Johannes Paul II.
Der Papst spürte, daß die Welt mit ihm war
Seit 29 Jahren weiß der Vatikan, wer hinter dem Anschlag gegen Johannes Paul II. gesteckt hat. Aber er schweigt zu dem Thema bis zum heutigen Tag.
Kurienkardinal Achille Silvestrini
Kurienkardinal Achille Silvestrini
© Andrea Caranti, CC
(kreuz.net) Der Sowjetblock empfand Papst Johannes Paul II. als „große Bedrohung“, als der Türke Ali Agca im Mai 1981 ein Attentat auf den Papst verübte.

Das erklärte der emeritierte altliberale Kurienkardinal Achille Silvestrini (86) am Sonntag vor der Turiner Tageszeitung ‘La Stampa’:

„Die Augen der Welt waren wegen der Neuheit von Solidarnosc auf Johannes Paul II. gerichet“ – führt der Kardinal aus:

„Das stellte im Osten eine völlig neue Erfahrung dar, die nach dem Papstreise des Jahres 1979 in Polen entstanden war.“

Kardinal Silvestrini war in dieser Zeit vatikanischer Außenminister.

Papst Johannes Paul II. wurde als Vater und Förderer dieser katholischen Gewerkschaftsbewegung betrachtet.

„Wenn es Ali Agca gelungen wäre, den Papst zu töten, wäre das zugunsten der UdSSR und der kommunistischen Regime des Ostens ausgefallen“ – erklärt der Kardinal.

Damit wäre auch die Bürgerbewegung in Polen zu einem schnellen Stillstand gekommen –„umso mehr als zwei Wochen nach dem Attentat auch der polnische Primas Stefan Wyszynski verstarb.“

Kardinal Silvestrini erinnert sich: Während der Vatikan die Papstreise des Jahres 1979 nach Polen vorbereitete „haben wir verstanden, daß dieser Besuch eine direkte Konfrontation mit den Sowjets darstellte, welche Polen damals in der Hand hatten.“

Der Kardinal läßt auch keine Zweifel darüber, wie Johannes Paul II. den Anschlag beurteilte:

„Nach dem Attentat auf dem Petersplatz kam der Papst zur klaren Überzeugung, daß der Ursprung dieser Tat im Osten zu suchen war.“

Der Kardinal fügt hinzu: „Wir waren der Ansicht, daß sich der Auftraggeber im Sowjetblock befand.“

Der Vatikan war sich im klaren, daß der sowjetische Geheimdienst KGB oder ein anderer sowjetischer Geheimdienst hinter dem Anschlag steckte.

Dennoch hat der Vatikan in den 29 Jahren seit der Tat den Finger nie offiziell gegen Moskau gerichtet.

Zum Papstattentäter erklärt Kardinal Silvestrini: „Unser Eindruck war, daß es Agca nicht allzusehr klar war, daß er der Ausführer eines größeren Planes war, das weit über ihm orchestriert wurde.“

Der Kardinal geht davon aus, daß Agca nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis keine Geheimnisse lüften wird: „Bereits während der Prozesse hat er alles und das Gegenteil von allem gesagt und sich dadurch völlig unglaubwürdig gemacht.“

Die Journalisten, die von überall auf der Welt erschienen, um an dem Prozeß teilzunehmen, reisten nach den Worten des Kardinals schnell wieder ab – „weil klar war, daß er nichts Konkretes aussagen würde.“

Kardinal Silvestrini sprach auch von der Rekonvaleszenz des Papstes nach dem Attentat. Diese dauerte lange und war begleitet von weiteren Einlieferungen ins Spital wegen einer Infektion und wegen der körperlichen Leiden, die im Gefolge des Attentates zutage traten.

