Alte Messe
Mindestens drei Geistliche des Bistums Namur möchten
Während alle anderen Gottesdienste am Eingang zum Heiligtum angekündigt werden – maronitische, orthodoxe oder koptische Liturgien – ist das für die Alte Messe nicht der Fall.
Liturgie bei der Priesterbruderschaft Sankt Petrus.
Liturgie bei der Priesterbruderschaft Sankt Petrus.
© Joseph Shaw1, CC
(kreuz.net) Die belgische Diözese Lüttich in Nordwest-Wallonien ist weitgehend französischsprechend und besitzt eine kleine deutsche Minderheit, die ein Dekanat bildet.

In der ehemaligen Spitalkapelle Bavière in Lüttich wird die Alte Messe dreimal die Woche und an Sonntagen zelebriert.

Das geht aus einem Bericht hervor, der von der belgischen Vereinigung ‘Mysterium Fidei’ ausgearbeitet und im vergangenen November dem Papst übergeben wurde.

‘Mysterium Fidei’ ist eine Vereinigung von Laien und Priestern aus verschiedenen belgischen Diözesen.

In der Kirche des Allerheiligsten Sakramentes in Lüttich – an der wichtigsten Straße der Stadt gelegen – wird die Alte Messe jeden Sonntag zelebriert.

In der Kapelle Saint Lambert in der 54.000-Seelen-Stadt Verviers – dreißig Kilometer von Aachen entfernt – wird die Alte Messe seit 35 Jahren jeden Sonntag und an den Festtagen gelesen.

In dem ostbelgischen Dorf Tancrémont bei der Ortschaft Banneux südöstlich von Lüttich gibt es jeden Mittwoch und jeden ersten Freitag und Samstag des Monates eine Alte Messe.

In der 37.000-Seelen-Gemeinde Herstal betreibt die Priesterbruderschaft Sankt Petrus eine Kapelle.

‘Mysterium Fidei’ weiß auch um einen jungen Priester, der kürzlich zum Pfarrer ernannt wurde und sich bereits erklärt hat, einmal im Monat die Alte Messe in seiner Pfarrei zu zelebrieren.

In den deutschsprachigen Teilen der Diözese Lüttich gibt es keine Alte Messe außer in einer sedisvakantistischen Kapelle.

Der Bischof von Lüttich hat den Gläubigen, die dem Alten Ritus verbunden sind, keine Alternative angeboten.

In der 11.000-Seelen-Stadt Malmedy bat eine Gruppe Altgläubiger den Pfarrer um eine Alte Messe. Der Priester lehnte ab.

Die Gläubigen traten nach den Anweisungen des Motu Proprio an den Bischof, Mons. Aloys Jousten heran, der ebenfalls ablehnte.

Im Heiligtum von Banneux bat eine Pilgergruppe im Jahr 2008 um eine Alte Messe, die es inzwischen gibt.

Doch während alle anderen Gottesdienste am Eingang zum Heiligtum angekündigt werden – zum Beispiel maronitische, orthodoxe oder koptische Liturgien – ist das für die Alte Messe nicht der Fall.

Diözese Namur

Das Provinzialat der Priesterbruderschaft Sankt Petrus für die Benelux-Länder befindet sich in der belgischen 108.000-Seelen-Stadt Namur – 65 Kilometer südöstlich der belgischen Hauptstadt Brüssel.

Unter den belgischen Bischöfen ist der Bischof von Namur, Mons. André-Mutien Léonard (69), für die Alte Messe am offensten.

Gelegentlich zelebriert er die Alte Liturgie in der Kapelle der Petrusbruderschaft.

Im Jahr 2007 weihte er für die Bruderschaft Priester in Wigratzbad.

Dennoch hat sich seit dem Motu Proprio wenig zugunsten der Alten Messen verändert.

Die Bereitschaft, anderen traditionalistische Gemeinschaften, besonders die kontemplativen zuzulassen, ist gering.

Die Benediktiner von Le Barroux haben einmal vergeblich darum gebeten.

Es gibt in der Diözese keine Weltpriester, welche die Alte Messe zelebrieren.

Mindestens drei junge Geistliche möchte dies tun. Aber sie wagen es nicht, weil sie von ihren Dechanten unter Druck gesetzt werden.

Die Petrusbruderschaft besitzt ihre eigene Kapelle St. Thérèse in Namur, wo die Alte Messe jeden Sonntag gefeiert wird.

Während der Woche zelebrieren Priester der Bruderschaft die Alte Messe in der Kathedrale von Namur.

Im Marien-Erscheinungsort Beauraing im Süden von Namur wird die Alte Messe gelegentlich gefeiert.

Diözese Tournai

Bischof Guy Harpigny (61) von Tournai hat die Alte Messe gelegentlich gefeiert.

Doch das bewirkte einen massiven Widerstand seiner Mitarbeiter in der Diözesankurie.

In der Diözese sind zwei Alte Messen erlaubt, sie dürfen aber nicht beworben werden.

Es gibt eine tägliche Alte Messe in Havré, einem Ortsteil der 91.000-Seelen-Stadt Mons im Südwesten Belgiens. Diese Messe wird von einem Priester des Christ-Königs-Instituts gefeiert.

In der kleinen Ortschrift Bramenil zelebriert ebenfalls ein Priester dieses Instituts jeden Sonntag und Festtag eine Alte Messe.
      
