11:03:56 | Mittwoch, 9. Dezember 2009
Jetzt schießen sich die kirchenfeindlichen Züricher Kirchensteuer-Bürokraten auf den designierten neuen Churer Weihbischof ein.

Weihbischof Marian Eleganti auf dem Pressebild des Bistums Chur
(kreuz.net) Nach der Ernennung von
Abt Marian Eleganti zum Churer Weihbischof und regionalen Züricher
Generalvikar sind die Bonzen der Kirchensteuer-Parallelstruktur im Kanton Zürich sauer.
Die Züricher
Parallelstruktur besteht aus einem 105-köpfigen Parlament, das sich „Synode der Katholischen Kirche im
Kanton Zürich“ nennt und eine neunköpfige „Zentralkommission“ als Exekutiv-Organ wählt.
Die beiden
Gremien kontrollieren die üppigen Kirchensteuer-Einnahmen. Ihnen gegenüber fungiert der Bischof von
Chur wie ein machtloser repräsentativer Monarch.
Diese schwache Position ist seit der bedingungslosen
Kapitulation von Papst Johannes Paul II. († 2005) im Konflikt um den damaligen Bischof von Chur, Mons.
Wolfgang Haas, noch zusätzlich geschwächt worden.
Sie fühlen sich provoziertGestern erklärte der
Jurist Benno Schnüriger – Präsident der „Zentralkommission“ – dem Bischof und seinem designierten Weihbischof
den Tarif.
Vor der Zürcher Regionalzeitung ‘Landbote’ sagte er, ohne seine Worte abzuwägen:
„Für
die staatskirchenrechtlichen Organe des Kantons Zürich kommt das Vorgehen [bei der Ernennung von Weihbischof
Eleganti] einer Provokation gleich.“
Vor dem antikirchlichen Züricher Blatt ‘Tages-Anzeiger’ setzte
er noch eins drauf: Er habe den designierten Weihbischof an der Medienkonferenz vor allem „wortreich“
erlebt.
Wer Ohren habe zu hören, müsse annehmen, daß er zum Beispiel an der – kirchlich verbotenen –
„Laienpredigt“ keine Freude habe.
Etwas seriöser gab sich Schnüriger vor der seriöseren ‘Neuen Züricher
Zeitung’: „[Weihbischof] Marian Eleganti scheint mir jemand zu sein, der viel nachdenkt. Er wirkt sehr
überlegt.“
Doch auf die Frage nach seiner Reaktion auf die Wahl von Mons. Eleganti antwortet er: „Ich
war überrascht und fassungslos.“
Angriffe gegen Bischof Vitus HuonderVor dem ‘Landboten’ jammert Schnüriger,
daß man nicht „offen und transparent“ informiert worden sei. Es ist allerdings einen Tatsache, daß vertrauliche
Informationen von seinem Gremium regelmäßig an kirchenfeindliche Medien weitergeleitet werden.
Trotzdem
heult Schnüriger: „Damit hat der Bischof einmal mehr gegen seine eigenen
Grundsätze der Gesprächskultur
im Bistum Chur verstoßen.“
„Bischof Vitus ist für uns kein verläßlicher Partner“ – ergänzt er vor
dem ‘Tages-Anzeiger’.
Die Dekane des Kantons Zürich hätten dem Churer Bischof „mehrere Vorschläge“
für die Ernennung des Weihbischofs unterbreitet.
Die Ernennung des Weihbischofs durch den Papst bezeichnet
Schnüriger als „alleinigen Entscheid“ des Bischofs.
Die Wahl eines Ordensmannes nennt er vor der ‘Neuen
Züricher Zeitung’ ein „Mißtrauensvotum des Bischofs gegenüber seinem Klerus“, weil es „nicht gelungen
ist, einen Diözesanpriester zum Weihbischof zu machen.“
In Wahrheit haben die Züricher Kirchensteuer-Gremien
erst im März 2008, die Ernennung eines Diözesanpriesters zum Weihbischof
verhindert.
Zahllose Drohbotschaften
Besonders skrupellos ist Schnürigers Antwort auf den Einwand der ‘Neuen Zürcher Zeitung’, wonach Mons.
Eleganti bei undiskutierbaren Themen wie Kinderschlachtung oder Euthanasierung angeblich „sehr konservative
Positionen“ vertrete.
Die drohende Antwort des Kirchensteuer-Bonzen: „Wenn er sich in wichtigen ethischen
Fragen wirklich auf eine sehr konservative Haltung versteift, dann kann ich nur auf seine Einsicht hoffen –
auf seinen Willen, gewisse Punkte zu überdenken. Sonst wird es schwierig“ – droht er.
Ob die Konsekration
des Weihbischofs glatt über die Bühne gehen wird, ist noch unklar.
Auf die Frage, ob „wieder Ruhe einkehren
werde“ erklärt Schnüriger vor dem ‘Landboten’, daß sich der designierte Weihbischof „gesprächsbereit“
zeige.
„Das sind wir natürlich auch“ – behauptet Schnüriger und setzt hinzu: „Wir sind aber keine unmündigen
Lämmer, die einfach stumm hinter dem Hirten nachlaufen.“
Deutlicher wird er vor der ‘Neuen Züricher
Zeitung’ auf die Frage, ob ein „zweiter Fall Haas“ vorgesehen sei und die Kirchensteuer-Gremien die Züricher
Bistumsbeiträge sperren wollen.
Die Zentralkommission und die Synode hätten noch keine entsprechenden
Beschlüsse gefaßt – antwortet Schnüriger: „Wir diskutieren die Situation zuerst – aber ich denke, daß
es Stimmen gibt, die das fordern.“
Unklare Kompetenz-AbgrenzungenDer Konflikt ist allerdings vorprogrammiert.
Denn Weihbischof Eleganti soll „regionaler Generalvikar“ in Zürich werden.
Gleichzeitig behält der
altliberale Wunschkandidat der Kirchensteuer-Gremien, Bischofsvikar Josef Annen, die Personalverantwortung
in diesem Bistumsgebiet.
Bisher hat sich Bischofsvikar Annen vor der Presse zu dem Weihbischof eher konziliant
geäußert.
Doch in Zürich befürchtet oder wünscht man, daß die unklare Kompetenzaufteilung zwischen
Weihbischof und Bischofsvikar „sehr konfliktträchtig“ sein könnte.
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.