16:42:02 | Donnerstag, 4. Februar 2010
„Vielleicht würden wir zwei immer noch gemeinsame Andachten in Hannover feiern, wenn ich mich damals nicht öffentlich für die Bedürfnisse von Kleinkindern und gegen Gender Mainstreaming ausgesprochen hätte.“
(kreuz.net) „Das deutsche Betreuungs- und Bildungssystem ist immer noch darauf eingestellt, daß ein Kind
um 13.30 Uhr nach Hause kommt, daß jemand gekocht hat und mit ihm Hausaufgaben macht. Dieses Familienbild
entspricht nicht mehr der Realität“.
Das erklärte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland,
Margot Käßmann, Ende Dezember vor dem Berliner ‘Tagesspiegel’.
Damit stieß sie bei der deutschen Gesellschafts-Kritikerin
Eva Herman auf scharfen Widerspruch:
„Margot Käßmann scheint der festen Ansicht zu sein, daß Kinder,
die mittags aus der Schule kommen, kein Mittagessen mehr brauchen und auch niemanden an der Seite benötigen,
der sich mit ihnen beschäftigt und sich gemeinsam mit ihnen um die Schularbeiten kümmert.“
Das persönliche
Vorstellungsmuster von Frau Käßmann sieht die Fremdbetreuung von Kindern vor, „weil dies jetzt modern
ist“ – so Frau Herman.
Wer bestimmt die Wirklichkeit?Die Gesellschafts-Kritikerin stellt die Aussage
der Laienbischöfin in Frage, wonach das normale Familienbild angeblich „nicht mehr der Realität“ entspreche:
„Wer sagt das denn? Die Feministinnen, ja, ja, aber die haben doch meistens gar keine Kinder, sie haben
von Familie genau sowenig eine Ahnung wie vom Abwaschen.“
Dann erwähnt Frau Herman eine gemeinsame Begegnung
mit der Laienbischöfin:
„Können Sie sich noch daran erinnern, als wir beide vor wenigen Jahren in Ihrer
schönen Marktkirche im niedersächsischen Hannover gemeinsam das Reformationsfest und auch das Pfingstfest
gestalteten und Sie damals über den Heiligen Geist sprachen?“
In diesem Augenblick empfand Frau Herman
nach eigenen Angaben „Hoffnung“ für Deutschland:
„Da stand eine Frau von uns, Sie nämlich, Frau Käßmann,
eine Mutter von vier Kindern, eine Ehefrau, eine Familienmanagerin, mit weiblichen Gefühlen und Empfindungen,
fernab von Ihrem 24-Stunden-Job als Bischöfin.“
„Sie sahen schön aus, hatten ein klares, leuchtendes
Gesicht und Sie waren ganz weich, Sie sprachen über die Liebe, über das menschliche Miteinander, über
Wärme, und sie sprachen, wie schon erwähnt, vom Heiligen Geist“ – fügt Frau Herman hinzu.
Die Gesellschafts-Kritikerin
gesteht ein, daß die Zeiten jetzt viel „moderner, globalisierter, feminisierter und genderisierter“ sind:
„Aber glauben Sie wirklich, daß Gott seine ehernen Schöpfungsgesetze deswegen verändert hat, anpaßte
an uns kleine, moderne Erdkrustenwürmer?“ – fordert sie die Laienbischöfin heraus:
„Als ich Sie damals
in Hannover erlebte, wäre eine solche Veränderung für mich nicht denkbar gewesen.“
Auch eine Wirklichkeit
Frau Herman ist sich bewußt, daß inzwischen viel passiert ist: „Sie sind EKD-Ratsvorsitzende geworden,
und ich bin beim ‘Norddeutschen Rundfunk’ rausgeflogen. Unsere Wege gingen diametral auseinander.“
Das
hätte auch anders kommen können: „Vielleicht würden wir zwei immer noch gemeinsame Andachten in Hannover
feiern, wenn ich mich damals nicht öffentlich für die Bedürfnisse von Kleinkindern und gegen Gender
Mainstreaming ausgesprochen hätte.“
Denn wer das tue, „der wird mit der Nazikeule verfolgt und manchmal
wird er auch totgeschlagen.“
Frau Herman will nicht klagen: „Keine Sorge, ich lebe noch, und heute beweisen
über ein Dutzend Gerichtsurteile, daß ich zu keinem Zeitpunkt diese angebliche Äußerung tätigte,
sondern das Gegenteil der Fall war.“
Allerdings sieht Frau Herman keinen Grund für eine Entwarnung:
„Wäre es möglich, daß auch Sie gefährdet wären, wenn sie sich öffentlich für die natürliche Bindung
von Mutter und Kind aussprechen würden?“ – sinniert sie und fügt hinzu:
„Haben Sie eigentlich schon
gehört, daß 95 Prozent aller Krippenbetreuerinnen in Deutschland ihr eigenes Kind niemals in die Fremdbetreuung
geben würden?“
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