Wenn der Bayer aus dem Konklave springt, das Geld schon in der Kasse klingt: Papst Benedikt ist nicht nur der Pontifex Maximus der Römischen Kirche, sondern auch ein bayrischer Kassenschlager.
(kreuz.net, Marktl/Inn) So groß die Freude des bayrischen Volkes über ihren berühmten Landsmann, so
schnell der Gedanke, aus dem bayrischen Pontifex Maximus Profit zu schlagen.
Flink hat sich das verschlafene
Dörfchen Marktl am Inn – der Geburtsort des neuen Papstes – über Nacht in einen Wallfahrts- und Tourismusort
verwandelt. Die ersten Pilger kamen aus den umliegenden Ortschaften, aus dem benachbarten Österreich
und nicht zuletzt aus den TV-Studios der weiten breiten Welt.
Das verschlafene Dorf hat den Augenblick
nicht verschlafen. In der Auslage einer örtlichen Konditorei werden schon „Benedikt-Mützen“ angeboten.
Das Hefe-Gebäck ähnelt einem Krapfen oder Berliner. Auch Konkurrenz von nebenan hat das Sortiment dem
großen Sohn des Ortes angepaßt. Je nach Geschmack kann man den neuen Papst dort in drei verschiedenen
Sorten verspeisen.
Zur Auswahl stehen die „Ratzinger-Schnitte“ aus Biskuitteig mit Marmelade, Schokolade
und Marzipan, die „Papst-Benedikt-Torte“ mit Marzipan und Schokolade. Für weniger Süße und Diabetiker
eignet sich vielleicht das „Vatikanbrot“ mit Sesam, Leinsamen, Sonnenblumenkernen – und einem eingeritzten
Kreuz.
Mögen die katholischen Bayern darob das Tischgebet nicht vergessen: „Benedictus benedicat“ –
„Der Gesegnete möge segnen!“ Wer die neuen Produkte innerhalb der ersten Tage nach der Papstwahl kauft
und verspeist, hat natürlich einen ganz besonderen Anteil an der Magie des Augenblickes.
Neues vom Papst
gibt’s nicht nur in den lokalen Backstuben. Auch der Bierbrauer – ein echter Bayer eben – hat die Gunst
der Stunde genutzt und eine schlaflose Nacht hinter sich gebracht. Statt sich dem Schlummer hinzugeben,
habe er neue Etiketten für das „Marktl Papstbier“ kreiert.
Eine Kiste des neuen Hopfentees sei schon
unterwegs nach Rom.
Ob sich Papst Benedikt der XVI. darüber freuen wird? Joseph Kardinal Ratzinger jedenfalls
hat dem Marktler Bürgermeister 1997 ein Gläschen Wein abgeschlagen.
„Nur Orangensaft“ antwortete er
auf das alkoholisierte Angebot.
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