Protestantismus
Hurrahgebrüll für Unterhosen-Reformer
Zeitgleich dreht und wendet sich der altliberale Wiener Kardinal wie ein Huhn im Party-Grill.
Kardinal Schönborn bei der Pressekonferenz nach der Herbstvollversmmlung der Bischofskonferenz
Kardinal Schönborn bei der Pressekonferenz nach der Herbstvollversmmlung der Bischofskonferenz
© Henning Klingen, Pressebild Katholisch.at
(kreuz.net) Am Freitag konnte der Journalist Dietmar Neuwirth seine Begeisterung in der Wiener Tageszeitung ‘Die Presse’ nicht länger zurückhalten.

Neuwirth ist ein österreichischer Antikirchen-Schreiber.

Sein Bejubelungs-Objekt war der angegraute Herbert Kohlmaier (74).

Kohlmaier gehört zur B-Prominenz der dekadenten Abtreibungs- und Homo-Partei ÖVP. Als Pensionistenbeschäftigung spielt er zur Zeit gerade den altliberalen Kirchenreformer.

Neuwirth feiert ihn wie den Kaiser von China: „Herbert Kohlmaier ist multipler Ex. Ex-Volksanwalt, Ex-VP-Generalsekretär, Ex-Chef des ÖAAB etc. etc.“

Jetzt werde er von der Unzufriedenheit über eine sogenannte „Reformverweigerung“ in der Katholischen Kirche umgetrieben.

Reformverweigerung? Meint Neuwirth damit die immer noch ausstehende Erneuerung der Heiligen Beichte und des Sonntagsgebotes, die Eliminierung kirchenfeindlicher Bischöfe und Priester oder die eindeutige kirchliche Verteidigung der Ungeborenen?

Neuwirth läßt seine Leser ohne Antwort. Dafür triumphiert er, daß Kohlmaier am vergangenen Donnerstag einen – ansonsten kaum bemerkten – „Triumph“ gefeiert habe.

Es sei ihm gelungen, „verstreut, unkoordiniert und fast schon sympathisch unprofessionell agierende Reformbewegungen zu einen.“

Dabei habe sich Kohlmaier „zum Retter nicht gerade des Abendlandes, aber zumindest der Kirche aufgeschwungen“.

Neuwirth betont, daß das Kohlmaier-Grüppchen die gleichen Forderungen erhob, die der altliberale Kardinal Christoph Schönborn bei einem von ihm im Stephansdom einberufenen Delegiertentag hören konnte.

Der Journalist erinnert auch daran, daß der altliberale Kardinal bei dieser Gelegenheit versicherte, die altliberalen Unterhosen-Anliegen eilig nach Rom zu tragen.

Dazu erklärt Neuwirth: „Die Geister, die er öffentlich rief, wird er nicht los.“

Dann rupft er – etwas zusammenhanglos – mit dem Kardinal noch ein Hühnchen und weist nach, daß dieser es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt.

In der Formulierung Neuwirths: „Wie schwer hohen Würdenträgern der Umgang mit Öffentlichkeit fällt, hat jüngst ein Vorfall gezeigt.“

Kardinal Schönborn wurde bei einer Pressekonferenz „vor schütter besetzten Reihen“ zu seinen Eröffnungsworten am Wiener Delegiertentag befragt – insbesondere zur Aussage, daß die Kirche von Liebgewordenem Abschied nehmen müsse.

Er antwortete: „Ich habe gesagt, daß keine Pfarre aufgegeben wird. Ich weiß nicht, ob das in Zukunft wirklich möglich sein wird. Wir müssen bereit sein, das eine oder andere aufzugeben, vielleicht auch die eigene Gemeinde, die sich in ein Größeres hineinfügen muß.“

Nachdem ‘Die Presse’ diese Worte veröffentlicht hatte, ließ der Kardinal ein Email an Mitarbeiter formulieren, wo von „Fehlzitaten“ – Neuwirth wundert sich über diesen Ausdruck – geredet wird.

In der Erzdiözese werde „grundsätzlich“ keine Pfarrei aufgegeben – sagt der Kardinal jetzt plötzlich.

