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Dienstag, 19. April 2005 20:31
Als Kind fast in einem Teich ertrunken
Daß er einmal Kardinal werden sollte, wußte Joseph Ratzinger schon im Kindergarten. Von seinem älteren Bruder Georg weiß man, daß der Bub nach einem Besuch von Kardinal Michael Faulhaber in der Kindertagesstätte spontan sagte: „Ich werde auch einmal Kardinal“.
(kreuz.net) Vor allem das prächtige Ornat der Kirchenfürsten soll es dem Knaben angetan haben. Es dauerte dann freilich noch 45 Jahre, bis es tatsächlich so weit war: 1977 setzte Papst Paul VI. dem gerade erst zum Erzbischof von München und Freising geweihten Theologieprofessor das rote Kardinalsbirett auf.

Mit 50 Jahren war Ratzinger einer der jüngsten Kardinäle der jüngeren Kirchengeschichte. Damit war sein kindlicher Berufswunsch in Erfüllung gegangen. 1981 ernannte Papst Johannes Paul II. den Sohn eines Gendarmen zum Präfekt der Glaubenskongregation. 2002 wurde er zum Dekan des Kardinalskollegiums gewählt.

Über das Privatleben von Papst Benedikt XVI. wurde nicht allzu viel berichtet. In seinen 1997 in Italien erschienen Erinnerungen „Aus meinem Leben“ schrieb er, daß die Kardinals-Karriere schon in der frühen Kindheit beinahe jäh beendet worden wären. Er sei um ein Haar in einem Karpfenteich ertrunken.

In seinen ersten Lebensjahren mußte Papst Benedikt XVI. häufig umziehen. Sein Vater wurde als Polizist regelmäßig versetzt. Noch bevor Joseph in die Schule kam, hatte die fünfköpfige Familie schon drei Mal den Wohnort gewechselt.

Papst Benedikt XVI. erinnert sich an seine Schulzeit: „Ich gehöre zu den Menschen, die nicht fürs Internat geschaffen sind“, schreibt Joseph Ratzinger über die ersten Erfahrungen als Gymnasiast im Erzbischöflichen Knabenseminar von Traunstein. „Ich hatte studiert, wie ich wollte, und meine eigene kindliche Welt gebaut. Nun in einen Studiersaal mit etwa 60 anderen Buben eingefügt zu sein, war für mich eine Folter.“ Jeden Tag gab es zwei Stunden Sportunterricht. Für den neuen Papst war dies kein Grund zur Freude „da ich sportlich nun einmal ganz unbegabt bin“.

Zu seinen Geschwistern Maria und Georg – habe Papst Benedikt XVI. stets eine gute Beziehung gehabt. Georg und Joseph Ratzinger wurden beide am 29. Juni 1951 in Freising zu Priestern geweiht. Der ältere Bruder des neuen Papstes wandte sich der Kirchenmusik zu und war von 1964 bis 1994 Domkapellmeister in Regensburg.

Maria Ratzinger folgte ihrem Bruder Joseph auf allen Stationen. Sie besorgte dem Kurienkardinal bis zu ihrem überraschenden Tod an Allerseelen des Jahres 1991 auch in Rom den Haushalt. Wenigstens am Eßtisch konnte Papst Benedikt XVI. in Bayern bleiben.

Seine Habilitation schrieb der neue Papst über den Kirchenlehrer Bonaventura. Wegen Mißverständnissen mit den Prüfern mußte er die Arbeit verbessern und erlangte den Professorentitel erst im zweiten Anlauf. „Eine Welt drohte für mich zusammenzubrechen“, erinnert sich Papst Benedikt XVI. in seinem Buch.

Wenn er seinen Bruder in Bayern besuchte, kam es durchaus vor, daß er sich an den Flügel setzte und ein paar Takte Klavier spielte. „Hör nicht so genau hin“, meinte jener, auf dessen Stimme nun die ganze Herde Christi hört.
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1 Lesermeinung:
Mittwoch, 20. April 2005 11:51
Laurentius2: Gott sei Dank !
Mir fehlen die rechten Worte. Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Danke !!!
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