16:58:06 | Freitag, 1. Januar 2010
Im letzten Halbjahr veröffentlichte der Papst zwei Motu Proprien. Doch der Kirche im dritten Jahrtausend werden letztlich nur die Gläubigen des einen Motu Proprio erhalten bleiben. Jahresrückblick Juli bis Dezember.
JuliWeltweit beginnen Veranstaltungen zum
Priesterjahr, das Benedikt XVI. Mitte Juni eröffnet hat.
Anfang Juli gibt das wiederbelebte Benediktinerkloster von Nursia in Mittelitalien bekannt, daß es im
wesentlichen zur Alten Messe zurückkehren wird. Anlaß ist der zweite Jahrestag des Motu Proprios ‘Summorum
Pontificum’.
Am 7. Juli publiziert Papst Benedikt XVI. nach verschiedenen Verzögerungen die Sozialenzyklika
‘Caritas in veritate’. Der lateinische Text wird erst Mitte September erscheinen.
Einen Tag später,
am 8. Juli, publiziert der Papst das Motu Proprio ‘Ecclesiae Unitatem’ – „Die Einheit der Kirche“. Dieses
Motu Proprio bindet die Päpstliche Kommission ‘Ecclesia Dei’, die für die Altgläubigen zuständig ist,
an die Glaubenskongregation. Altgläubige sprechen von einer
Entmachtung der Kommission.
Mitte Juli gibt
die Diözese Linz bekannt, daß der altliberale Pressesprecher des altliberalen Bischofs, Mons. Ludwig
Schwarz, Ferdinand Kaineder, bei vollen Bezügen von seiner
Funktion entbunden ist und eine andere Stelle
bekommt.
In der Nacht auf den 17. Juli bricht sich der Papst während seines Sommerurlaubs im Aostatal
im Badezimmer seiner dortigen Residenz den
Knochen des rechten Handgelenks.
AugustAm 2. August organisiert
die Priesterbruderschaft Sankt Pius X. in Stuttgart trotz heftigen Widerstands eine friedliche Mahnwache
gegen einen jugend- und sittengefährdenden Homo-Auflauf in der Stadt.
Mitte August wird bekannt, daß der Gründer der Ordensgemeinschaft Legionäre Christi, Pater
Marcial Maciel († 2008), mit mehreren Frauen
mehrere Kinder gezeugt hat.
Im August gibt Abt Josef Vollberg
von der zum Alten Ritus zurückgekehrten Trappistenabtei Mariawald in der Eifel bekannt, daß vier Kandidaten
in das Kloster
eingetreten sind.
Mitte August kündigt Bischof Edward Slattery von Tulsa an, daß er
in seiner Kathedrale künftig nur mehr
zum Herrn hin zelebrieren werde.
SeptemberAm 3. September konvertiert
die anglikanische Schwesterngemeinschaft ‘All Saints’ Sisters of the Poor in Catonsville’ in der Stadt
Catonsville in der Erzdiözese Baltimore zur Kirche.
Am selben Tag demonstrieren in Wien mehrere hundert
Lebensrechtler gegen die Ehrung eines Kinderschlachthofs im Wiener Rathaus. Der Erzbischof von Wien, Christoph
Kardinal Schönborn,
verbietet dem Salzburger Weihbischof Andreas Laun, an der Kundgebung teilzunehmen.
Kurz nach der Demonstration beginnt der österreichische Lebensrechtler Joseph Preßlmayer einen vierzigtägigen
Hungerstreik gegen die Verstrickung der Kirche mit der lebensfeindliche Mütterberatung ‘Aktion Leben’.
In Südamerika beginnt der Erzbischof von Peru, Juan Luis Cardinal Cipriani Thorne, in seiner Kathedrale
nur noch die
kniende Mundkommunion zu spenden: „Wir empfangen die Kommunion auf die Zunge. So vermeiden
wir, daß unsere schmutzigen Hände den Leib Christi berühren“ – erklärt der Kardinal.
Anfang und Ende
September zelebrieren Patres der Piusbruderschaft privat
im Petersdom.
Ende September reist Benedikt
XVI.
nach Tschechien und betet beim Prager Jesulein.
OktoberAm 7. Oktober veröffentlicht der neue
Erzbischof von Colombo, Mons. Malcolm Ranjith, Richtlinien zur Liturgie. Er empfiehlt allen, die kniende
Mundkommunion zu empfangen: „Ungeordnete und laute Musik, Klatschen, lange Einschaltungen und Gesten,
welche die Nüchternheit der Feier stören, sind nicht erlaubt“ – so Mons. Ranjith.
