17:29:29 | Donnerstag, 21. Januar 2010
Während Feministen große Sprüche über die Befreiung der Frau klopfen und von staatlichen Förderungen leben, hat sie den Frauen geholfen. Jetzt starb sie beim Erdbeben in Haiti.
(kreuz.net) Bei dem schweren Erdbeben in Haiti kam auch Zilda Arns Neumann (75) – die Schwester des emeritierten
Erzbischofs von Sao Paolo, Paulo Evaristo Kardinal Arns (88), ums Leben.
Frau Neumann galt als die bekannteste
Frau Brasiliens. Sie war Gründerin der katholischen Kinderpastoral – Pastoral da Criança – in Brasilien.
Das Werk hat zum Ziel, die Kindersterblichkeit zu senken. Zu diesem Zweck hielt sich Frau Neumann auch
in Haiti auf.
Nach Angaben des Kölner ‘domradios’ starb sie, als sie mit zwei brasilianischen UN-Soldaten
durch die Straßen der Hauptstadt ging, und dabei während des Erdbebens vom 12. Januar durch herabstürzende
Trümmer erschlagen wurde.
Das Beben erreignete sich kurz vor 17.00 Uhr Ortszeit.
Nach Angaben der französischen
Tageszeitung ‘Le Monde’ starb Frau Neumann dagegen, als die Decke über ihr zusammenbrach, während sie
in Port-au-Prince einen Vortrag hielt.
Rassistische Übergriffe gegen DeutscheFrau Neumann wurde im
Jahr 1934 in eine deutsche Familie geboren, die in einem deutschsprachigen Dorf des Staates Santa Catarina
im Süden Brasiliens wohnte.
Ihre Eltern waren tiefkatholische Einwanderer aus dem Dorf Reil an der Mosel
im Bistum Trier.
Die 1000-Seelen-Ortsgemeinde befindet sich im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz.
Der Vater war Geschäftsmann. Die Familie hatte dreizehn Kinder. Fünf von ihnen wurden Ordensleute.
‘Le Monde’ berichtete, daß Frau Neumann ihrer Mutter während des Zweiten Weltkrieges helfen mußte,
deutsche Bücher zu verbrennen und deutsche Schallplatten einzugraben, weil die deutschstämmige Familie
rassistische Übergriffe gegen Deutsche befürchtete.
Spektakuläre ResultateJeden Sonntag besuchte
sie als Kind um 6.00 Uhr morgens die Heilige Messe.
Ab dem Jahr 1959 wirkte sie als Kinderärztin in
Curitiba, der Hauptstadt des Bundesstaates Parana.
Das Leben von Frau Neumann blieb nicht von schweren
Schicksalsschlägen verschont: Ihr Sohn starb im Alter von drei Jahren. Ihr Ehemann ertrank beim Versuch,
eine Jugendliche zu retten, welche die Familie Neumann bei sich aufgenommen hatte. Eine Tochter starb
bei einem Verkehrsunfall.
Auf Anregung ihres Bruders, Kardinal Paulo Evaristo Arns, gründete sie im
Jahr 1982 die katholische Kinderpastoral.
Der Vorschlag erfüllt sie mit großer Freude: „Das war es,
was ich immer tun wollte: Die Mütter zu unterrichten, sich besser um ihre Kinder zu kümmern“ – zitiert
sie ‘Le Monde’.
Frau Neumann begann, Maßnahmen gegen die hohe Kindersterblichkeit in Brasilien zu entwickeln.
Das Projekt begann in der Stadt Florestópolis im Bundesstaat Paraná. Nach nur einem Jahr konnte die
dortige Kleinkinder-Sterblichkeitsrate von 127 auf 28 von 1.000 Lebendgeburten gesenkt werden.
Die brasilianischen
Bischöfe beschlossen, die Organisation in allen 27 Bundesstaaten Brasiliens aufzubauen.
Heute beträgt
die Kindersterblichkeit in den von der Pastoral da Criança betreuten Gemeinden durchschnittlich 15 Todesfälle
pro tausend Kinder.
Frau Neumanns Werk ist inzwischen die größte Freiwilligenorganisation Brasiliens
mit mehr als 258.000 Mitarbeitern – fast nur Frauen – in 37.000 Städten und Dörfern Brasiliens.
Das
Werk begleitet 1.3 Millionen Familien, 100.000 Schwangere und 1.8 Millionen Kleinkinder.
Für die kirchenfeindliche
Tageszeitung ‘Le Monde’ ist Frau Neumann ein Phänomen – „eifrig christlich, eher konservativ, eine Gegnerin
der Abtreibung wie die meisten Brasilianer und wirklich nicht feministisch, hat sie die größte Frauenorganisation
des Landes aufgebaut.“
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#17
Anmut 23:08:46 | Freitag, 22. Januar 2010
#16
Goldengel 10:01:44 | Freitag, 22. Januar 2010
#11
Leo Miles 21:52:06 | Donnerstag, 21. Januar 2010
#10
LM. 21:41:30 | Donnerstag, 21. Januar 2010
#9
Pascal123 21:38:23 | Donnerstag, 21. Januar 2010
#7
Pascal123 21:27:59 | Donnerstag, 21. Januar 2010
#6
Leo Miles 20:54:21 | Donnerstag, 21. Januar 2010
#4
Gotthard 19:43:35 | Donnerstag, 21. Januar 2010