14:19:58 | Freitag, 5. Februar 2010
Die vatikanische Tageszeitung ‘L’Osservatore Romano’ hat die jüngsten Enthüllungen über Papst Johannes Paul II. mit keinem Wort kommentiert.

Das Buch „Perche è santo“ – „Warum er heilig ist“
(kreuz.net) Ende Januar publizierte Prälat Slawomir Oder (49) – Postulator des Seligsprechungsprozesses
für Johannes Paul II. – ein Buch über den verstorbenen Papst mit dem Titel „Perche è santo“ – „Warum
er heilig ist“.
Bisher hat die vatikanische Tageszeitung ‘L’Osservatore Romano’ das Werk mit keinem Wort
erwähnt.
Nach Angaben der römischen Tageszeitung ‘Il Tempo’ soll der Vatikan über diese Veröffentlichung
sauer sein.
Denn die Legitimität dieser Veröffentlichung wird durch die Instruktion „Sanctorum Mater“
in Frage gestellt, die im Jahr 2007 von der Heiligsprechungs-Kongregation veröffentlicht wurde.
Diese
Instruktion bestimmt im Artikel 122, daß die Akten des Prozesses vom Postulator oder vom Vizepostulator
eingesehen werden können, „die über den Inhalt der Akten absolute Verschwiegenheit walten lassen müssen“.
Zwar bezieht sich die Instruktion auf die Diözesanprozesse, die der römischen Seligsprechung vorausgehen:
„Aber es ist nicht schwer zu verstehen, daß die Verschwiegenheit – wenn sie für die erste Instanz so
vollumfänglich gilt – während der Seligsprechung genauso radikal gehandhabt werden muß“, kommentiert
‘Il Tempo’.
In seinem Buch berichtet Prälat Oder Dinge, die unter sein Amtsgeheimnis fallen.
So enthält
das Werk einen bisher unbekannten Offenen Brief, den Johannes Paul II. öffentlich verlesen wollte, um
seinem Attentäter Alì Agca zu vergeben.
Zwei weitere, bisher unbekannte Dokumente in dem Buch enthalten
Aufzeichnungen, in denen Johannes Paul II. die Umstände festlegt, unter denen er als Papst zurückgetreten
wäre.
Außerdem gibt es im Buch auch viele bisher unbekannte Einzelheiten.
So berichtet Prälat Oder,
daß der Papst sich geisselte oder daß er die Ansicht vertrat, daß die kommunistische Terrororganisation
‘Brigate Rosse’ ihn entführen wollte.
Im Buch wird auch erklärt, daß Johannes Paul II. an das Medjugorje-Phänomen
geglaubt haben soll.
Jetzt überprüft die Seligsprechungskongregation nach Angaben von ‘Il Tempo’, ob
Inhalte des Buches das Amtsgeheimnis verletzen und – wenn ja – welche Maßnahmen dagegen ergriffen werden
müssen.
‘Il Tempo’ bringt drei Schlußfolgerungen ins Gespräch, die sich aus der umstrittenen Buchveröffentlichung
ergeben könnten:
• Die Seligsprechung von Johannes Paul II. wird fallengelassen.
• Die Seligsprechung
wird wie bisher weitergetrieben, wobei aber dem gegenwärtigen Postulator, Prälat Slawomir Oder, die
Kompetenzen entzogen werden.
• Trotz des offensichtlichen Vertrauensbruches bleibt alles beim Alten.
Die Tageszeitung geht davon aus, daß letztere Hypothese die wahrscheinlichste ist.
Die polnische Seligsprechungs-Lobby
für Johannes Paul II. plant dagegen, daß Buch möglichst schnell in polnischer Sprache erscheinen zu
lassen.
Der Erzbischof von Krakau, Stanislaw Kardinal Dziwisz, soll den Postulator zu sich gebeten haben,
um eine Übersetzung des Buches in die Wege zu leiten.
Die Rechte dafür sind bereits vom Verlag der
Erzdiözese Krakau erworben worden.
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#14
leshandl1 17:12:58 | Samstag, 6. Februar 2010
#13
Goldengel 19:01:11 | Freitag, 5. Februar 2010
#12
Sinah 16:28:31 | Freitag, 5. Februar 2010
#10
wickerl 15:30:50 | Freitag, 5. Februar 2010
#9
Goldengel 15:11:31 | Freitag, 5. Februar 2010
#7
hiti 14:49:06 | Freitag, 5. Februar 2010
#6
Sefirot 14:44:27 | Freitag, 5. Februar 2010
#5
Kraut 14:38:25 | Freitag, 5. Februar 2010
#3
Sefirot 14:33:17 | Freitag, 5. Februar 2010