11:46:55 | Freitag, 25. Dezember 2009
Der neue Bischof von Essen sieht klar: Die Turbulenzen, in welche die Kirche geführt wird, sind nicht immer von Gott geschickt – und müssen darum auch entsprechend beurteilt werden.

Mons. Overbeck bei seiner Amtseinführung
© Pressefotos Bistum Essen(kreuz.net) „Es geht gut. Es war ein schöner Beginn, ein guter Start.“
So kommentierte der neue Bischof
von Essen, Mons. Franz-Josef Overbeck, am 23. Dezember den Beginn seiner Tätigkeit als Diözesanbischof
vor dem Medienportal ‘Der Westen’.
Mons. Overbeck wurde am 20. Dezember in sein neues Amt eingesetzt.
Weihnachten faßt er so zusammen: „Gott mischt sich in die Welt ein.“
Daß Gott Mensch werde, ist ein
Geschenk Gottes an uns Menschen: „Deshalb machen wir Menschen uns gegenseitig Geschenke.“
Auf die Frage,
was das Ruhrbistum von anderen Diözesen unterscheide, antwortet er wie ein Politiker:
Der Titel „Ruhrbistum“
hänge mit den „Fragen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung, mit den politischen und
sozialen Fragen“ zusammen.
Pressebilder der Amtseinführung

© Pressebild Bistum Essen

© Pressebild Bistum
Essen

© Pressebild Bistum Essen

© Pressebild Bistum Essen

© Pressebild Bistum Essen

© Pressebild Bistum
Essen

© Pressebild Bistum Essen

© Pressebild Bistum Essen

© Pressebild Bistum Essen
Die Kirche müsse
für diese existentiellen Fragen die „Maßstäbe und Werte bewußt macht“ – folgert er abstrakt.
Er stelle
gerade fest, „daß die politischen Akteure hier die Kirche nicht nur hören wollen, sie sagen das auch,
und sie fordern es ein.“
Der Oberhirte fühlt sich geschmeichelt: „Mir selber gefällt diese Rollenzuweisung
sehr.“
Die Zusammenarbeit mit Politikern sieht Mons. Overbeck in der sehr diffusen Frage, „welche Lebenskultur
im weitesten Sinne des Wortes eigentlich die Menschen hier prägen soll.“
Noch diffuser: „Daß wir uns
bewußt machen, wofür wir hier Verantwortung tragen.“
Er könne als Bischof nicht mit Geld und Macht
daherkommen, „aber mit einem Tisch.“
Dort könne er alle Akteure einladen zu einer Auseinandersetzung
über die Werte, die dabei zugrunde gelegt werden sollen.
Welche konkrete Ergebnisse sich der Bischof
von solchen Runden für Kirche und Gesellschaft erwartet, läßt er offen.
Zu den Veranstaltungen zum
Ruhrgebiet als deutsche Kulturhauptstadt des Jahres 2010 möchte der Bischof auf den „Grund für Kultur“
hinweisen: „Da kann ich selbstbewußt als Bischof von Essen sagen: Das sind wir.“
Die Kultur habe im
Ruhrgebiet ihren Grund im Christentum und nicht in der Entwicklung der Industrie seit dem 19. Jahrhundert –
„wenn das auch ein wesentlicher Teil dieser Kultur ist“.
Auf die Frage nach Lösungen für den Priestermangel
läßt sich Mons. Overbeck keinen Angriff auf den Zölibat entlocken:
„Wir geben jedenfalls nicht die
Antwort darauf, die manche Medien gerne hätte. Die gebe ich Ihnen auch nicht. Der Zölibat wird nicht
aufgehoben.“
Es gehöre zur Kirche, „daß wir Priester radikal das leben, was für alle Christen gilt:
radikal für Gott und für die Menschen.“
Dasselbe gelte für die Unauflöslichkeit der Ehe: „Der Schutz
der Familie gehört in die Mitte.“
Auch von der Frage, was er dem Vatikan für das kommende Jahr wünsche,
nachdem angeblich „ein turbulentes Jahr“ zu Ende gehe, läßt sich der Bischof ebenfalls nicht provozieren:
„Ich wünsche mir für die ganze katholische Kirche – das gilt für jeden Gläubigen wie für den Papst –
zu bezeugen, worum es uns eigentlich geht: um Gott und um die Menschen.“
Der Interviewer versucht es
noch einmal: „Also weniger Turbulenzen?“
Mons. Overbeck präzisiert: „Weniger weltliche Turbulenzen –
aber die hängen auch von Umständen ab, die man nicht immer in der Hand hat.“
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Rottenburg 17:23:23 | Freitag, 25. Dezember 2009
#7
Gotthard 15:50:43 | Freitag, 25. Dezember 2009
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Gotthard 13:54:06 | Freitag, 25. Dezember 2009
#3
sct 13:01:09 | Freitag, 25. Dezember 2009
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jolie 12:58:00 | Freitag, 25. Dezember 2009