Das Erzbistum Bamberg stärkt dem gedemütigten Bischof von Basel den Rücken: „Wir hätten genauso gehandelt“, meint der Bamberger Generalvikar zum Fall des Polterpfarrers von Röschenz. Saudumm.
(kreuz.net, Röschenz) Der Generalvikar der Erzdiözese Bamberg ist gestern dem hilflosen Bischof Kurt
Koch von Basel zu Hilfe geeilt.
Bischof Koch mußte vor einigen Tagen in seinem Konflikt mit dem rabiaten
Seelsorger von Röschenz klein beigeben. Der Priester profiliert sich schon seit längerem mit wüsten
öffentlichen Beschimpfungen gegen den Bischof und sollte deshalb entlassen werden. Doch die Pfarrei,
die Sabo als Pfarradministrator anstellt, wußte das zu verhindern.
Diözesanbischof und Generalvikar
haben eine schreckliche Woche hinter sich.
Zuerst mußten sich beide von einem kleinen Pfarradministrator,
der nicht einmal zur Diözese gehört, wie zwei Schuljungen behandeln lassen. Dann wurden sie in der generell
sehr kirchenfeindlichen Schweizer Presse als Blödmänner und Bösewichte hingestellt.
Doch jetzt erhielt
Bischof Koch einen Trostpreis aus Deutschland. Der Generalvikar der Erzdiözese Bamberg, zu welcher Pfarradministrator
Sabo gehört, stärkt der Diözesanleitung von Basel den Rücken: „Wir hätten genau gleich gehandelt“,
zitiert die Schweizerische Depeschenagentur Generalvikar Alois Albrecht im Hinblick auf Sabos entzogener
kirchlicher Sendung.
Priester Sabo rede – so der Bamberger Generalvikar – „saudumm daher“. Seine Äußerungen
seien „purer Populismus“ und außerhalb des kirchlichen Gehorsams: „So kann ein Priester nicht sprechen.“
Der in der Erzdiözese Bamberg in Nordbayern inkardinierte Franz Sabo ist erst seit 1998 in Röschenz
als Pfarradministrator tätig. Röschenz befindet sich in der Nordschweiz bei Basel. Kirchlich gehört
die Pfarrei zum Bistum Basel.
Der Pfarradministrator war in der Vergangenheit verschiedentlich mit wüsten
Beschimpfungen gegen die kirchliche Lehre und den Bischof von Basel an die Öffentlichkeit getreten.
Endloses Zureden fruchtete nicht. Darum beschloß der Bischof, den verstockten Priester zu entlassen.
Das geschah mit ausdrücklicher Zustimmung von Sabos Heimatbischof, Mons. Ludwig Schick.
Doch am Dienstag
stellte sich die Kirchgemeinde von Röschenz in einer außerordentlichen Versammlung wie eine Mauer hinter
Franz Sabo. Man werde seine Entlassung durch den Basler Bischof, Kurt Koch, nicht akzeptieren und Sabo
weiterhin anstellen.
Am Tag darauf ließ der Generalvikar des Bistums Basel verlauten, daß die Bistumsleitung
zu diesem Beschluß keine Stellung nehmen werde, solange sie von der Kirchgemeinde Röschenz nicht offiziell
benachrichtigt worden sei.
Die Nachricht aus Röschenz traf am gestrigen Freitag beim Bischof ein. Darin
erklärt die Pfarrei dem Oberhirten den Tarif.
Jetzt bleibt dem Bischof von Basel und seinem Generalvikar
noch eine letzte Hoffnung: daß der Konflikt in Röschenz einschläft und man sich darauf einigen kann,
so zu tun, als ob nichts geschehen wäre.
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Einseitigkeit des Berichts Nicht erwähnt wird im Artikel von kreuz.net, dass sich das „Genau so handeln“
des Bistums Bamberg auf den Entzug der „missio canonica“ bezieht, wie dies Bischof Koch gegenüber Pfr.
Sabo angekündigt hatte. Im Artikel entsteht der Eindruck, genau so handeln heiße „nicht handeln“, d.h.
sich einfach zur faktischen oder angeblichen Machtlosigkeit des bischöflichen Dienstes gegenüber einem
Pfarrer, der die kirchliche Einheit zerstört, zu bekennen.