Ernennungen
Wird ein Deutscher neuer Erzbischof von Brüssel?
In Belgien wird damit gerechnet, daß der altliberale Kardinal Godfried Danneels in wenigen Wochen abgelöst wird.
Der altliberale Bischof Aloys Jousten (72) von Lüttich
Der altliberale Bischof Aloys Jousten (72) von Lüttich
© Lothar Klinges, CC
(kreuz.net) Der altliberale Bischof Aloys Jousten (72) von Lüttich soll „große Chancen“ haben, Nachfolger von Godfried Kardinal Danneels (76) und neuer Erzbischof von Mecheln-Brüssel zu werden.

Das berichtete die belgische Webseite ‘rtlinfo.be’ am 10. Dezember mit Bezug auf die flämisch katholische Wochenzeitung ‘Tertio’.

Die Stadt Lüttich hat 195.000 Einwohner und ist das kulturelle Zentrum der wallonischen – französischsprachigen – Region Belgiens.

Bischof Jousten wurde in der 8200-Seelen Stadt Sankt Vith im äußersten Osten der Provinz Lüttich an der deutschen Grenze geboren. Die Stadt gehört zur deutschsprachigen Gemeinschaft des Landes.
Seine Kindheit verbracht Mons. Jousten in der deutschsprachigen 5300-Seelen-Nachbargemeinde Amel.

Der spätere Bischof wurde im Jahr 1962 zum Priester geweiht. Im Jahr 1966 promovierte er an der Katholischen Universität Löwen in Moraltheologie zum Thema: „Die globale Zielsetzung des industriellen Unternehmens“.

Von September 1964 bis Juni 1975 unterrichtete er am Priesterseminar in Lüttich Moraltheologie.

Im Jahr 1975 übernahm er die Schulleiter des bischöflichen Gymnasiums Heidberg-Instituts in der deutschsprachigen Stadt Eupen.

Von 1970 bis 1985 war er gleichzeitig Sonntagskaplan in der deutschsprachigen 5300-Seelen-Gemeinde Amel.

1985 wurde er Dechant von Sankt Vith und Bischofsvikar für das deutschsprachige Gebiet des Bistums Lüttich.

1990 übernahm er das Amt des Dechanten von Eupen.

Als Nachfolger von Kardinal Danneels wäre Mons. Jousten nach Presseberichten ein Übergangskandidat, der die Übernahme dieses Amtes durch Bischof Johan Bonny (54) von Antwerpen vorbereiten würde.

Im Augenblick würde eine Wahl von Mons. Bonny dem ungeschriebene Gesetz widersprechen, daß der Erzbischof von Brüssel abwechselnd aus dem flämischen und aus dem wallonischen Landesteil stammt.

Mons. Jousten gilt nach Angaben von ‘rtlinfo.be’ als „ideale Mittlergestalt“. Er kann auch perfekt Deutsch, Flämisch und Französisch.

Vor der ostbelgischen Tageszeitung ‘Grenzecho’ erklärte Mons. Jousten, daß er über die Spekulationen seiner Ernennung nach Brüssel „nur lachen“ könne:

„Erst mal muß man die Fähigkeiten für den Posten haben, und außerdem bin ich zu alt für das Amt.“

Er traue dem Papst zu, daß er eine bessere Wahl treffe.

Mit einer Entscheidung über die Nachfolge von Kardinal Danneels rechnet Mons. Jousten Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres: „Denn alles deutet daraufhin, daß der Kardinal bald aufhören wird.“
      
