18:40:34 | Freitag, 15. Januar 2010
Sonderbehandlung? Nein danke! Das war nicht unsere Absicht, als wir diesen Staat gründeten. Von Uri Avnery, Tel Aviv.

Der Jordan im Heiligen Land
(kreuz.net) Seit den deutsch-israelischen Versöhnungsgesten nach dem Zweiten Weltkrieg ist viel Wasser
den Rhein und den Jordan heruntergeflossen.
Nun sollten einige Fragen gestellt werden.
Eine erste Frage:
Während die deutsche Freundschaft mit uns ein moralischer Imperativ ist, schließt dies notwendigerweise
auch unmoralische Aktionen mit ein?
Mehr als einmal hörte ich den Satz: „Nach den schrecklichen vom
deutschen Volk gegenüber dem jüdischen Volk begangenen Verbrechen, haben wir Deutschen kein Recht, den
jüdischen Staat zu kritisieren. Die Söhne der Täter können nicht die Söhne der Opfer kritisieren!“
Ich habe es schon früher gesagt: in diesen Sätzen liegt etwas, das mich sehr stört.
Irgendwie erinnern
sie mich an das deutsche Wort „Sonderbehandlung“, das schreckliche Assoziationen weckt. In den Konzentrationslagern
war das der Deckname für Exekutionen.
Die Haltung der deutschen Regierung gegenüber Israel ist eine
Sonderbehandlung.
Es sagt wieder: Die Juden sind etwas Besonderes. Der „jüdische Staat“ muß anders
behandelt werden als andere Staaten.
Das heißt, Juden sind anders als andere Völker, ihr Staat ist
anders als andere Staaten, ihre Moral ist anders als die der anderen.
Eine deutsche Zuhörerschaft amüsierte
sich, als ich kürzlich von einer Demonstration von Kommunisten in New York erzählte. Die Polizei kam
und begann die Demonstranten zu verprügeln.
Einer schrie: „Schlagt mich nicht! Ich bin doch ein Anti-Kommunist!“
Ein Polizist antwortete ihm: „Ich bin nicht daran interessiert, welche Art von Kommunist du bist.“
Extreme
Philosemiten erinnern mich an extreme Antisemiten. Man fragt sich, ob, wenn jemand in der Lage ist, eine
Art von Sonderbehandlung zu praktizieren, ob er dann nicht auch zu einer anderen fähig wäre.
Sonderbehandlung?
Nein danke! Das war nicht unsere Absicht, als wir diesen Staat gründeten.
Wir wollten einen Staat wie
alle anderen, eine Nation wie alle anderen.
Nächstes Mal: „Leg’ dich hin, bis du nüchtern bist“Uri
Avnery (86) wurde im nordrhein-westfälischen Beckum als Helmut Ostermann geboren. Er ist ein israelischer
Publizist und Friedensaktivist und veröffentlicht auf seiner Webseite regelmäßig Stellungnahmen zum
Konflikt im Nahen Osten.
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wort 09:50:00 | Montag, 18. Januar 2010
#15
Matthäus drei+ † 17:00:54 | Sonntag, 17. Januar 2010
#14
Exkalibur 15:49:26 | Sonntag, 17. Januar 2010
#13
Kreuznetter † 06:12:43 | Sonntag, 17. Januar 2010
#12
Matthäus drei+ † 17:04:04 | Samstag, 16. Januar 2010
#11
vagabundo 11:20:20 | Samstag, 16. Januar 2010
#10
edwin 23:06:27 | Freitag, 15. Januar 2010
#9
biomilch 22:00:31 | Freitag, 15. Januar 2010
#7
biomilch 21:08:04 | Freitag, 15. Januar 2010
#6
Exkalibur 20:59:36 | Freitag, 15. Januar 2010
#5
Arkanum/kreuts.net † 19:33:55 | Freitag, 15. Januar 2010
#4
jakobhendl † 19:32:12 | Freitag, 15. Januar 2010
#3
Mighty Counsellor † 19:30:48 | Freitag, 15. Januar 2010
#2
Placido † 19:28:09 | Freitag, 15. Januar 2010
#1
r.ruhrgebietler 18:54:06 | Freitag, 15. Januar 2010