Doch der Papst habe zugleich gespürt, „daß die Welt mit ihm war.“
      
20 Lesermeinungen
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#20   welli   11:43:35 | Freitag, 22. Januar 2010
Die „Bösen Onkelz“
Sensemann und Co lassen grüssen – bedauernswerte Geschöpfe!
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#19   Denkender   23:35:16 | Donnerstag, 21. Januar 2010
Die „Bösen Onkelz“ hatten ja auch einen rechtsextremen Hintergrund, von dem sie sich später
distanzierten – fragt sich, wie glaubwürdig.
Fest steht, daß der B.-O.-Sänger einen furchtbaren Autounfall verschuldete und anschließend die Flucht ergriff, ohne Hilfe zu leisten, und nachträglich leugnete, am Steuer gesessen zu sein, was die Polizei widerlegen konnte.
Eine bedauernswerte Kreatur, für die man beten muß.
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#18   HeinrichderZweite   23:31:29 | Donnerstag, 21. Januar 2010
@ErnstSchneider
Singt da nicht der Typ, der die beiden Jungen fast umgebracht hat. Auch so einer, der allen Grund hat anders so anzuscheißen.
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#17   Denkender   23:29:00 | Donnerstag, 21. Januar 2010
@Heinrich der Zweite: Udo Jürgens ist leider ein typisches Kind seiner Zeit …
und noch dazu im kirchenskeptischen Kärnten aufgewachsen.
Udo Jürgens in „Gehet und mehret euch“
Und da hat einer gütige Hände
und ein gutes kluges Gesicht.
Aber denkt er das Diesseits zu Ende
wenn er vom Jenseits spricht?
Kondom tabu und Pille verpönt
denn aus beruf’nem Munde ertönt:
Gehet hin und vermehret euch
gehet hin und vermehret euch!