23 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#27   Jörg Guttenberger, Köln   23:24:18 | Dienstag, 5. Januar 2010
Erzbischof von Brüssel
Die Ernennung eines 72-jährige Kandidaten zum Erzbischof wäre glatte Ironie, schon alleine wegen des traditionellen Wechsels zwischen Flandern und Valonien.
Auch für den Kandidaten wäre es eher ein Witz, eine solches Amt des Hauptstadt-Erzbischofs für drei Jahre zu übernehmen, denn kaum hätte er sich eingearbeitet, müßte er schon gehen.
Redaktion benachrichtigen
#26   Mighty Counsellor †   01:50:32 | Donnerstag, 17. Dezember 2009
Seht Ihr denn nicht, dass der Terminus „altliberal“
völlig lächerlich ist?
Redaktion benachrichtigen
#25   wickerl   20:33:46 | Dienstag, 15. Dezember 2009
Konzil
Der eine Altliberale geht, der andere kommt, wie damals 2005 in Linz, die Absetzung von Aichern war ein Schaden für die Kirche, die Ersetzung von Ferdinand Kaineder in Linz durch Frau Cakl- Eder ist so heilsam als wenn man Bischof Aichern durch Bischof Schwarz ersetzt ,und der letztlich beförderte Kaineder ist jetzt so richtig auf die Menschen in den Ballungsgebieten losegelassen.
Eine Personalpolitik als ob die Hölle los wäre. Der Abgang von Kardinal Daneels ist kein Grund zur Freude, es wird noch schlechter werden. Sie alle, insbesondere Johannes Paul, sind dem Konzil viel zu sehr verhaftet, sie verdrängen die Tatsache dass das Konzil sehr viel Böses heraufbeschwor.
Redaktion benachrichtigen
#24   Theologicus Haereticus   16:09:18 | Montag, 14. Dezember 2009
Samurai – Ein wenig Geographiekenntnisse sind zuweilen nützlich!
Das Kleine Walsertal liegt eindeutig in Österreich, ist aber per Kfz. so gut wie ausschließlich über deutsches Hoheitsgebiet zun erreichen. Hier galt bis zur EURO-Einführung deutsches Währungsrecht. Die Behörden unterstehen der Republik Österreich.
Redaktion benachrichtigen
#23   hieronymus333   15:37:01 | Montag, 14. Dezember 2009
Die Augsburger wären dankbar, wenn
jemand Mixer ins Gespräch als Nachfolger brächte.
Redaktion benachrichtigen
#22   cum te   14:56:43 | Montag, 14. Dezember 2009
Kann sein.
Dann amtiert „der Deutsche“ ca. vier Jahre, bis Danneels über 80 ist; und erst der nächste wird wieder Kardinal.
Redaktion benachrichtigen
#21   Lycobates   12:58:32 | Montag, 14. Dezember 2009
Mecheln
@noch ein Landorganist
ein 72-Jähriger soll einen 76-Jährigen ablösen.
Was für ein Quatsch. Die sind doch eigentlich die selbe Generation.
Nicht nur das. Beide Priester (ich kenne leider beide) sind auch überzeugte V-II-Anhänger und haben den selben modernistischen (Un-)Glauben, mit einem besondern Penchant zur liturgischen „Erneuerung“.
Im Grunde genommen ist es so ziemlich egal, wer nach Suenens und Danneels der dritte V-II-„Bischof“ von „Mecheln-Brüssel“ wird.
Der letzte rechtgläubig-katholische Erzbischof von Mecheln (die Umformung „Mecheln-Brüssel“ datiert von 1961) war Kardinal Jozef-Ernest van Roey (1874-1961), 35 Jahre lang, seit 1926, ohne vorzeitigen Zwangsruhestand.
Daß das schon lange her ist, sieht jeder, der schon einmal eine Brüsseler Kirche besucht hat (wenn er sie offen findet).
@Theologicus Haereticus
Die deutschsprachigen Bürger in den belgischen Ostkantonen sind tatsächlich Deutsche. Ihre Nationalität ist Deutsch; ihre Staatsangehörigkeit Belgisch. Das ist der feine Unterschied.
Hier haben Sie recht; nur können viele mit dem rechtlichen Unterschied der Begriffe „Nationalität“ und „Staatsbürgerschaft“ anscheinend nicht viel anfangen.
Redaktion benachrichtigen
#20   Samurai   12:45:26 | Montag, 14. Dezember 2009
@Theologicus
Hm, Du könntest recht haben, wobei ich zu Belgien nicht viel sagen kann, weil ich mich nicht ausreichend auskenne.
