09:33:25 | Dienstag, 12. Januar 2010
Eigentlich sind die Voraussetzungen gar nicht so schlecht: Denn bekanntlich geht ein Kamel eher durch ein Nadelöhr als ein Reicher in den Himmel.

Pressebild ‘Kirche in Not’: Feierliche Prozession in Dniepropietrovsk anläßlich der Rückgabe einer katholischen Kirche aus Firmenbesitz.
(kreuz.net) Die ukrainischen Katholiken erhoffen sich von der Präsidentschaftswahl am kommenden Sonntag
eine tiefgreifende Reform des Landes.
Das erklärte die Länderreferentin des katholischen Hilfswerks
‘Kirche in Not’, Magda Kaczmarek, in einer Aussendung.
In der Ukraine leben etwa sechs Millionen Katholiken
des byzantinischen und lateinischen Ritus.
Das Land trocknet ausBereits vor fünf Jahren erwartete
man sich von der „orangenen Revolution“ des jetzigen Präsidenten Wiktor Juschtschenko vergeblich eine
bessere Zukunft, sagte Kaczmarek.
Darum wird die Präsidentschaftswahl am kommenden Wochenende zwischen
der angeblichen Reformerin und Milliardärin Julija Timoschenko und dem – den russischen Bevölkerungsteil
vertretenden – Vorsitzenden der „Partei der Regionen“ Wiktor Janukowitsch entschieden.
Die Hauptprobleme
der Ukraine sieht Kaczmarek in der Korruption sowie in der Abwanderung junger Menschen: „Hier findet immer
noch eine regelrechte Völkerwanderung statt.“
Ostukrainer ziehen in den Westen des Landes oder in die
Europäische Union.
Das hat zur Folge, daß der Osten des Landes wirtschaftlich und religiös austrocknet.
Die Abwanderung der jungen Bevölkerung hinterläßt vor allem auf dem Lande ausgedünnte Pfarreien,
die nur noch mit Mühe am Leben erhalten werden können.
Naiver Weihbischof hofft auf EU-BeitrittHinzu
kommt, daß die Katholiken im Osten der Ukraine zu Zeiten der Sowjetherrschaft besonders stark verfolgt
wurden.
Jahrzehnte lang gab es dort keine Priester. Die Nachwirkungen dieser Umstände sind bis heute
zu spüren.
Darum hofft Frau Kaczmarek, daß die kommende Regierung vor allem den strukturschwachen Teilen
des Landes hilft.
Wenn solche Reformen wirklich gelängen, sieht der griechisch-katholische Weihbischof
Bogdan Dzyurakh gute Voraussetzungen für einen Kurs der Ukraine in die EU.
Soziale VerwahrlosungIn
der wohlhabenderen Westukraine herrscht nach wie vor eine hohe Arbeitslosigkeit.
Durch die schwierige
soziale Situation werden die Familien stark belastet. Alkohol und Drogen sind ein ernstes Problem.
Eine
Umfrage unter 15jährigen Jugendlichen ergab, daß bereits 91 Prozent der Befragten bereits exzessiv Alkohol
getrunken haben.
63 Prozent sind regelmäßige Raucher. 14 Prozent haben bereits harte Drogen konsumiert.
Katholische Kirche noch immer enteignetIm religiösen Bereich gibt es Verstimmungen zwischen den orthodoxen
Gemeinschaften und der griechisch-katholischen sowie der römisch-katholischen Kirche. Sekten finden regen
Zulauf.
Der Streit zwischen der orthodoxen Gemeinschaft und der Katholischen Kirche dreht sich vor allem
um die Rückerstattung von katholischem Kirchenbesitz, das von den Kommunisten gestohlen wurde.
Es gibt
keine Gesetze, die diese Rückerstattung regeln. Offiziell existiere die Kirche in der Ukraine erst wieder
seit dem Jahr 1991. Vorher existierender Grundbesitz anerkennt der Staat nicht.
In Zeiten der Sowjetunion
fand das kirchliche Leben vor allem im geheimen statt. Diese Tatsache wirkt nach Frau Kaczmarek bis heute
nach.
So treffen sich die Gläubigen immer noch vor allem in Wohnungen, kleinen Kapellen und umgebauten
Lagerhäusern.
Die katholischen Kirchen und Gebäude wurden von den kommunistischen Sowjets geraubt und
als Kinos, Lagerhallen, Kasernen verwendet.
Immerhin kann sich die Ukraine nicht über einen Priestermangel
beklagen.
Dazu erklärt Frau Kaczmarek: „Gott beruft Fischer im trockenen Land.“
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Burgorus 12:24:50 | Dienstag, 12. Januar 2010
#9
Das Kind 11:49:57 | Dienstag, 12. Januar 2010
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eigerhar † 11:40:09 | Dienstag, 12. Januar 2010
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Kairos † 11:20:06 | Dienstag, 12. Januar 2010
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Kairos † 10:58:42 | Dienstag, 12. Januar 2010
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Lorenz 09:54:38 | Dienstag, 12. Januar 2010