Langsam beginnen sich Rom und die Welt an den neuen Pontifext Maximus. Es starten die päpstlichen Pflichten
und die eifrigen Arbeiten für die Amtseinführung am Sonntag.
Der Papst verläßt den Vatikan zum zweiten
Mal Letzte Aktualisierung: 16.30
16.30 – Der Papst verläßt den Vatikan zum zweiten Mal
Der Papst kehrt ein zweites Mal in seine alte
Wohnung zurück. Er legte die sehr kurze Strecke vom Vatikan bis zu seinem Wohnsitz an der Piazza della
Città Leonina, die unmittelbar an den vatikanischen Mauern gelegen ist, in einem schwarzen Mercedes zurück.
Bereits gestern hat er seine alte Wohnung besucht. Das päpstliche Auto wurde sofort zum Anziehungspunkt
von Gläubigen und Journalisten. Benedikt XVI. begrüßte die Menge, bevor er das Gebäude betrat.
15.48 –
Gerüchte rund um das Konklave
Will man einem Bericht der römischen Tageszeitung „Il Messaggero“ Glauben
schenken, so habe nach dem ersten Wahlgang im Konklave Kardinal Carlo Maria Martini, der emeritierte Erzbischof
von Mailand, die meisten Stimmen auf sich vereinen können. Kardinal Martini gilt als sehr liberal und
wurde von den Medien wiederholt als Papstkandidat empfohlen. Er ist allerdings gesundheitlich sehr angeschlagen
und geht an einem Stock. Das Blatt behauptet weiter, über 100 der 115 wahlberechtigten Kardinäle hätten
im vierten Wahlgang für Joseph Kardinal Ratzinger gestimmt. Die am Konklave beteiligten Kardinäle haben
zu Beginn der Wahlen geschworen, nichts über die Vorgänge in der Sixtinischen Kapelle an die Öffentlichkeit
dringen zu lassen.
15.36 – Weltjugendtag erweitert Programm
Spontan reagierten die Organisatoren des
Weltjugendtags in Köln auf die Tatsache, daß der neue Papst ein Deutscher ist. Eine Programmerweiterung
sei geplant. Nach Angaben der Berliner Morgenpost sollen ausgewählte Jugendliche die Möglichkeit bekommen,
mit Papst Benedikt XVI. zu sprechen. Ob der Heilige Vater im Rahmen des Weltjugendtags noch andere Orte
Deutschlands besuchen wird, ist unklar. Ein Treffen mit Bundespräsident Horst Köhler sei vorgesehen.
14.53 – Kein großer Jubel beim Abt von Einsiedeln
Er sei „nicht in großen Jubel“ über die Wahl Joseph
Kardinal Ratzingers zum Papst ausgebrochen, meinte der Abt des schweizerischen Klosters Einsiedeln, Martin
Werlen (42). In einem Offenen Brief hat er sich am Mittwoch an Papst Benedikt gewendet. Darin richtete
er dem Heiligen Vater aus, daß ihm bewußt war, daß seine Wahl „gerade in der Schweiz auf großen Widerstand
stoßen wird“. Der junge Abt, der einem sehr überalterten Kloster mit vielen Gebäuden und wenig Nachwuchs
vorsteht, weist den neuen Pontifex Maximus gleichzeitig auf das benediktinische Lebensverständnis hin:
„Höre und du wirst ankommen.“
14.22 – Kardinal Kasper: „Brüderliche Begegnung“
Kardinal Walter Kasper
sprach mit ‘Radio Vatikan’ über sein erstes Zusammentreffen mit Papst Benedikt XVI: „Ich war sehr bewegt,
von der Begegnung am vergangenen Dienstag, wo ich ihm zum ersten Mal als Papst begegnet bin – in einer
neuen Weise, das war sehr brüderlich, sehr freundlich. Und er ist gleich eingegangen auf das Anliegen
der Ökumene – das zeigt doch, daß er kein verschlossener, engstirniger Mensch ist, dieser Joseph Ratzinger.“
Der deutsche Kardinal, der heute vom Heiligen Vater in seinem Amt als Vorsitzender des „Päpstlichen Rates
zur Förderung der Einheit der Christen“ bestätigt worden war, bezeichnete seinen deutschen Landsmann
als reflektierten Menschen mit Positionen. Nur jemand mit eigenen Positionen könne anderen offen und
respektvoll begegnen. „Ein Wischiwaschi nützt überhaupt niemandem“, so Kardinal Kasper. Der Kurienkardinal
hat in der Vergangenheit des Öfteren Schwierigkeiten mit dem neu gewählten Papst gehabt. So wurden etwa
über das Dokument „Dominus Jesus“ Debatten ausgetragen. Aber auch darin, meinte Kardinal Kasper im Gespräch,
sei es zu Annäherungen gekommen.