Am 15. Oktober gibt
der Vatikan die
Namen der Theologen bekannt, die sich am 26. Oktober mit Vertretern der Piusbruderschaft
zu einem ersten Gespräch treffen.
Am 20. Oktober erklärt der Vatikan, daß der Papst für traditionelle
Anglikaner, die sich zur Kirche bekehren wollen, eine Personalprälatur gründen wird. Die entsprechende
Apostolische Konstitution erscheint erst zwei Wochen später.
Am 24. Oktober organisiert die Lebensrechtsbewegung
‘Euro Pro Life’ in München einen Gebetsmarsch. Die Erzdiözese München und Freising verbietet den Lebensschützern,
vorher in der Kirche Sankt Paul die Messe zu feiern. Dieselbe Kirche beherbergt die sogenannte
„Schwul-Lesbische
Gottesdienstgemeinde“.
Pater Andreas Hirsch, der formell zur Petrusbruderschaft gehört, hat in einem
Pfarrbrief die Organtransplantation scharf und fundiert kritisiert. Deshalb feuert das Bistum Augsburg
den Seelsoger am 24. Oktober nach nur knapp zwei Monaten Dienst.
Am 28. Oktober ernennt Papst Benedikt
XVI. den früheren Weihbischof in Münster, Mons. Franz-Josef Overbeck, zum Bischof von Essen.
November
An Allerheiligen
leugnet Erzbischof Robert Zollitsch von Freiburg vor dem ‘Zweiten Deutschen Fernsehen’
die Lehre der Kirche über die letzten Dinge: „Auch nach dem Tod habe ich noch einmal die Möglichkeit,
wenn ich mich Gott zuwende, wenn ich mich von dem abwende, was ich Böses getan habe, eigentlich den Weg
zu Gott zu finden und damit auch den Weg zur Verheißung, den Weg zum Himmel“ – behauptete der Erzbischof.
Am 3. November bezeichnet der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg das Kreuz in
einer italienischen Schulklassen als Verstoß gegen die Religionsfreiheit. Als
Protest stocken in Italien
mehrere politische Verantwortungsträger den öffentlichen Kreuzbestand auf.
Am 8. November feiert Weihbischof
Stephan Turnovszky in Wien eine neugläubige Diskomesse, bei der er – wie bei den monatlichen Wiener Diskomessen
üblichen –
Fladenbrot konsekriert.
Wiener Weihbischof hält Diskomesse

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Im November tobt eine internationale
Medienschlacht gegen die Kirche wegen angeblicher
Vertuschungen klerikaler Homo-Schändungen in Irland. Vier von fünf beschuldigten Bischöfen haben ihren
Rücktritt eingereicht, einer ist bereits angenommen.
Ende November stimmt die Schweiz für die Aufnahme
eines Minarett-Verbots in die Verfassung.
DezemberAnfang Dezember wird bekannt, daß der Benediktinerabt
Marian Eleganti von Uznach am 7. Dezember zum Weihbischof in Chur ernannt wird.
Am 10. Dezember stimmt
das österreichische Parlament für die
Gleichstellung gesellschaftsgefährdender Homo-Verkuppelungen
mit der staatstragenden Ehe.
Am 15. Dezember hat Papst Benedikt XVI. das Motu Proprio ‘
Omnium in mentem’
über einige kirchenrechtliche Änderungen promulgiert.
Am 19. Dezember anerkennt Benedikt XVI. den heroischen
Tugendgrad von von Papst Pius XII. († 1958) und von Papst Johannes Paul II. († 2005).
Was kommt 2010?
Am 11. Januar empfängt Papst Benedikt XVI. das Diplomatische Korps zum Neujahrsempfang.
Am 17. Januar
besucht er die Synagoge in Rom, in der Jesus Christus im Jahres 1944 dem damaligen Oberrabbiner, Israel
Zolli († 1956), erschien, so daß sich Zolli anschließend von der Dunkelheit der Synagoge zum Licht der
Kirche bekehrte.
Mitte März ist er bei der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Rom.
Im April reist
er nach Malta, im Mai nach Fatima in Portugal und im Juni nach Zypern.
Im September wird der Papst nach
Großbritannien fahren und den bekannten britischen Kardinal John Henry Newman († 1890) seligsprechen.
Im Oktober findet in Rom die Bischofssynode über den Nahen Osten statt.
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