16:18:43 | Montag, 21. Dezember 2009
Benedikt XVI.
Der Papst erinnert sich beim diesjährigen Jahresrückblick vor allem an eines: Reisen, Reisen, Reisen. Dabei müßte er dringend die Zügel der Kirche in die Hand nehmen.

Benedikt XVI. hielt heute die traditionelle Rede vor der Römischen Kurie
(kreuz.net) Wir müssen in der heutigen Welt das Sakrament der Buße und die Versöhnung wiederfinden.
Das sagte Papst Benedikt XVI. heute in seinem Jahresrückblick vor der Römischen Kurie. Der vatikanische
Pressesaal veröffentlichte die Rede im italienischen Wortlaut.
Das Sakrament der Buße sei zu einem
großen Teil aus den grundlegenden Gewohnheiten der Christen verschwunden – bedauerte der Papst. Er sieht
darin ein Symptom für den Verlust der Wahrhaftigkeit gegenüber sich selber und gegenüber Gott.
Dieser
Verlust bringe die Menschlichkeit und die Fähigkeit in Gefahr, Frieden zu schließen:
„Die Einheit von
Schuld, Buße und Versöhnung ist eine der grundlegenden Bedingungen wahrer Menschlichkeit – Bedingungen,
die im Sakrament der Buße ihre vollständige Form erhalten, aber bereits von ihren Wurzeln her zum Menschsein
dazugehören.“
Als positives Beispiel der Versöhnung nannte der Papst die Entwicklung Europas nach dem
Zweiten Weltkrieg. Nach Kriegsende hätte die Politik den Frieden gesichert – blendete der Papst den totalen
Krieg gegen ungeborene Menschen aus.
Viel VerpufftesDer Papst erinnerte in seiner Ansprache an den
Abschluß des wirkungslos gebliebenen Paulusjahr und an das laufende Priesterjahr.
Zu seiner Afrikareise
im März nannte der Papst die damaligen Messen „authentische Feste des Glaubens“.
Bezeichnend für dieser
Messen sei ein „Sinn der Heiligkeit“ gewesen. Das Mysterium der Liebe Gottes habe jede einzelne Geste
geformt.
Die angebliche Erneuerung der Liturgie durch das Zweite Vatikanische Pastoralkonzil sei in den
afrikanischen Liturgien angeblich beispielhaft ausgedrückt.
Die Gemeinschaft der Sondersynode über
Afrika im Oktober war – so der Papst – eine praktische Erfahrung der Ekklesiologie des Konzils.
Zur Sozialenzyklika
‘Caritas in veritate’ vom Juni sagte der Papst, daß sie die Frage der theologischen Rolle und der praktischen
Anwendung der katholischen Soziallehre entwickle.
Heute könnte der Papst freier sprechen als Pius XII.
Benedikt XVI. erwähnte auch die Reise ins Heilige Land im Mai. Der Heilige Vater erinnerte an das friedliche
und respektvolle Zusammenleben von Christen und Muselmanen in Jordanien.
Er bedankte sich bei der rechtsextremen
israelischen Regierung, daß sie für seine Sicherheit sorgte und daß er zwei Massen-Messen in Jerusalem
und Nazareth feiern durfte.
Bei der palästinensischen Autorität bedankte sich der Papst für die ihm
entgegengebrachte Herzlichkeit und für die Möglichkeit einer Meßfeier in Bethlehem.
Der Papst hat
die Leiden und Hoffnungen von Palästina wahrgenommen.
Ausdrücklich hob der Papst den Besuch in der
sogenannten Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem hervor, wo sein Vorgänger Pius XII. verleumdet wird.
Der Besuch bedeutete für den Papst „eine aufwühlende Begegnung mit menschlicher Grausamkeit, mit dem
Haß einer blinden Ideologie, die, ohne Rechtfertigung, Millionen Menschen dem Tod übergab und die letztlich
auch versuchte, Gott von der Welt zu vertreiben: den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs und den Gott Jesu
Christi.“
Den gegenwärtigen israelischen Rassismus und die Ghettoisierung der einheimischen Palästinenser
nannte Benedikt XVI. nur sehr andeutungsweise.
Ferner erinnerte der Papst an seine Reise in das vom Atheismus
geprägte Tschechien im September:
„Wenn wir von Neuevangelisierung sprechen, fühlen sich diese Leute
[Atheisten und Agnostiker] vielleicht erschreckt.
Doch die entscheidende Frage nach Gott existiert auch
für sie. Wir müssen achtgeben, daß der Mensch die Frage nach Gott – die essentielle Frage seiner Existenz –
nicht zurückstellt.“
Abschließend erinnerte der Papst an das Priesterjahr: „Als Priester müssen Gott
beständig suchen, um seine wahren Freunde zu werden.“
„Das ist meine Hoffnung für Weihnachten: Daß
wir immer größere Freunde Christi werden und so Freunde Gottes und daß wir auf diesem Weg Salz der
Erde und Licht der Welt werden.“
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
#41
Mary Cruz 10:55:38 | Dienstag, 22. Dezember 2009
#40
joberens 10:17:23 | Dienstag, 22. Dezember 2009
#39
Paulaner † 09:51:11 | Dienstag, 22. Dezember 2009
#37
wickerl 08:32:20 | Dienstag, 22. Dezember 2009
#33
Mary Cruz 23:54:31 | Montag, 21. Dezember 2009
#31
IZAAC 22:39:37 | Montag, 21. Dezember 2009
#30
Sycamore 22:23:31 | Montag, 21. Dezember 2009
#29
Mary Cruz 21:20:48 | Montag, 21. Dezember 2009
#28
Goldengel 20:44:39 | Montag, 21. Dezember 2009
#27
joberens 20:39:53 | Montag, 21. Dezember 2009
#25
Mary Cruz 20:24:33 | Montag, 21. Dezember 2009
#23
joberens 20:17:33 | Montag, 21. Dezember 2009
#22
Mary Cruz 20:12:55 | Montag, 21. Dezember 2009
#20
Mary Cruz 19:30:56 | Montag, 21. Dezember 2009
#18
Mary Cruz 18:50:19 | Montag, 21. Dezember 2009
#7
Sefirot 16:39:46 | Montag, 21. Dezember 2009