Deutschland
Die Schafe blöken, weil die Hirten schweigen
Zwei Organisationen deutscher Katholiken richten sich an Karl Kardinal Lehmann. Deutsche Bischöfe: „Christentum und Islam stellen zwei verschiedene Zugänge zu demselben Gott dar.“
(kreuz.net) In einem Europa, in dem „die Hölle los“ sei, sei es in erster Linie die Aufgabe der Hirten, zu reden und Einspruch zu erheben. Wenn diese „es aber nicht oder unzureichend tun, wollen wir als Katholiken nicht durch ein unzeitgemäßes Schweigen mitschuldig an der Entwicklung werden.“

Mit diesen Worten richtet sich Dr. Wolfgang Graf im Namen der „Vereinigung der Initiativkreise“ sowie der „Pro Sancta Ecclesia“ an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann.

Der Grund für die Wortmeldung ist das zögerliche Auftreten der Bischöfe angesichts der Welle von antiklerikalem Fundamentalismus, die gegenwärtig über Europa fegt.

Dr. Graf erwartet von den Bischöfen, daß sie „energisch und in aller Öffentlichkeit gegen die Verhöhnung der Lehre Christi und seiner Kirche auftreten und die zunehmende Diskriminierung der Katholiken im EU-Europa anprangern.“ Er zitiert in diesem Zusammenhang die Worte des emeritierten Erzbischofs von Salzburg, Georg Eder, wonach der Bischof auch bereit sein muß, das Martyrium auf sich zu nehmen.

Das Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz führt weiter aus, daß sich die katholische Kirche in Deutschland – auch nach der Analyse nichtkirchlicher Publikationen – in einer katastrophalen Lage befinde. Diese sei teilweise selbstverschuldet.

Als Beispiel erwähnt Dr. Graf die „Leitlinien für multireligiöse Feiern“ herausgegeben von Stellen der Deutschen Bischofskonferenz. Durch sie könne „bei zahlreichen Anlässen im öffentlichen Leben der christliche Gottesdienst durch multireligiöse Feiern mit Moslems und Angehörigen anderer Religionen ersetzt werden.“

Das könne nur religiöse Gleichgültigkeit erzeugen.

„Daß diese Einschätzung nicht unberechtigt ist, zeigt die ebenfalls in Ihrem [der Deutschen Bischöfe] Verantwortungsbereich erschienene »Arbeitshilfe Christen und Muslime in Deutschland«. Dort findet sich der ungeheuerliche Satz »Christentum und Islam stellen zwei verschiedene Zugänge zu demselben Gott dar«.“ Damit werde die Offenbarung in Jesus Christus, der allein Weg, Wahrheit und Leben ist, auf eine Stufe mit dem Islam gestellt und der Dreifaltige Gott wider alle Wahrheit und auch entgegen den Lehren des Islam selbst mit Allah gleichgesetzt.

Trotz Bitten und Proteste seien beide Texte nie zurückgezogen oder auch nur korrigiert worden. Es sei deshalb nicht erstaunlich, daß Politiker und Publikationen die katholische Kirche und deren Repräsentanten, die ihre eigene Lehre nicht mehr ernst nähmen, mit Geringschätzung behandelten.

Dr. Graf rechtfertigt sein öffentliches Schreiben an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz mit der von den Bischöfen bisher an den Tag gelegten „Gesprächsverweigerung“ zu den aufgeworfenen Mißständen.

Die beiden katholischen Organisationen versichern den Bischöfen, sich mit ganzer Kraft an ihre Seite zu stellen, wenn sie dem unchristlichen Zeitgeist entgegentreten, „weil wir unerschütterlich an der katholischen Lehre und der Hierarchie der Kirche festhalten.“
      
1 Lesermeinung
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#1   Elisabeth   11:41:12 | Mittwoch, 10. November 2004
Das eine hat mit dem Anderen nix zu tun!
Wenn es Gottseidank mittlerweile Richtlinien gibt ,wie man den Glauben an den Einen Gott gemeinsam als Katholiken und als Muslim Hand in Hand ausüben kann,dann hat das nichts ,rein gar nichts mit anderen Problemen mit denen die kath.Kirche zu kämpfen hat zu tun.Vielmehr hätte es vermutlich schon viel ehrer dieser Sichtweise und Herausgabe solcher Richtlinien bedurft.Gerade weil die dt.Bischöfe das tun und getan haben ,verdienen sie unser aller Respekt.
Und was die Hierachien angeht, die sind in gewissen Ausmasse erforderlich, doch sollten die keineswegs das katholische Leben zu sehr beeinträchtigen.
Betonköpfigen Gehorsam, Kadavergehorsam,bewusstes Nichtgebrauchen des eigenen kath.Gehirnskasten ist so mit das schlimmste was man seiner kath.Kirche antun kann.
Kath.Ungehorsam ist genauso wichtig ,wie kath.Gehorsam.Das kath.Ungehorsam sehr wohl auch von Gott gewollt,inspiriert,unterstützt wurde und weiterhin auch wird, dessen bin ich mir absolut sicher.
Vor Bischöfen die ständig nur vom Gehorsam reden,vor denen ist Respekt nur in mikroskopischen Dosierungen angebracht.Alles andere ist kontraindiziert.
Schönen Tag,
Gruß,
Elisabeth
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