Kirchenverkauf
Gott ist tot – es lebe der Denkmalschutz
Die Stadt Bochum schützt ihre Marienkirche vor der Kirche. Letztere würde das Gebäude gerne abreißen. Innerhalb eines Jahres soll eine neue Nutzung gefunden werden, sonst…
(kreuz.net, Bochum) Die katholische St. Marienkirche liegt an der Humboltstraße in Bochum, in unmittelbarer Nähe des Bermudadreiecks. Die Priester der Stadt wollen sie schon lange abreißen. Jetzt wurde von der Stadt eine Schonfrist gewährt.

Bochum befindet sich 20 km westlich von Dortmund im Bundesland Nordrhein-Westfalen.

Die Sitzung der Stadtentwicklungsausschuß der Stadt Bochum fand am 05. April 2005 statt. Darin wurde der Beschluß gefaßt, sich für die einheimische Marienkirche einzusetzen. Man wolle die städtebauliche Eigenart des Marienplatzes in Bochum zusammen mit der Marienkirche erhalten.

Die St. Marienkirche wurde 1872 erbaut und im Zweiten Weltkrieg nahezu komplett zerstört. Wenige Jahre nach dem Krieg wurde die Kirche in ihrer jetzigen, nüchterneren Form wiedererrichtet.

Vertreter des Bistums, allen voran Propst und Stadtdechant Hermann-Josef Bittern, fordern schon länger den sofortigen Abriß der Marienkirche. Der Stadtdechant hatte sogar gedroht, unverzüglich die Fenster ausbauen zu lassen, wenn die Abrißgenehmigung nicht erteilt werde.

Die Bevölkerung legte sich quer.

Es bildeten sich verschiedene Fördervereine und Plattformen zur Erhaltung der Kirche. Laut einer kürzlich veröffentlichten Internet-Umfrage der täglich erscheinenden „Westdeutschen Allgemeinen“ sprachen sich über 76 Prozent gegen einen Abriß der Innenstadt-Kirche aus.

Der Beschluß zum Schutz der Marienkirche ist für 12 Monate gültig. In dieser Zeit muß ein tragfähiges Nutzungskonzept entwickelt werden. Die St. Marienkirche muß auf eigenen Beinen stehen. Sollte kein Weg gefunden werden, wird das Gotteshaus dennoch abgerissen.

Kirche, Kommune und Bürger überlegen gegenwärtig eine mögliche Nutzung. Bisher stand eine Verwendung der Kirche als Kinder- und Jugendkulturhaus, als Hörsaal für die Fachhochschule Bochum, als Räumlichkeit für kulturelle Veranstaltungen oder ökumenische Begegnungen zur Debatte.

Nur als Kirche will man die Kirche nicht mehr. Obwohl in Bochum kaum 10% der Katholiken praktizieren, leidet man an Überkapazitäten.
      
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