Ein Eisenofen kündet der Stadt und der Welt an, ob die Wahl des neuen Papstes geglückt ist oder nicht. Der Ofen lehrt den frommen Katholiken, daß sie für jeden Wahlausgang offen sein müssen. Die Bedeutung des Rauches besteht nicht in dem, was der Rauch ist, sondern im Himmel, wohin er aufsteigt.
(kreuz.net, Vatikan) Der Ofen, der beim gegenwärtigen Konklave eingesetzt wird, kam zum ersten Mal im
März 1939 zum Einsatz. Die Kardinäle der Römischen Kirche waren damals versammelt, um den Nachfolger
von Papst Pius XI. zu bestimmen.
Ihre Wahl fiel nicht überraschend auf den damaligen Staatssekretär,
Kardinal Eugenio Pacelli, der den Namen Pius XII. annahm. Pacelli war ein echter Römer. Das Haus der
Familie Pacelli steht unweit der Piazza Navona. Die Großneffen des Papstes leben heute noch in Rom. Einige
von ihnen sehen ihrem päpstlichen Großonkel sehr ähnlich.
Der Ofen wurde in den Tagen vor dem Konklave
generalsaniert und im Inneren der Sixtinischen Kapelle aufgebaut. Angestellte des Vatikan haben auf dem
Dach der Kapelle den Blechkamin installiert. Aus ihm ist am Montag abend zum ersten Mal der Rauch aufgestiegen.
Er teilte der Welt – nach einigen Anfangsschwierigkeiten – mit, daß die abgehaltenen zwei ersten Wahlgänge
ergebnislos verlaufen sind.
Kein Kardinal darf die Sixtinische Kapelle verlassen, bevor alle Stimmzettel
und handschriftlichen Wahlnotizen der Kardinäle im Ofen verbrannt worden sind.
Neben dem Ofen aus Gußeisen
steht sein Zwillingsbruder, das heißt, ein zweiter Ofen. Dieser dient dazu, den Kamin einzuheizen, damit
der Rauch besser in die Höhe steigt. Um gewählt zu werden, braucht ein Kardinal zwei Drittel der Stimmen.
Dann wird aus dem schwarzen ein weißer Rauch.
Chemikalien werden hinzugefügt, um von Außen die Farben
des Rauches besser identifizieren zu können. Das ist gestern Abend und heute Mittag nur bedingt geglückt.
Ein ähnliches Problem gab es bereits im Jahre 1978. Die Farbe des Rauches hatte sich im Graubereich
festgelegt. Um jeden Zweifel vom Tisch zu räumen, werden dieses Mal bei einer geglückten Papstwahl auch
die Glocken von Sankt Peter läuten.
Die Bedeutung des Rauches besteht nicht in dem, was der Rauch ist,
sondern im Himmel, wohin er aufsteigt. Ähnliches gilt für den neuen Papst, der durch den Rauch angekündigt
wird.
Email-Adressen der Empfänger
Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.