11:07:38 | Mittwoch, 24. Februar 2010
Wenn der Präsident der ‘Päpstlichen Akademie für das Leben’ im ‘Osservatore Romano’ einen Artikel schreibt, der von Vertretern der Abtreibungsgewalt begrüßt wird, dann stimmt etwas nicht.
(kreuz.net) Die Konflikte in der ‘Päpstlichen Akademie für das Leben’ dauern an.
Das berichtete der
italienische Vatikanist Sandro Magister am 20. Februar auf seiner Webseite.
Nach wie vor fordern fünf
Mitglieder der Akademie den Rücktritt des altliberalen Präsidenten der Akademie, Erzbischof Rino Fisichella
(58).
Ein SkandalartikelDie Auseinandersetzungen begannen nach einem Skandalartikel, den der Erzbischof
am vergangenen 15. März in der vatikanischen Tageszeitung ‘Osservatore Romano’ publizierte.
Darin
verurteilte
er seinen Mitbruder, Erzbischof José Cardoso Sobrinho von Recife, scharf.
Mons. Sobrinho hatte kurz
zuvor Abtreibungsverbrecher exkommuniziert, welche die Zwillinge einer minderjährigen Mutter abgeschlachtet
hatte.
Mons. Fisichella fuhr in dem Artikel mit scharfen Geschütz auf:
Man hätte – statt an die Exkommunikation –
zuerst an die minderjährige Mutter denken müssen, die mit der „Menschlichkeit, für die wir Vertreter
der Kirche erfahrene Verkündiger und Meister sein sollten“ hätte verteidigt, umarmt und liebkost werden
müssen: „Aber so war es nicht“- unterstellt der Erzbischof.
Der Artikel wurde offenbar auf Wunsch von
Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone und mit dessen Genehmigung veröffentlicht.
Verteidiger der
Kinderabtreibung waren über die Ausführungen von Mons. Fisichella begeistert.
In katholischen Kreisen
sowie bei den brasilianischen Bischöfen und bei Dutzenden von Mitgliedern der ‘Akademie für das Leben’
löste der Text allerdings
Bestürzung aus.
Am 10. Juli versuchte die Glaubenskongregation die Wellen
mit einer „Erklärung“ zu glätten.
Ruhige GeneralversammlungAm vergagenen 11. bis 13. Februar fand
in Rom die Generalversammlung der ‘Päpstlichen Akademie für das Leben’ hinter verschlossenen Türen
statt.
In deren unmittelbarem Vorfeld war es von Seiten einiger Mitglieder der Akademie erneut zu
Kritiken
an Erzbischof Fisichella gekommen.
Doch die Generalversammlung verlief ruhig – unter anderem, weil der
Hauptgegner des Erzbischofs, der belgische Moraltheologe und Prälat Michel Schooyans (79), wegen einer
Grippe nicht teilnehmen konnte.
Prälat Schooyans gilt als Vertreter der katholischen Orthodoxie.
Neues
Aufflackern des KonfliktsNach der Generalversammlung der ‘Akademie für das Leben’ flackerte der Konflikt
erneut auf: Fünf Mitglieder der Akademie – unter ihnen Prälat Schooyans – veröffentlichten ein Schreiben,
in dem sie erneut den Rücktritt von Mons. Fisichella verlangen.
Magister gibt dafür zwei Gründe –
einige Äußerungen von Mons. Fisichella während seiner Eröffnungsrede bei der Generalversammlung der
Akademie und seine Stellungnahme vor der US-Nachrichtenagentur ‘Catholic News Service’.
Während der
Eröffnungsrede erklärte der Erzbischof, daß ihm die Juli-Erklärung der Glaubenskongregation in allen
Punkte Recht gegeben habe.
Vor ‘Catholic News Service’ fügte er am 12. Februar hinzu:
„Wenn ein Mitglied
der Akademie oder einige Personen meine Worte aus politischen Gründen haben verdrehen wollen, liegt das
nicht in meiner Verantwortung, sondern in der Verantwortung derer, die einen Konflikt provozieren wollten.“
Die Argumente der KritikerPrälat Schooyans wirft dem Erzbischof eine mißbräuchliche Verwendung des
Begriffes des „Mitleids“ vor. Auf diese Weise würden unmoralische Handlungen – wie die Abschlachtung
der brasilianischen Zwillinge – gerechtfertigt.
Mons. Fisichella sei mit seinem Artikel im ‘Osservatore
Romano’ in die Falle eines falschen Mitleids gelaufen.
Die fünf Hauptkritiker des Erzbischofs haben
zwischenzeitlich erklärt, daß die Juli-Erklärung der Glaubenskongregation dem Erzbischof vorab vorgelegt
worden sei, sodaß dieser sie im letzten Augenblick zu seinen Gunsten habe modifizieren können.
Am 16.
Februar forderte Prälat Schooyans und vier weitere Mitglieder der Akademie erneut vom Papst, Mons. Fisichella
als Präsident der Akademie abzulösen.
Das vatikanische Staatssekretariat – das traditionell dem Altliberalismus
verpflichtet ist – hat sich bisher erwartungsgemäß auf die Seite von Mons. Fisichella gestellt.
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#15
Freya. 02:49:19 | Freitag, 26. Februar 2010
#10
wickerl 19:51:52 | Mittwoch, 24. Februar 2010