12.45 – Papst Benedikt XVI. ernennt die Kurie
Papst Benedikt XVI.
bestätigte heute vormittag alle Kurienkardinäle und Kurienerzbischöfe in ihren Ämptern. Die Leiter
der Kongregationen und die Präsidenten der Päpstlichen Kommissionen und Räte behalten laut Mitteilung
des Vatikans „donec aliter provideatur“ – „bis auf weiteres“ – ihre Funktionen. Kardinal Angelo Sodano
wird auch unter Papst Benedikt XVI. Staatssekretär sein. Das Amt des vatikanischen Staatssekretärs entspricht
der Funktion eines Ministerpräsidenten in einer weltlichen Regierung. Erzbischof Leonardi Sandri bleibt
Substitut im Staatssekretariat, also Innenminister des Vatikans. Erzbischof Giovanni Lajolo ist auch weiterhin
Außenminister. Wer in den Fußstapfen Kardinal Ratzingers Präfekt der Glaubenskongregation wird, steht
noch nicht fest.
11.35 – Ausverkauft
Die italienische Sonderausgabe der Vatikanzeitung „Osservatore
Romano“ ist ausverkauft. Die begehrte Zeitung ist noch im Internet zu Schwarzmarktpreisen erhältlich.
In den nächsten Tagen sollen weitere Ausgaben erhältlich sein.
11.01 – „Sehr, sehr bewegt“
„Ich bin
wirklich sehr, sehr bewegt“, sagte Papst Benedikt XVI., als gestern abend Tausende Gläubige den Weg von
seiner alten Wohnung in den Vatikan mit Jubel säumten.
10.52 – Vorbereitungen zur Amtseinführung
Am
Sonntag findet in Rom die Amtseinführung von Papst Benedict XVI. statt. Zur feierlichen Zeremonie werden
laut Schätzungen des römischen Zivilschutzes mindestens eine halbe Million Pilger erwartet. Unter den
Gästen haben sich bereits Staats- und Regierungschefs angemeldet. Auch der deutsche Kanzler Gerhard Schröder
an den Feierlichkeiten teilnehmen. Aus diesem Grund seien nach Angabe des Zivilschutzleiters die selben
Sicherheitsmaßnahmen wie beim Requiem von Papst Johannes Paul II. notwendig. Bei der Beerdigung vor zwei
Wochen war der Luftraum über Rom zeitweise komplett gesperrt.
9.30 – Wohlverdienter Ruhestand
Der Großcousin
von Papst Benedict XVI. sprach am gestrigen Mittwoch mit ‘ATVplus Aktuell’. „Ich habe Josef auch an diesem
16. April zu seinem Geburtstag gratuliert. Am Telefon sagte er zu mir, er wäre froh, wenn das Konklave
möglichst schnell vorübergehen würde, damit er endlich in den wohlverdienten Ruhestand gehen kann.“
Freilich hätten sie sich auch über eine mögliche Wahl Ratzingers zum Papst unterhalten. „Da sagte Josef
zu mir: Ich möchte dieses Amt nicht annehmen.“
Email-Adressen der Empfänger
1 Lesermeinung
Sie haben eine Meinung zu diesem Artikel? Dann verfassen Sie einen Beitrag. Bleiben Sie in Ihrem Kommentar sachlich und bemühen Sie sich um eine erträgliche Diskussionsatmosphäre. Bedenken Sie, daß Ihr Beitrag noch über Jahre hinweg abrufbar und durch Suchmaschinen im Internet auffindbar ist.
Die Redaktion übernimmt keine Verantwortung für den Inhalt der Leserbeiträge. Sie behält sich das Recht vor, Beiträge zu löschen oder Leser aus der Debatte auszuschließen.
Zuspruch Mein Zuspruch zum Amte „Inveritate Spiritui Sancto“ Ich habe dem Heiligen Vater, dem Pater Sanctus
Filiorum gemailt: Auch wenn es nur 100 Kardinäle waren, die DDir zuwählten, aber auch mein sanftes Stimmchen,
mea vox agni sacri et modesti et submissi – DDu sollst lange leben, lange streben, immerdar wandeln, wenn
nötig ein wenig kanzeln, immerdar lieben, auch die Dieben – mea Pastor Bonus et Populi Potentiae. Filia
iners et poetica Filiarum industriae sanctae