Neuwirth interpretiert das Lavieren des Prälaten so: „Offenbar waren Proteste der Pfarrer dem Kardinal zu laut geworden.“

Dann stellt er die Frage: „Wer weiß, zu welchen Wendungen Kardinal Schönborn fähig ist, wenn die Rufe nach Reformen eine gewisse Schmerzgrenze überschreiten?“
      
11 Lesermeinungen
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#19   feuerwehr   21:16:22 | Dienstag, 24. November 2009
Vorsicht – Wiener
Kein Grund zur Aufregung! Bitte die „Jubelmeldung“ nicht wörtlich nehmen! Dietmar Neuwirth ist ein Wiener – hier zu Lande ist es üblich, die Dinge nicht direkt anzusprechen, sondern mit einer (uns) eigenen Ironie zu diskutieren. In Wien ein „Gesellschaftsspiel“. Sie müssen das Ganze „zwischen den Zeilen lesen“, dann erkennen Sie, dass zwar Kohls „Einigungsleistung“ beglückwünscht – gleichzeitig aber als Scheinsieg in Frage gestellt wird, nicht zuletzt deshalb, weil Kardinal Schönborn sich durch seine unverbindlichen Zusagen in eine jetzt prekär zu werden drohende Situation begeben hat. Seine letzte Reaktion scheint unberechenbar, auch für die Presse! Mehr steckt nicht dahinter, aber das ist spannend.
Klar, dass man diesen Artikel außerhalb Wiens falsch verstehen muss…
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#18   Exkatholisch   01:01:21 | Dienstag, 24. November 2009
Als ÖVP Mitglied…
…graust mir so etwas zu lesen. Leider hat die PArtei schon vor Jahren die Richtung verloren.
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#17   Michael Tfirst   20:43:54 | Montag, 23. November 2009
Eminenz
Schönborn hat keine einzige Zelle, in der Gott sich festhalten und wirken könnte:
…ergewaltiger.blogspot.com/
MfG
Michael Tfirst
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#16   Sefirot   16:55:50 | Montag, 23. November 2009
Lando : Mir ist nit bekannt, werter Lando, dass
Sie und ich einmal mit dem Schlitten zu Gange gewesen
sind. Weshalb haben Sie die Stirn, mich zu duzen. Ich bin doch kein Volksgenosse…! ^-^
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#14   leshandl1   15:57:25 | Montag, 23. November 2009
Miese Anpatzereien
Klar, das hier wieder einmal die dringend notwendigen Reformen in der Kirche und Leute wie Kohlmaier, die sie vertreten, miesgemacht werden. Weil das Heil ja von der – und nur von der – Pius-Sekte kommt. Dass der Kardinal es allen recht machen will, weis man ja längst, aber gerade diese windelweiche Politik nützt gar nichts. Das Kirchenvolk wird seinen Weg gehen, und die Amtskirche wird nachtölten.
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#13   noch ein Landorganist   15:16:11 | Montag, 23. November 2009
Sefirotz – längst erloschen
und du vereinigst alle drei in dir. Oder nein! Leider nur zwei – nichts sehen und nichts hören, denn plappern und faseln tust du ja leider :-S
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#12   Sefirot   14:14:51 | Montag, 23. November 2009
Die drei indischen Affen
halten Augen, Ohren und Schnabel zu… deshalb brauchen die keine Artikel, Lando, kleines Lichtchen!
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#11   noch ein Landorganist   14:11:42 | Montag, 23. November 2009
Genau!
Da Lando im Gegensatz zu Sefirotz sehen, hören, lesen und verstehen kann, will er Artikel. :)3
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#10   Sefirot   14:07:01 | Montag, 23. November 2009
Lando will Artikel…
o weh, Verum. o weh!
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#9   noch ein Landorganist   13:59:25 | Montag, 23. November 2009
Ich bitte um viel Spam
damit in der Folge hoffentlich diese schauderhafte Kommentarfunktion bald ganz verschwindet und nur noch Artikel hier stehen!
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#8   Joseph von Eichendorff   10:55:07 | Montag, 23. November 2009
Hast Du
eigentlich kein Leben, daß Du Dich hier austoben mußt?
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Es wurden 8 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
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