Aber das Kleinwalsertal liegt z.B. in Südtirol, ist deutschsprachig und gehört – was die Nationalität betrifft – meines Wissens zu Italien.
Redaktion benachrichtigen
#19   Mighty Counsellor †   12:36:20 | Montag, 14. Dezember 2009
Posten im Leserforum
„Erst mal muss man die Fähigkeiten für den Posten haben, und ausserdem bin ich zu alt für das Amt.“
Ich dachte, es hiesse:
„Erst mal muss man die Fähigkeiten für das Posten haben, und ausserdem bin ich zu alt für das Amt.“
Redaktion benachrichtigen
#18   noch ein Landorganist   12:33:10 | Montag, 14. Dezember 2009
4 Jahre
ein 72-Jähriger soll einen 76-Jährigen ablösen.
Was für ein Quatsch. Die sind doch eigentlich die selbe Generation.
Wie wär’s mal mit frischem jungen Blut von der Traditionalistenseite für den Saftladen da? :)3
Redaktion benachrichtigen
#17   Mighty Counsellor †   12:29:57 | Montag, 14. Dezember 2009
Non per analogiam: Schuhverkäufer bastelt ein Minarett aus wetterfestem Pappmaché
„Auf dem Dach seines Gebäudes in Bussigny bei Lausanne (Kanton Waadt) hat ein Geschäftsmann ein Minarett errichtet. Damit will er gegen das umstrittene Ergebnis der Schweizer Volksabstimmung zum Minarett-Verbot vom 29. November protestieren. Gleichzeitig soll es ein Zeichen des Friedens und der Toleranz gegenüber den Muslimen sein.“
Dies berichtet die Website diepresse.com, die auch für elektronische Konkubinats-Verkuppelung (www.parship.at) Werbung macht.
„In der Schweiz gibt es keine Probleme mit den Muslimen. Aber mit der Abstimmung haben wir ein Problem geschaffen“, sagte Guillaume Morand, Chef einer Schuhkette. Mit dem Minarett wolle er nicht provozieren. „Es ist lediglich eine Botschaft des Friedens“, erklärte er.
Dies berichtet die Website weiter.
Eine Botschaft des Friedens? Eine als Irrtum getarnte Polemik!
Lieber Herr Schuhverkäufer, haben Sie noch nicht begriffen, dass der Verbot des Minarett-Neubaus einerseits und eine infame Ablehnung des Islames oder sogar der islam-gläubigen Mitmenschen andererseits
N I C H T
D A S S E L B E
sind?
Redaktion benachrichtigen
#16   Franz Kappes   12:25:27 | Montag, 14. Dezember 2009
Sie fliegen wieder
Die Germanen lassen wieder die Vögel steigen.
Redaktion benachrichtigen
#15   Theologicus Haereticus   12:01:17 | Montag, 14. Dezember 2009
Signum Salutis – Widerspruch!
Die deutschsprachigen Bürger in den belgischen Ostkantonen sind tatsächlich Deutsche. Ihre Nationalität ist Deutsch; ihre Staatsangehörigkeit Belgisch. Das ist der feine Unterschied.
Bischof Jousten ist also durchaus Deutscher, und wie fast alle deutschsprachigen Bürger Belgiens spricht er Französisch, Niederländisch und Deutsch. Nicht nur sein Studium an der Katholischen Universität Löwen ( offiziell: „Katholieke Universiteit Leuven“), der größten und bedeutendsten der europäischen katholischen Universitäten, und seine Promotion dort qualifizieren ihn für das hohe Amt.
Redaktion benachrichtigen
#14   Mighty Counsellor †   11:56:20 | Montag, 14. Dezember 2009
Konstantin, der göttliche Princeps
„'… Keinen Weihrauch, kein Opfertier, kein Feuer, kein Trankopfer hatte er dabei. Denn das war nicht erlaubt (ou gar exèn)’ (Libanius, Oratio 14,41). All das war verboten worden, spätestens seit 341 als Constantinus das entsprechende Gesetz erlassen hatte. ‘Weichen soll der Aberglaube, der Wahnsinn des Darbringens von Opfern soll beseitigt werden’ (Codex Thedosianus 16,10,2). Er beruft sich dabei auf ein Gesetz des göttlichen princeps, des grossen Konstantins, des Konstantin, den sein Biograph Eusebius als toleranten Beter für das Wohlergehen aller seiner Untertanen, der Christen wie der Nicht-Christen darzustellen scheint.“
(Quelle: W. Geerlings, R. Ilgner (ed.), Monotheismus. Skepsis. Toleranz. Eine moderne Problematik im Spiegel von Texten des 4. und 5. Jahrhunderts, Fontes Christiani. Studien, Turnhout: Brepols Publishers, 2009, S. 184)
