13:51:17 | Sonntag, 3. Januar 2010
Ganz zu Unrecht wird der Begriff der Liebe in den der sinnlichen Geschlechtsliebe, Erotik in Sexualität umgefälscht. Von Edgar Julius Jung († 1934).

Darstellung des römischen Liebesgottes Amor des italienischen Malers Bartolomeo Schedoni († 1615)
(kreuz.net) Nur das Allgemeine verdient die Beachtung des Zeitkritikers. Alle Regeln des Gesellschafts-
lebens haben zu allen Zeiten nur bedingt gegolten.
Die menschliche Unvollkommenheit tritt wohl nirgends
so zutage, wie im Geschlechtsleben – ebenso auch die Ungleichheit der persönlichen Veranlagung.
Kein
anderes Gebiet bedarf in solchem Maße der Fähigkeit des Betrachters, eigene Gefühle und eigenes Erleben,
eigene Veranlagung und eigene Wünsche unter die Idee einer allgemeinen Norm zu stellen.
Doppelt schwer
in einer Zeit, welche die Kunst, das menschlich Gültige vom persönlich Wünschbaren zu trennen, verlernt
hat.
Rückkehr zum ewigen Quell des Lebens, Drang nach Ganzheit, Sehnsucht nach innerer Ordnung sind
das geistige Gesetz, welches über dieser Abhandlung waltet.
Der schöpferische Liebesdrang, von Nietzsche
dionysisch, von Klages erotisch genannt, ist die ordnende Kraft kosmischen und damit auch menschlichen
Seins.
Ganz zu Unrecht wird der Begriff der Liebe in den der sinnlichen Geschlechtsliebe, Erotik in Sexualität
umgefälscht.
Wie Platon die Gesamtheit des Gemeinschaftslebens zeitlos gültig in seiner Politeia entwickelte,
so den umfassenden Sinn der Liebe im Symposion.
Er steht als der große Gestalter und Künder fordernd
vor der mechanisierten und zerspaltenen Menschheit des 20. Jahrhunderts.
Aus „Die Herrschaft der Minderwertigen,
ihr Zerfall und ihre Ablösung durch ein Neues Reich“ (1930), dem Hauptwerk des konservativen deutschen
Juristen, Politikers und Publizisten Edgar Julius Jungs († 1934).
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#5
michaelamaria † 07:35:21 | Montag, 4. Januar 2010
#3
Gotthard 17:56:13 | Sonntag, 3. Januar 2010
#2
Hoher Priester 15:34:17 | Sonntag, 3. Januar 2010
#1
agnosti † 14:49:47 | Sonntag, 3. Januar 2010