09:44:07 | Montag, 15. Februar 2010
Ist die Priesterbruderschaft Sankt Pius X. mit Satan selber ins Bett gegangen, um sich von Bischof Richard Williamson zu distanzieren?

Bischof Williamson präsentierte sich auf seinem mittlerweile nicht mehr öffentlich geführten Blog ‘Dinoscopus’ mit einem Dinosaurierkörper.
(kreuz.net) Am 2. Februar deckte Stephen Heiner auf seinem Blog
Hintergründe eines von der Priesterbruderschaft
Sankt Pius X. gewünschten Interviews von Bischof Richard Williamson mit dem deutschen Schmiermagazin
‘Spiegel’ auf.
Heiner ist ein US-amerikanischer Publizist. Er gilt als enger Mitarbeiter des Bischofs.
Seiner Darstellung
widersprach Maximilian Krah – der Rechtsanwalts der Piusbruderschaft – umgehend.
Eine wahrheitsgemäße AussageDoch am 10. Februar nahm Heiner erneut Stellung. Er griff Rechtsanwalt
Krah dabei scharf an.
Heiner wirft dem Juristen „Erbsenzählerei“ vor.
Krah hatte in seiner Gegendarstellung
Heiners Aussage widersprochen, wonach der Rechtsanwalt „im vergangenen August“ in London gewesen sei.
„Meinetwegen“ – antwortet Heiner – „dann war es eben im Juli oder während eines anderen Sommermonats.“
Krah erklärte ferner, daß Mons. Williamson, ein Interview mit dem Schmiermagazin nicht definitiv verweigert
habe und sogar mit dessen Journalisten in Email-Kontakt getreten sei.
Heiner kontert: „Das tat er nur,
um auf etwas zu antworten, was Krah den Journalisten zugespielt hatte.“
Krah soll den Reportern weitererzählt
haben, daß Mons. Williamson diese – wahrheitsgemäß – als „Ratten“ bezeichnet hatte.
Einer von ihnen
bestätigte dem Bischof diese Aussage per Email: „Wir sind vielleicht Ratten, aber wir sind nette Ratten.“
Dieses Email beantwortete Mons. Williamson wiederum elektronisch. Er zeigte sich darüber verlegen, daß
eine Feststellung – die nicht für die Journalisten bestimmt war – weitergeleitet wurde und entschuldigte
sich anstandshalber bei dem Journalisten.
Den Ratten geopferter BischofHeiner wendet sich vor allem
dem vierten Abschnitt der Krah-Stellungnahme zu.
Darin sagt der Rechtsanwalt, daß die ‘Spiegel’-Schreiber
unabhängig von ihm und der Bruderschaft Umstände recherchiert hätten, die beweisen würden, daß Mons.
Williamson die angebliche Verpflichtung mißachte, sich seiner geschichtspolitischen Aktivitäten zu enthalten.
Um nicht erneut angegriffen zu werden oder in einem Bericht des deutschen Verfassungsschutzes – einer
Art Gedankenpolizei – aufzuscheinen, müsse sich die Bruderschaft darum von ihm distanzieren.
„Das ist
geschehen“ – konstatiert Krah.
In seiner Antwort bezeichnet Heiner es als „absolut absurd“, daß die
Piusbruderschaft sich nicht mit „historischen Angelegenheiten“ befasse.
Es gebe zu den verschiedenen
historischen Ansichten einen katholischen Blickpunkt: „Der Katholizismus beschränkt sich nicht auf den
Kirchenraum.“
Darum sei es falsch zu sagen, daß die Bischöfe nichts zur Geschichte zu sagen und statt
dessen „wie Hunde“ vor den Politikern zu kriechen hätten, „die mit ihrem Mund schäumen wie der Teufel
selber.“
Mitbrüder im humoristischen SinnHeiner kommentiert auch die Aussage des Rechtsanwalts, daß
sich die Piusbruderschaft von Mons. Williamson distanziert habe.
Er geht davon aus, daß Krah für diese
Aussage die schweigende Zustimmung der Leitung der Piusbruderschaft besitzt.
„Wenn er sagt, daß es notwendig
war, eine Distanz zwischen der Piusbruderschaft und Bischof Williamson zu erzeugen, damit die Bruderschaft
ihr Apostolat in Deutschland fortsetzen könne, dann glaube ich ihm das“ – bemerkt Heiner: „Das ist eine
praktische Maßnahme“.
Doch dann vermutet er, daß der
Schmierartikel gegen Mons. Williamson von der
Bruderschaft organisiert wurde, um zu zeigen, daß dieser „unausgeglichen“, „krank“ und von seinen Mitbrüdern
im Priesteramt- „wie man sie humoristisch nennen könnte“ – ausgestoßen sei.
Das von Krah angestrebte
direkte ‘Spiegel’- Interview mit dem Bischof hätte – so Heiner – „noch mehr Holz für die Verbrennung
dieses Ausgestoßenen“ produzieren können:
„Doch was der zündelnde Krah aufgrund seiner verschiedenen
Quellen sammeln konnte, war für die von ihm diktierte notwendig »Distanzierung« mehr als genug.“
„Jeder
denkende Mensch kann erkennen, daß das nicht nur die Initiative Krahs war – auch wenn es wohl aufgrund
seiner Empfehlung geschehen ist.“
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