Quizfrage: Woran erinnert dieser Text?
:-O
Redaktion benachrichtigen
#13   Regina 1961   11:54:06 | Montag, 14. Dezember 2009
Schon wieder wirde sich das Maul zerrissen…
… über einen Mann, den hier im Forum wahrscheinlich niemand kennt. Die zuständigen +.net Redakteure bestimmt nicht.
Regina
Redaktion benachrichtigen
#12   Samurai   11:52:41 | Montag, 14. Dezember 2009
Signum…
immerhin sind die Schweizer in den deutschsprachigen Regionen auch Schweizer und nicht Deutsche.
Ein Grund, warum so mancher Frere Roger, der aus der Nähe von Grenoble stammte, für einen Franzosen hielt.
Redaktion benachrichtigen
#11   r.ruhrgebietler   11:51:32 | Montag, 14. Dezember 2009
SignumSalutis – geigenmeister!
ich erfinde doch das rad nicht neu (wie z.b. die v-ii-deppen!)
Ich habe seit meinem Wirken hier auf +.net durch Glaubenstreue geglänzt! Mit Hinweisen auf Heilige, die Vorbild für den Klerus sind und immer bleiben werden. Obgleich sich der Klerus selbst schon im Himmel wähnt und Gott selbst seit luther als lieben alten Mann in die Ecke gestellt hat. Das bezeugen auch ihre dümmlichen Ansichten. Die Seelen für den Himmel zu gewinnen, daß ist das oberste Ziel meines Wirkens auf +.net. Gegen jede V-II-Häresie! Und gegen jeden Versuch die Tradition und den unverkürzten Glauben an Jesus Christus zu unterminieren.
ps. cic etc et al sind reines Menschenwerk. Die Hölle ist voll Seelen, die zu Lebzeiten als Mensch guten Willens waren!
Redaktion benachrichtigen
#10   SignumSalutis †   11:34:24 | Montag, 14. Dezember 2009
Bischof …?
:-[ Die Hohlkopfmannschaft von ketz.net wieder am Werk! Weil jemand deutsch spricht, ist er noch kein „Deutscher“ der Nationalität nach. Die Bürger von Eupen-Malmedy sind echte Belgier!
Es müsste gravierend schlimm sein, sollte tatsächlich ein 72jähriger Erzbischof dort werden: damit er in drei Jahren seinen Ruhestand einreichen muss? Drollige Vorstellung!
@ Kohlenpott: schön, dass der Bischof von Lüttich von IHNEN lernen muss, wie ein Priester zu leben hat. Sie haben hier ja in der Vergangenheit nicht durch Kompetenz geglänzt.
Eine segensreiche Adventszeit noch allen!
SignSal
Redaktion benachrichtigen
#9   Franz Kappes   11:31:18 | Montag, 14. Dezember 2009
@chaoskathole
Nicht falsch zu verstehen. Mehr gerne per PN.
Redaktion benachrichtigen
#7   Franz Kappes   11:20:48 | Montag, 14. Dezember 2009
@chaoskathole
Was sagt 1917?
Redaktion benachrichtigen
#5   r.ruhrgebietler   11:03:43 | Montag, 14. Dezember 2009
chaoskathole:
:-) ist das so? :-)
Redaktion benachrichtigen
#2   r.ruhrgebietler   10:51:52 | Montag, 14. Dezember 2009
man schenke ihm
ein Buch über den Heiligen Pfarrer von Ars.
Zum genauesten Studium über das Wesen eines guten Pfarrers.
Redaktion benachrichtigen
#1   Hans im Glück   10:47:51 | Montag, 14. Dezember 2009
Die Gerüchteküche von kreuz.net
brodelt wieder. :-@
Redaktion benachrichtigen
Es wurden 4 Lesermeinungen von der Redaktion entfernt
Weiterlesen:
ErnennungenIm Theologiestudium hat er auch viel Unsinn gehört ErnennungenNeuer Weihbischof in Chur ErnennungenJetzt ist es offiziell ErnennungenMorgen wird der neue Bischof von Essen ernannt ErnennungenGeht der Bischof von Regensburg nach Rom? ErnennungenDie Fassaden-Restauration geht weiter ErnennungenDie verbrecherische Tat des Bischofs ErnennungenEin ehemaliger Wasserball-Spieler ErnennungenPassend: Bischofsweihe im lutherischen Dom ErnennungenWer ist der Neue? ErnennungenDer Skandalbischof wurde ernannt ErnennungenErzbischof Ranjith ist weg ErnennungenNoch ein altliberaler Hoffnungsträger? ErnennungenIn Helsinki mehren sich die Gerüchte ErnennungenWurde er abserviert?
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net