16:07:31 | Donnerstag, 25. Februar 2010
Ein atheistischer deutscher Schriftsteller ist kürzlich auf Erkenntnisse gekommen, die andere vor ihm besser und schärfer formuliert haben. Von Timo Kaiser.

Stillleben über die Unmäßigkeit des Schweizer Malers Albert Anker († 1910)
(kreuz.net) Die beiden Tageszeitungen ‘Münchner Merkur’ und ‘Oberbayerisches Volksblatt’ veröffentlichten
kürzlich die „Rede an die Jugend“ des gottlosen deutschen Schriftstellers Sten Nadolny (67).
Der dem
linken Lager zuneigende Schriftsteller bezeichnet sich darin als „ungläubigen Thomas“, obwohl er protestantisch
erzogen wurde.
Nadolny erklärt, daß ihm die katholischen Todsünden immer „herzlich schnuppe“ gewesen
seien, bis er sich einmal aus literarischen Gründen mit ihnen beschäftigte.
Er fand sie dann doch sehr
interessant und kam zur Erkenntnis, sie würden nur „fälschlicherweise“ Todsünden heißen:
„Denn korrekter
wäre in diesem Fall Hauptsünden oder auch Charaktersünden.“
Der Schriftsteller gesteht ein, daß sie seelisch, geistig oder sogar körperlich zum Tode führen
können – „wenn man es mit ihnen übertreibe“. Darum möchte er sie „Übertreibungssünden“ nennen.
Verfällt
man ihnen, ist das übel – erkennt Nadolny.
Begeht man sie aber ganz und gar nicht, würde man wohl auch
krank, trübsinnig oder auf irgendeine Weise ein Verlierer werden:
„Ein bißchen mit Geld umgehen zu
können, nachzurechnen und zu schauen, wo man bleibt, ist nur nützlich und noch nicht Habsucht.“
Ein
bißchen neidisch zu werden darauf, was andere können und erreichen, sei noch kein Haß, sondern sporne
eher an.
„Essen muß jeder, aber bitte nicht so, daß irgendwann der Arzt kommen muß“ – fährt er weiter:
„Gegen Sex ist gar nichts einzuwenden, fatal nur, wenn man rein gar nichts anderes mehr im Kopf hat.“
Zum Zorn müsse man hin und wieder fähig sein, um uns für Gerechtigkeit einzusetzen – „wenn er aber
rasend wird, verdirbt er alles, und auch uns selber.“
Die menschliche Würde brauche durchaus ein wenig
Stolz: „Es sollten aber keine zu hohen Stelzen daraus werden, von denen wir aus wir auf andere herunterschauen,
kein Dünkel, keine Überheblichkeit.“
„Nur einer Trägheit des Herzens – nehme ich an – können wir
ganz aus dem Weg gehen. Oder brauchen wir sie doch manchmal? Ich wüßte nicht so recht, wo.“
Schließlich
erkennt der Schriftsteller: „Alles, was im Leben nützlich ist, wichtig und angenehm ist, kann in irgendeine
Unfreiheit oder Sucht ausarten, und die kann sogar das Leben kosten.“
Kommt hier vielleicht doch ein
Glaube durch, den er heute noch ablehnt?
Nadolnys Erkenntnisse sind zweifellos ein netter Anfang.
Würde
er sich mit den Ausführungen des Heiligen Thomas von Aquin († 1274) zu dem Thema befassen, könnte er
zweifellos sehr davon profitieren.
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biomilch 13:46:55 | Freitag, 26. Februar 2010
#10
Genoveva 11:34:01 | Freitag, 26. Februar 2010
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Dolfi 11:16:20 | Freitag, 26. Februar 2010
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Freya. 01:21:11 | Freitag, 26. Februar 2010
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Navon 23:35:37 | Donnerstag, 25. Februar 2010
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Chrysanthus 20:09:58 | Donnerstag, 25. Februar 2010
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Izmet Necist 18:54:23 | Donnerstag, 25. Februar 2010
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Genoveva 18:40:02 | Donnerstag, 25. Februar 2010
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Mary Cruz 18:21:16 | Donnerstag, 25. Februar 2010
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Navon 16:57:02 | Donnerstag, 25. Februar 2010