11:10:34 | Mittwoch, 23. Dezember 2009
Berufstheologen leugnen die Wahrheit der Heilige Schrift immer noch aufgrund von Spekulationen aus dem vorletzten Jahrhundert. Doch die naturwissenschaftlichen Beweise sind erdrückend.

Die Geburt Christi in einer georgischen Bibel aus dem 12. Jahrhundert
(kreuz.net) Das Vertrauen in die Evangelien ist wieder gestiegen.
Das erklärte der deutsche Historiker
Michael Hesemann im Interview mit der Dezember-Ausgabe der Monatszeitschrift ‘Vatican Magazin’.
Hesemann
spricht darin über sein Buch „Jesus von Nazareth. Archäologen auf den Spuren des Erlösers“. Es erschien
kürzlich im Augsburger ‘Sankt Ulrich Verlag’.
Von der Wirklichkeit eingeholtHesemann bedauert, daß
die Weihnachtsereignisse jahrzehntelang als fromme Erfindung abgetan wurden:
„Mittlerweile sieht man
das zum Glück sehr viel differenzierter“.
Ironie der Geschichte:
„Die Archäologen bringen den Theologen
bei, wieder an die Heilige Schrift zu glauben.“
Die Theorie, wonach die Evangelien erst lange nach Christus
entstanden und von der Wirklichkeit späterer christlicher Gemeinden geprägt seien, hat sich – so Hesemann –
als unhaltbar erwiesen:
„Schließlich tauchten immer frühere Evangelienfragmente auf. So gilt heute
als sicher, daß alle vier Evangelien spätestens unmittelbar nach der Zerstörung Jerusalems – 70 nach
Christus -abgeschlossen waren.“
Kein Gebiet sei archäologisch so gründlich erforscht worden wie das
Heilige Land.
Die Archäologen haben immer mehr Stätten ausgraben, die genau so aussahen, wie sie in
den Evangelien beschrieben werden – so Hesemann:

Buch von Michael Hesemann
„Damit sind wir heute in einer geradezu ironischen Situation:
Die Archäologen bringen den Theologen bei, wieder an die Heilige Schrift zu glauben.“
Zu Bethlehem geboren
Hesemann ist überzeugt, daß Christus, wie der Evangelist Lukas berichtet, in Bethlehem geboren wurde.
Frühe Autoren wie der Heilige Justin der Märtyrer († 165) bezeugen, daß die Geburtsgrotte in Bethlehem
schon im zweiten Jahrhundert ein Heiligtum der Christen war.
Der römische Kaiser Hadrian († 138) versuchte,
alle christlichen und jüdischen Stätten dem Heidentum zu übergeben. In der Geburtsgrotte errichtete
er darum ein Heiligtum für den Jüngling Attis, der in der griechischen Mythologie aus dem Samen eines
Mandelbaums gezeugt wurde.
Trotzdem pilgerten die Christen weiter zur Geburtsgrotte des Erlösers.
Das
Evangelium ist eine absolut zuverlässige QuelleHesemann verteidigt ferner die bei Lukas erwähnte Eintragung
in Steuerlisten.
Für die Steuerzählung gibt es neben dem Evangelium praktisch keine unabhängige Quelle
in der Geschichtsschreibung: „Nicht vorhandene Beweise sind kein Beweis für Nichtvorhandensein“ – konstatiert
der Historiker.
Der einzige Geschichtsschreiber des Heiligen Landes, Josephus Flavius († nach 100),
habe keine auch nur halbwegs vollständige Chronik hinterlassen.
Für die Steuerzählung nennt Hesemann
mehrere Indizien.
So wurden in jeder römischen Provinz und auch in sämtlichen Vassallenkönigreichen
regelmäßig, im Durchschnitt alle vierzehn Jahre, Schätzungen durchgeführt.
Im Jahr fünf vor Christus
verlangte Herodes der Große vom ganzen Volk einen Treueeid. Den hätte er leicht an einen Eintrag in
die Steuerlisten koppeln können – vermutet Hesemann.
Vermutungen zum Geburtstermin ChristiDer Historiker
macht sich im Interview auch Gedanken über den Geburtstermin Christi. Er vermutet den März des Jahres
fünf vor Christus.
Den Stern von Bethlehem, der die Weisen aus dem Morgenland zur Krippe führte, hält
Hesemann für eine Supernova – eine Sternexplosion.
Er widerspricht damit einer gängigen Theorie, daß
eine Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn im Jahr sieben vor Christus der historische Stern von
Bethlehem sei.
Hesemann argumentiert, daß Matthäus im Evangelium nur von einem einzelnen Stern spricht
und nicht von zwei sich nähernden Planeten.
Nach chinesischen und koreanischen Quellen fand eine Sternexplosion
zwischen Mitte März und Ende Mai des Jahres fünf vor Christus statt.
Das würde für Hesemann auch
zu den Hirten passen, die auf dem Feld lagerten. Denn gemäß dem – allerdings viel später geschriebenen –
Talmud verbrachten die Schafe den Winter über in Ställen.
Im März waren die Herden wieder auf den
Weiden vor Bethlehem.
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DJM † 11:24:46 | Mittwoch, 23. Dezember 2009