12:51:54 | Dienstag, 16. Februar 2010
Es gibt Webseiten, die so bekannt sind, daß man sie nicht einmal mehr beim Namen nennen muß. Ein Karnevals-Kommentar.

Karneval gibt es im Internet ganzjährig.
(kreuz.net) „Das Deutsche Reich hatte zwar irgendwann das Recht der freien Meinungs- äußerung eingeführt,
aber in Wirklichkeit zensierte und bestrafte man Abweichler sehr hart.“
Das erklärte Angela Reddemann
(49) heute in einem Faschings-Artikel für die römische Nachrichtenagentur ‘Zenit’.
‘Zenit’ wird von
der
skandalgeschüttelten neokonservativen Gemeinschaft der Legionäre Christi kontrolliert.
Schwester
Reddemann gehört zur neokonservativen spanischen Gemeinschaft ‘Verbum Dei’. Sie leitet die deutsche Sprachausgabe
von ‘Zenit’.
Außer Rand und BandDie Schwester hält sich nicht lange beim richtigen Karneval auf.
Denn: „Karneval gibt es im Internet ganzjährig.“
Sie beklagt, daß Portale – im Plural – errichtet würden,
„die sich scheinbar ernsthafter Themen annehmen, aber von Menschen bedient werden, die »außer Rand und
Band« geraten sind.“
Zwischenfrage: Welche Webseite ist gemeint, wenn Neokonservative „außer Rand und
Band“ geraten?
Schwester Reddemann läßt ihre Zornesröte nur zaghaft aus dem Sack:
Im Internet gebe
es „Plattformen, scheinbar katholische Kreise“, die sich mit ihren religiösen Neigungen „scheinbar geknebelt“
fühlten und „selber gerne Vatikan sein würden“.
Man kenne gewisse „närrische Plattformen“ – immer
noch im Plural –, „die ihr Wirrwarr zudem untern Zeichen des Gekreuzigten präsentieren“, kämpft die
Schwester mit der deutschen Sprache.
Hier gebe es keine „heilsame Selbstbegrenzung“ des Aschermittwochs.
Der Karneval degeneriere zur Dauervorstellung – „wird banal“.
Kirchliche PsychotherapieDagegen freut
sich Schwester Reddemann, daß in ihrer deutschen Heimat Wagen gewisser karnevalistischer Vereinigungen
„per richterlicher Verfügung oder öffentlichem Druck“ umdekoriert werden müssen.
Das vermißt sie
im Internet.
Darum muß sie noch vor Beginn der Fastenzeit das große Klagelied anstimmen. Denn im Internet
entziehen sich böse Maskierte als anonyme Blogger jeglicher Kontrolle.
Der Schwester ist nicht zum Lachen
zumute.
Denn: „Als Information getarnt, finden wir Inhalte, zu denen sonst nur Psychotherapeuten in vertraulicher
Atmosphäre Zugang bekommen.“
Ob das der Grund war, warum der ehemalige Reichskanzler der deutschen Heimat
Schwester Reddemanns solch’ psychisch Minderbemittelte mit
Kohlenmonoxyd-Gasen ins Jenseits beförderte?
Der KnallÀ propos Gase. An dieser Stelle erreicht Schwester Reddemann den langerwarteten Überdruck.
Pflichtbewußt und mit gefalteten Händen betet sie das obligate deutsche Glaubensbekenntnis ihrer Ex-Hakenkreuz-Heimat
nieder:
„Sowie die Betreiber eines Portals, das es wagt, seine Hakenkreuzideologie im passenden farblichen
Design mit dem Gekreuzigten zu maskieren.“
Jetzt ist klar, daß sie von der größten katholischen Webseite
Europas redet, die alle kennen, alle lesen und niemand mehr zu nennen braucht, weil sie sowieso allen
bekannt ist.
Der Maskierte ist demaskiertMan kann den Zorn der Schwester verstehen.
Denn die spendengierigen
kirchlichen Hofberichterstatter und Vertuschungs-Portale haben der unnennbaren Webseite gegenüber einen
schweren Stand.
Die Seite ‘kreuz.net’ ist nämlich der Beweis dafür, daß auch der katholische Leser
die – Zitat Schwester Reddemann – „banale“ Wahrheit, der frommen Lüge vorzieht, die darauf hofft, daß
der deutsche Gesinnungsrichter ihre Demaskierung verhindert.
Wie war das noch einmal? „Das Deutsche Reich
hatte zwar irgendwann das Recht der freien Meinungsäußerung eingeführt, aber in Wirklichkeit zensierte
und bestrafte man Abweichler sehr hart.“
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Lorenz 16:30:05 | Dienstag, 16. Februar 2010