „dass Blut fließt“, es ist, dass im Geschehen von Kreuz und Auferstehung, das wir im Eucharistischen Mahl feiern, Gott durch seinen Sohn uns ganz und gar berührt.
Die Worte von Bischof Koch sind ausgezeichnet. Er scheint ohnehin ein Hirte mit spiritueller Ausstrahlung zu sein, auf einem Bischofssitz, der „heiß“ ist. Für solche Hirten dürfen wir Gott danken.
SignSal
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#7   Josefus   16:35:02 | Samstag, 21. November 2009
Eine Sau nicht – da haben Sie Recht
Eine Sau vielleicht nicht, aber eben Menschen, darunter auch reife, weise Frauen.
Und Wein zum Saufen gibt es schon mal gar nicht und normaler Weise auch so gut wie nie zum Kommunizieren, weil der Leib Christ ausreicht. Der gewandelte Wein nimmt in aller Regel nur der Priester zu sich, übrigens in sehr kleinen Menge, vermischt mit Wasser, in der neuen Messe oft noch sogenannte Kommunionhelfer.
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#6   Hans im Glück   16:34:16 | Samstag, 21. November 2009
Herrenschuuh, dass Sie sich nicht dafür interessieren,
ist Ihre Sache, aber wenn Sie deswegen über Menschen, die etwas aus ihrer Sicht unverständliches tun, in solch verächtlicher Weise urteilen weist Sie als Mensch aus, der mit einem selbstherrlichen Ego ausgestattet ist. In Ihre Hände möchte ich niemals fallen!
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#4   Tridentinus   14:16:56 | Samstag, 21. November 2009
Ich find das Interview auch gut
Glaubenstreue bedeutet ja nicht stereotype Wiederholung von Katechismusantworten. Diese sind natürlich richtig. Ihr Inhalt muß aber auch in ausführlichere Worte gekleidet werden dürfen. Das ist hier in einer Weise geschehen, die durchaus gelungen ist. Wenn „traditionalistische Theologen“ da nicht mitreden wollten oder könnten, wären die Gespräche mit Rom sinnlos für alle Beteiligten!
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#3   Josefus   13:25:09 | Samstag, 21. November 2009
Anfrage
Wenn man viele Jahre lang die neue Messe besuchte, findet man die Worte gar nicht so schlecht und wäre froh gewesen, man hätte wenigstens die hl. Messe so erklärt bekommen. immerhin scheint es der zum Teil auch gelungene Versuch, das Mysterium der „Eucharistie“ glaubenstreu zu erklären.
Wenn man aber zur Tradition der Kirche gefunden hat, dann fragt man sich schon, warum so umständlich.
Aufflällig ist jedenfalls, dass das Wort Opfer gemieden wird.
Bei dem Satz:
„Kreuz ohne Eucharistie könnte die Heilsbedeutung des Kreuzes nicht sichtbar machen.“ fragt man sich, ob das nicht zu wenig ist und vielleicht auch nicht ganz korrekt. Müsste es nicht eher heißen, dass die Eucharistie auf eher unsichtbare Weise die Gnadenströme des Kreuzestod wirklich zu vermitteln vermag?
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#2   jolieecht   11:43:39 | Samstag, 21. November 2009
umständlicher gehts kaum
denkt sich
der
freche
jolie
inc.
cousine
:-(
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#1   Gotthard   11:34:20 | Samstag, 21. November 2009
gutes Interview
dies ist ein sehr gutes Interview – klar und verständlich in der Sprache.
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Es wurde eine Lesermeinung von der Redaktion entfernt
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