20:03:01 | Donnerstag, 31. Dezember 2009
Die Zeit, aus welcher der nachfolgende Text stammt, unterscheidet sich von der unsrigen dadurch, daß damals die katholischen Politiker wie Bischöfe redeten, während heute die Bischöfe wie Politiker daherpalavern.
(kreuz.net) Das Kindlein in der Krippe, der Sohn Gottes in Menschengestalt, Er, der unser aller Fehl und
Schuld auf sich nimmt, das Licht der Welt, das den Menschen, den armen gequälten Menschen, Glück und
Ruhe und Frieden vermitteln will, das sollten die Gedanken dieser Tage sein. Sie sollen uns erfüllen.
Sie sollen uns auch begleiten in das kommende Jahr.
Es kam Bethlehem. Es wurde das Kind, das die Menschheit
erlösen sollte, im Stalle geboren, von Maria, seiner Mutter in eine Krippe gelegt.
Der Glanz der Engel
führte die Hirten zum Stalle. Sie unterwarfen sich dem Heiland und beteten ihn an.
Der Stern leitete
die Weisen aus dem Morgenlande zur Krippe und zum Kinde, daß sie ihm opferten.
Welches Wunder! Wie tief
war dieser Eingriff in die Menschheitsgeschichte, wie führte dies wunderbare Ereignis die Menschheit
zu einer höheren Stufe der Entwicklung!
Ein rätselhaftes Wesen ist der Mensch. Wie oft handelt er gegen
seine eigne bessere Erkenntnis, mißachtet er die Wahrheit und das Gute und frevelt gegen Gott.
Ehre
sei Gott in der Höhe und Frieden den Menschen, die guten Willens sind.
Nicht umsonst ist an der Spitze
dieses Weihnachtswortes das Wort gestellt: Ehre sei Gott in der Höhe.
Nicht ohne Grund ist der Verheißung
des Friedens dies Wort vorangestellt.
Der Friede ist uns nur verheißen. Er wird uns nur gegeben, wenn
wir zuerst Gott die Ehre geben, der innere Friede für jeden Einzelnen von uns und der Friede für uns
alle.
Ich glaube, wir denken alle zu wenig daran, daß zuerst Gott die Ehre gebührt.
Wir alle, gleich,
wo wir stehen, gleich, was wir tun, müssen ihm zuerst die Ehre erweisen, damit uns allen Friede werde.
In der Geschichte der Menschheit gibt es Perioden des lastenden Dunkels, der Unrast, des Unfriedens,
der Angst. Aber immer wieder hat der menschliche Geist, die menschliche Seele sich hindurchgerungen zum
Licht und zum Frieden.
Es ist in Wahrheit etwas Wunderbares um die Stärke, um die Kraft des Geistes
und der Seele.
Der Geist des Menschen, seine Seele ist unüberwindlich, weil sie von Gott her stammt.
Darum wollen wir nicht verzagen. Wir wollen nicht mutlos werden, wenn wir des Weges gedenken, den wir
durchschritten haben, und wenn wir des Dunkels gedenken, in das er uns hineinführt.
Denken wir an das
Kind im Stalle, das den Menschen das Heil brachte.
Denken wir an den Glanz der Engel, denken wir an den
Stern, der die Weisen zu Ihm führte.
Denken wir daran, daß die frohe Botschaft, die Christus uns brachte,
der armen Menschheit das Heil und das Licht gebracht hat und ewig bringen wird.
Ehre sei Gott in der
Höhe. Wir wollen Gott die Ehre geben. Dann wird die Verheißung der Engel in Erfüllung gehen: Friede
den Menschen auf Erden, die guten Willens sind.
Rundfunk-Ansprache des damaligen deutschen Bundeskanzlers
Konrad Adenauer († 1967) für Weihnachten 1957.
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