10 Lesermeinungen
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#10   Jörg Guttenberger, Köln   23:50:54 | Samstag, 16. Januar 2010
Fridericus: alte Liturgie
Daß es sich bei den Anhängern der alten Liturgie ausscnließlich um Fundis handelt, stimmt nachweislich nicht.
Das Problem ist durch die radikale Liturgiereform PVI entstanden, und wie Sie wissen, ist selbst heute das Hochamt noch ein Provisorium in dem – im Gegensatz zur vorkonziliaren Praxis und der heutigen sonntäglichen Übung in Groß-St. Martin in Köln immer noch mehr oder weniger viel rezitiert wird. Selbst in St. Apostel in Köln, das gerne als liturgisches Aushängeschild gehandelt wird, habe ich während des abendlichen Hochamtes am 15. August 2008 erlebt, wie die Gemeinde das „Vater unser“ nur rezitiert hat.
Die Grun dform der Liturgie ist nun einmal traditionsgemäß die missa cantata und nicht die missa recitata, Sie können sich im gesamten Osten davon überzeugen.
Obwohl, wie gesagt, selber kein Anhänger der alten Liturgie, habe ich volles Verständnis für diejenigen, die die göttliche Kalokagathia mangels anderer Möglichkeiten im tridentinischen Hochamt suchen. Mir selbst steht außer der genannten Möglichkeit in Köln noch die (katholische) byzantinische Liturgie offen, weil ich in dieser Tradition zum Teil aufgewachsen und daher dort genauso zu hause bin, wie in der lateinischen.
Ich kenne genügend Leute, die gleich mir konservativ, trotzdem die alte Liturgie vorziehen, obwohl sie nicht mit den Pius-Brüdern und damit dem Katholizismus sympathisieren.
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#9   Fridericius †   01:15:27 | Samstag, 16. Januar 2010
Jörg Guttenberger
Also wenn ich hier so rumlese, dann müssten Sie die Frage andersrum stellen: Wieso verpulvern die Fundis hier soviel Energie auf die Alte Liturgie?
Eigentlich isses aber eh wurscht in welcher Weise die Zaubersprüche aufgesagt werden. Funktioniert ja weder im alten noch im neuen Ritus.
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#8   Jörg Guttenberger, Köln   01:08:11 | Samstag, 16. Januar 2010
Alte Litiurgie
Ich gehöre zwar nicht zu den Anhängern der alten Litrgie, trotzdem ergibt sich für mich die Frage, warum sie von manchen Leuten geradezu fanatisch abgelehnt wird. Ist es nicht weit sinnvoller, die hier verpulverten Energien gegen die Abtreibung („donum“ vitae usw.) und andere Mißstände (Diktatur des Relativismus, Genderrevoltion, politisch Korrekte usw.) einzusetzen?
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#7   Kairos †   14:02:08 | Donnerstag, 14. Januar 2010
@ ruhrgebietler
Ich höre jetzt schon meinen priesterlichen Freund Jan, der eine Gemeinde in Anderlecht (Bereich Brüssel-West) lachen und ganz entgeistert schauen.
Ruhrgebietler, es ist schon klar, Ihr Vorschlag ist dann wahres bei den Menchen sein der Kirche. Es könnte dann nur sein, dass die Menschen nicht mehr da sind, aber Hauptsache ist ja die ewig gültige trid. Liturgie. Träumen Sie nur Ihren Traum, ich hoffe, es gibt für Sie kein böses Erwachen.
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#6   Ottonis   12:29:31 | Donnerstag, 14. Januar 2010
Wie immer
„…maronitische, orthodoxe oder koptische Liturgien …“
man hat ein Problem mit der eigenen Identität und damit mit der eigenen Liturgie …
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#5   r.ruhrgebietler   12:24:34 | Donnerstag, 14. Januar 2010
ja, siggi666
es sollte nur noch die ewig gültige trid. Liturgie zelebriert werden und im Wochenaushang benannt werden!
Dann könnte vielleicht noch etwas gerettet werden.
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#4   noch ein Landorganist   12:17:01 | Donnerstag, 14. Januar 2010
Verbot der Werbung
ein solches „Verbot“ sollten die Gläubigen einfach ignorieren und ihre Termine ganz normal an Anschlagtafeln und in der Zeitung vekanntgeben.
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#3   Kairos †   11:57:22 | Donnerstag, 14. Januar 2010
@ frasim
die Bewertung „gut“ ist eine relative Aussage. Gibt es hierzu verlässliche, nachprüfbare Zahlen???
A propos Sprache: dass Sie Siggi aus teuflich bezeichnen halte ich für unverschämt. Sie hätten es wahrscheinlich auch nicht gerne, wenn Sie derart qualifiziert würden. Oder sind die guten Sitten aufgekündigt und wir dürfen uns hier gegenseitig beleidigen?
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#2   Frasim   11:21:55 | Donnerstag, 14. Januar 2010
@teuflische Siggi
Schon mal überlegt, ob das eine eventuell mit dem anderen zusammenhängen könnte!???
Die traditionellen Gemeinschaften haben guten Zulauf, sowohl im Priesternachwuchs, als auch bei den Gläubigen!
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#1   siggi666 †   11:09:12 | Donnerstag, 14. Januar 2010
Während ihr euch streitet,
ob man nun rechts rum beten soll oder links rum, fällt die RKK weiter in sich zusammen.
Die Gemeindeglieder laufen in Scharen davon.
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