Benedikt XVI.
Vom „deutschen Rom“ zum Rom am Tiber
Freude und Zustimmung in Bayern für den bayerischen Papst.
Benediktiner sehen im Papstnamen besondere Verbundheit mit Bayern. Applaus im Liebfrauendom von München.
(kreuz.net, München) Beifall für Benedikt XVI. in seiner ehemaligen Kathedrale, dem Münchener Liebfrauendom. Mehrere hundert Menschen waren nach der Bekanntgabe der Nachricht von der Wahl Kardinal Joseph Ratzingers zum Papst am Dienstag abend, 19. April, in den Dom gekommen.

Dort feierte der Bischofsvikar der Seelsorgsregion München, Weihbischof Engelbert Siebler, die Heilige Messe für den aus dem Erzbistum stammenden Heiligen Vater, der von 1977 bis 1982 hier Erzbischof war. Das berichtet die Pressestelle der Erzdiözese München-Freising.

Er sehe eine gute Verbindung zwischen München, „dem deutschen Rom“, und dem Rom am Tiber, sagte der Weihbischof unter dem großen und anhaltenden Beifall der Gläubigen. Die Menschen aller Altersgruppen, die auch noch während des Gottesdienstes in den Dom kamen, zeigten sich überrascht von der Wahl und zugleich sehr erfreut, daß ein Bayer jetzt Oberhirte der katholischen Weltkirche ist.

Weihbischof Siebler sagte, es sei das erste Mal in der Kirchengeschichte, daß ein Papst aus München komme und daß ein Erzbischof in der Nachfolge des Diözesanpatrons St. Korbinian nun Nachfolger Petri in Rom sei. Immer wieder von Beifall unterbrochen, rief der Weihbischof die Gläubigen zum Gebet für Benedikt XVI. auf, um ihm so die Bürde seines Amtes tragen zu helfen.

Erfreut zeigten sich bayerische Benediktiner über die Namenswahl von Kardinal Ratzinger für das Papstamt. Es ist der Name des Ordensgründers der Benediktiner und Patrons Europas, des heiligen Benedikt von Nursia, der als Vater des abendländischen Mönchtums verehrt wird. Er werte dies auch als eine besondere Verbundenheit des Papstes mit seiner bayerischen Heimat, die von benediktinischem Geist geprägt und kultiviert worden sei, sagte der Abt der Benediktinerabtei St. Bonifaz, München und Andechs, Johannes Eckert.

Der emeritierte Münchener Weihbischof Franz Schwarzenböck, der zusammen mit Kardinal Ratzinger und weiteren 42 jungen Männern 1941 in Freising zum Priester geweiht worden war, sprach von einer hohen Auszeichnung für das altbayerische Erzbistum und seine Priesterschaft. Von Anfang an habe der neue Papst der Priestergemeinschaft des Erzbistums angehört. Schon den jungen Dozenten und späteren international renommierten Theologieprofessor hätten viele Geistliche aus der Erzdiözese als Studenten gehört.

Der Vorsitzende des Diözesanrates der Katholiken, der Laienrepräsentanz im Erzbistum, Professor Alois Baumgartner, wies darauf hin, daß der neue Papst als Präfekt der Römischen Glaubenskongregation seine Wertschätzung gegenüber den Diözesanräten und den Pfarrgemeinderäten zum Ausdruck gebracht habe. Er habe sie als wichtiges Element des kirchlichen Lebens bezeichnet. Baumgartner zeigte sich überzeugt, daß Ratzinger auch als Papst gegenüber der ehrenamtlichen Tätigkeit der Gläubigen und den organisatorischen Formen des Ehrenamtes aufgeschlossen sein werde. Seine Wahl zum Papst sei ein Impuls und eine Ermutigung für alle Gläubigen, sich für eine Verlebendigung der Kirche in den Dienst nehmen zu lassen.

Die Wahl Ratzingers zum neuen Papst wurde mit vollem Glockengeläut von den Türmen der katholischen Pfarrkirchen Bayerns als freudige Botschaft ins ganze Land verkündet.
      
3 Lesermeinungen
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Kommentar schreiben
#3   GerdEric   20:00:30 | Donnerstag, 21. April 2005
Lieber Lecksus
erstens bin ich weder Katholik,
noch heisse ich so,
Auch wüsste ich nicht,
aus welchen meiner Äusserungen derlei fabulieren ableiten kannst…
auch glaube ich,
dass ich sachlicher bin,
als Du…
auch halte ich Deinen Text einfach für blödsinnig.
mit grosser Anteilnahme
GerdEric
Redaktion benachrichtigen
#2   lexus †   19:52:19 | Donnerstag, 21. April 2005
@ Katholik
ich dacht immer,
Ratzinger sei Katholik…
das ist er.
dass du dir unter dem Begriff „Katholik“ jemanden vorstellst, dem du ins Gesicht spucken kannst, worauf er die Pflicht hat zu behaupten, dass es angefangen hat zu regnen, ist nichts neues. Deine Vorstellung resultiert halt nicht aus deinem Wissen oder Erfahrung, sondern aus deiner Impertinenz.
Redaktion benachrichtigen
#1   GerdEric   09:51:20 | Donnerstag, 21. April 2005
dröhnendes Kopfschütteln
ich dacht immer,
Ratzinger sei Katholik…
was zählt denn,
dass er einen deutschen Pass hat
(hat er den tatsächlich noch (nötig))?
Wer Katholik ist,
für den ist doch die Nationalität passé
(wie natürlich ein Jude auch nur ein Jude ist)
Eine Auszeichnung für Baiern?
Nur weil ein „Baier“ nun Papst ist,
fällt nicht automatisch ein Segen auf ganz Baiern…
das wäre tiefstes Heidentum…
So wurden früher Christen gemacht,
der Oberheide
(ich meine nicht Ratzinger,
hier meine ich nur das Geschichtliche Treiben)
bekehrte sich zum Christentum,
und alle Untertan wurden automatisch Christen…
Ich sähe es eher als Verpflichtung an.
Dass Ratzinger seinen christlichen Glauben auch tatsächlich lebt,
das nehme ich an,
aber Wirkung hat es erst dann für die Katholiken,
hier insbesondere die Baiern,
wenn sie den Katholizismus selbst leben,
und nicht nur,
wie es doch üblich ist,
oberflächlich…
Herzliche Grüsse und nehmt diesen Zeugen des Christentums ernst
(eigentlich meine ich damit die viel zu vielen Katholiken,
die sich eben nur oberflächlich zum Katholizismus bekennen,
die noch gewonnen werden müssten)
GerdEric
Redaktion benachrichtigen
Weiterlesen:
Benedikt XVI.Bayern im Freudentaumel Benedikt XVI.Als Kind fast in einem Teich ertrunken Benedikt XVI.Kardinal Ratzinger: „Der Laizismus ist eine Ideologie geworden, die sich der Gesellschaft aufdrängt“
RSS Feed  •  News Ticker  •  Kontakt  •  Impressum
© CC-BY-NC-SA 2012 kreuz.net