hat da nicht der Teufel die Hände im Spiel?
Denn der hat ja so viele Gesichter,
schöne Masken der Niedertracht.
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#16   ErnstSchneider   23:27:18 | Donnerstag, 21. Januar 2010
Was geht euch das Sexuelleben
Von Udo Jürgens oder anderen an.
Ihre Texte sind doch harmlos.
Was haltet ihr hiervon?
www.youtube.com/watch?v=YO_N9Z9HqQM&…
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#15   _zeitgeist   23:27:02 | Donnerstag, 21. Januar 2010
ja doch
Reinhard Mey ist ja nicht der einzige deutsche Musiker, der den Papst in einem Lied kritisierte –
auch Udo Jürgens kritisiert den Papst
und beide finden reichlich Platz in dem Sack, in dem die 68er Sozialarbeiter-Heuchler und Unrasierten reichlich Platz nehmen sollten.
Wo ist der Knüppel…
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#14   HeinrichderZweite   23:21:50 | Donnerstag, 21. Januar 2010
@Denkender
Na wenn man in der Boulevardpresse Herrn Jürgens Sexualleben so ein wenig verfolgte, dann wird ganz klar, dass der allen Grund hatte andere zu kritisieren.
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#13   Denkender   23:20:12 | Donnerstag, 21. Januar 2010
Reinhard Mey ist ja nicht der einzige deutsche Musiker, der den Papst in einem Lied kritisierte –
auch Udo Jürgens kritisiert den Papst in Gehet und mehret euch noch viel schärfer: Er hat ein gutes liebes Gesicht … Masken der Niedertracht …
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#12   HeinrichderZweite   23:16:09 | Donnerstag, 21. Januar 2010
@Reinhard Mey
Ich mag seine Lieder ja sogar zum Teil. Wenn er dem Zeitgeist nicht dienen würde, dann wäre er heute n netter Rentner, der seinen Enkeln auf der Guitarre Liedchen vorsingen würde. Der Zeitgeist ernährt seine Adepten schon, zumindest die, denen Gott Talent gegeben hat.
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#11   Denkender   23:07:24 | Donnerstag, 21. Januar 2010
Viele Päpste – vielleicht sogar die Mehrzahl, wenn man an das Mittelalter denkt – waren böse alte
Männer – und zumindest subjektiv empfinden gläubige Katholiken die beiden Modernismus- und NOM-Päpste Montini und Wojtyla als böse alte Männer … auch wenn Wojtyla zu Beginn seines Pontifikates 1978 noch recht jung war.
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#10   welli   21:48:11 | Donnerstag, 21. Januar 2010
@lateinheini
Also zwischen dem Papst nicht mögen und ihn in einem seiner Lieder als bösen Mann zu bezeichnen ist immerhin ein Unterschied. Ausserdem wenn Herr Mey den Papst als Nachfolger des Hl. Petrus nicht mag, dann will er auch von Jesus Christus nichts wissen oder er strickt seine eigene Religion.
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#9   lateiniheini   21:33:00 | Donnerstag, 21. Januar 2010
@welli
Wieso! Reinhard Mey sagt doch nichts gegen Gott und Jesus! Und das er den Papst nicht mag…naja, dieses „schwere Schicksal“ teilt er wohl mit Millionen anderen Menschen auf der Welt!
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#8   welli   21:31:01 | Donnerstag, 21. Januar 2010
Reinhard Mey…singt in einem seiner Lieder, dass der Papst ein böser alter Mann sei.
Ob sich Herr Mey jetzt Gedanken macht über ein Leben nach dem Tod, nachdem sein Sohn schon seit Monaten im Komma liegt. Ich möchte nicht in seiner Haut stecken.
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#7   Antipacelli †   17:35:57 | Donnerstag, 21. Januar 2010
@Prälat H.: Vielleicht ist er aber ein guter Schauspieler?!?
Ich finde, man sollte ihm schon eine Chance lassen!
Nachdem sich sein „Opfer“, der große polnisch-jüdische Schauspieler Karol Wojtyla. sich dann doch noch sooo gut mit ihm vertragen hat!!! :-S
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#6   Prälat Hinter †   17:25:18 | Donnerstag, 21. Januar 2010
Der Attentäter bezeichnet sich immer noch als Messias, den sollten die gleich wieder einbuchten !!!
Der hat eine an der Waffel und ist in Sicherheitsverwahrung zu nehmen…
Weg mit dem Depp…
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#5   Antipacelli †   16:48:10 | Donnerstag, 21. Januar 2010
@Sycamore: Nachdem schon die Wahl Wojtylas zum „Papst“ ungültig war,
(der eigentlich Gewählte, Kard. Siri, hatte unter massivem Druck die Wahl nicht angenommen; mehr dazu in dem Buch Die Verfinsterung der Kirche …ww.verlag-anton-schmid.de/files/verfin_ki.html über die Machtübernahme im Vatikan durch Jüdlinge und Freimaurer – es sich liest wie ein Krimi!) und er von einem Scheinpapst (Giovanni B. Montini) zum Kardinal erhoben wurde, war er nicht mehr und nicht weniger als ein Weihbischof, also allenfalls „Seine Exzellenz“! o^/ :-@
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#4   Sycamore   12:54:23 | Donnerstag, 21. Januar 2010
@ Antipacelli: Formsache
Ein Papst ist „seine Heiligkeit“, genauso wie u.a. der Dalai Lama, ein Kardinal ist „seine Eminenz“, ein Bischof ist „seine Exzellenz“. Zur Zeit des Attentats war Karol Wojtyla Papst.
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#3   sanfrancesco   11:36:42 | Donnerstag, 21. Januar 2010
Zu Reinhard Mey: Böser alter Mann
Ich kenne das Lied nicht – aber spricht man nicht von „bösen alten Männern“ wenn es solche sind, welche die Wahrheit unverhohlen aussprechen, weil sie karrieremäßig nichts mehr zu verlieren haben, oder nicht wiedergewählt werden wollen. Oft verwandeln sich pensionierte Politiker (aber auch Bischöfe) in „böse alte Männer“. Wenn Reinhard Mey den Papst als solchen bezeichnet, kann man dem Sänger, wenn er es wie oben beschrieben meint, recht geben. ^-^
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#2   Antipacelli †   10:36:00 | Donnerstag, 21. Januar 2010
Kann mir denn jemand sagen, wieviel Schüsse denn nun genau bei dem „Attentat“ am 13. Mai 1981 auf
seine Exzellenz Karol Wojtyla abgegeben wurden und wo er überall verletzt wurde?
Man hört da immer wieder die unterschiedlichsten Angaben…! O:)
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#1   DerRabe   10:32:52 | Donnerstag, 21. Januar 2010
Reinhard Mey…
…singt in einem seiner Lieder, dass der Papst ein böser alter Mann sei. Wie stellt sich Reinhard Mey denn gerechtigkeit vor? Gott an den Nagel hängen und die eigenen gerechtigkeit versuchen? Wer immer das macht, der führt uns noch tiefer in Lug und Trug, in glatte Worte und Verführungen.
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