Eucharistie
Die Hostie ist zurück – die Verwunderung bleibt
Die konsekrierte Hostie, die von einer Papstmesse in einer Internet-Auktion landete, wurde nicht verkauft. Der Hostienschänder habe seinen Schritt bereut und die Hostie der Kirche zurückgegeben.
(kreuz.net, Sioux City) Der Verkauf der versteigerten Hostie, die 1998 während einer Papstmesse gestohlen wurde, konnte verhindert werden. Das berichtete die Diözese Sioux City. Die Stadt Sioux City befindet sich im US-Bundesstaat Iowa – im Zentrum der USA. Der Hostienverkäufer, der selber nicht katholisch ist, stammt aus dem Gebiet der Diözese. Das Bistum hatte sich mit ihm in Verbindung gesetzt.

Der Bischofssitz von Sioux City ist seit Januar 2004 vakant. Die Diözese wird seitdem interimistisch von einem Diözesan-Administrator geleitet. Dieser gab bekannt, daß der Verkauf der Hostie verhindert werden konnte.

Beobachter schließen allerdings nicht aus, daß die Diözese den Hostienverkauf – der das Sakrileg aller Sakrilegien darstellt – herunterspielen möchte. Wegen der heute fast weltweit praktizierten Übergabe der Hostie in die Hand, ist es in der katholischen Kirche kein Problem, Hostien zu stehlen und für andere Zwecke zu verwenden. Ein erfolgreicher Hostienverkauf auf eBay würde darum wohl eine Flut ähnlicher Angebote nach sich ziehen.

Die konsekrierte Hostie wurde am 9. April zur Versteigerung angeboten. Sie fand zwei Tage später einen Kunden aus dem US-Bundesstaat Kalifornien im Westen des Landes. Dieser war bereit, für die Hostie 2000 Dollar auf den Tisch zu blättern.

Nach Bekanntwerden des Verkaufs des Allerheiligsten wurde die Diözese Sioux City mit unzähligen Briefen, Anrufen und Emails bombardiert. Die Beschwerden seien aus aller Welt eingetroffen.

Danach bemühte sich das Bistum, mit dem Hostienverkäufer in Kontakt zu treten. Der Diözesan-Administrator traf sich letzten Freitag persönlich mit ihm. Der Hostienverkäufer teilte mit, daß das Geld noch nicht überwiesen worden sei und der Verkauf nicht stattfinden werde. „Ich bin überaus dankbar“ – so Diözesan-Administrator Roger J. Augustine – „daß der Verkäufer eingesehen hat, daß es im Interesse aller Beteiligten ist, die Sache zu einem positiven Ende zu bringen.“ Die Eucharistie stelle für Katholiken die wahre Gegenwart Jesu Christi dar.

Der potentielle Verkäufer habe die Hostie zurückgegeben. Nach Angaben von Mrg. Augustine bereut er seinen Schritt zutiefst. Er habe sich bei allen, die er durch die Auktion verletzt habe, entschuldigt. Was den angeblichen spontanen Gesinnungswandel auslöste, ist nicht bekannt.

In seiner Verkaufsankündigung hatte der Hostienschänder noch vor einer Woche angekündigt, daß er nicht glaube, für den Verkauf der Hostie zur Hölle zu fahren: „Wenn mir jemand eine Nachricht schicken will, um mir das zu sagen, soll er seine Zeit nicht verschwenden. Die Nachricht wird gelöscht, noch bevor sie gelesen ist.“

Obwohl der Verkauf nicht zustande kam, rufen katholische Vereinigungen weiterhin zum Boykott des Internet-Auktionshauses eBay auf. eBay erlaube, auf dem Rücken des Glaubens Geld zu scheffeln. Die Firma solle durch Kundenausfall dafür bezahlen: „Die einzige Sprache, die eBay versteht, ist jene des Geldes.“

Eine der Geschäftsleitung von eBay nahestehende Person äußerte ihr Erstaunen über die katholische Kirche. Wenn die Hostie den Katholiken wirklich so kostbar sei – meinte die Person, die ungenannt bleiben wollte – müsse man sich wundern, warum es die Kirche möglichen Dieben so leicht mache, Hostien zu stehlen.
      
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