Kardinalprotodiakon Medina Estévez, der vor wenigen Tagen der Welt den Namen des neuen Papstes verkündet hat, übernimmt an diesem Sonntag eine weitere wichtige Aufgabe. Er wird dem Papst das Pallium um die Schultern legen. Von Ulrich Nersinger, Vatikanspezialist.
(kreuz.net) Heute wird dem neugewählten Papst zu Beginn der feierlichen Liturgie, mit der er sein Amt
symbolisch übernimmt, das Pallium überreicht. Der ranghöchste Kardinaldiakon trägt dieses Würdezeichen
vom Altar zur päpstlichen Kathedra und legt es dem Papst mit folgenden Worten um die Schultern:
„Gepriesen
sei Gott, der Dich zum Hirten der ganzen Kirche erwählt hat und Dich mit der weißen Stola Deines Apostolischen
Dienstes umgibt. Mögest Du in diesem Glanze für lange Jahre Deines irdischen Lebens wirken und, wenn
der Herr Dich einst ruft, mit der Stola der Unsterblichkeit bekleidet in sein himmlisches Reich eingehen“.
Das Pallium ist ein weißes, mit schwarzen Kreuzen versehenes ringförmiges Wollband. Es wird auf das
Meßgewand gelegt. Von ihm fällt ein Streifen über die Brust, der andere über den Nacken herab. Die
Enden der beiden Streifen sind mit in schwarzer Seide eingenähten Bleiplättchen beschwert. An den Kreuzen
sind Schlaufen angebracht, durch die kostbare Nadeln gezogen werden.
Das Pallium hat sich aus einer kaiserlichen
Insignie entwickelt, die Konstantin der Große († 337) der Überlieferung nach dem Bischof von Rom verliehen
hat. In der Ewigen Stadt galt das Pallium schon sehr früh als das Abzeichen der obersten Hirtengewalt
des Papstes.
Später ließ der Papst den Patriarchen und den Erzbischöfen, die einer Kirchenprovinz
vorstehen, das Pallium als Sinnbild der Fülle des bischöflichen Amtes und der engen Verbundenheit mit
dem Stuhle Petri zukommen.
In seiner 2004 erschienenen Autobiographie erinnerte sich Johannes Paul II.
an „das tiefe und bewegende Zeichen des Palliums, das ich selbst im Jahr 1964 erhielt.“
„In der Welt
tragen die Metropoliten zum Zeichen der Einheit mit Christus, des guten Hirten, und mit seinem Vikar,
der die Aufgabe des Petrus übernimmt, auf den Schultern dieses Zeichen, der aus der Wolle der Lämmer
gewebt wird, die am Gedenktag der hl. Agnes geweiht werden.“
„Viele Male habe ich es als Papst am Fest
der heiligen Apostel Petrus und Paulus den neuen Metropoliten übergeben können. Welch schöne Symbolik!
In der Form des Palliums können wir das Bild eines Schafes erblicken, das der gute Hirte auf seine Schultern
hebt und mitnimmt, um es zu retten und zu nähren.“
„In diesem Symbol wird sichtbar, was uns alle als
Bischöfe in erster Linie eint: die Fürsorge und die Verantwortung für die uns anvertraute Herde. Gerade
aufgrund dieser Fürsorge und dieser Verantwortung müssen wir die Einheit pflegen und wahren“.
Der Papst,
die Patriarchen und die Erzbischöfe verwenden das Pallium nur bei der Feier der hl. Messe.
Der römische
Bischof trägt es aufgrund seines Obersten Hirtenamtes überall auf der Welt und immer. Dagegen ist sein
Gebrauch den Patriarchen und Metropoliten nur innerhalb ihrer Patriarchate und Kirchenprovinzen und an
bestimmten Tagen gestattet.
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Pallium: Wie „ich“ das sehe: Wer das Pallium angenommen hat und trägt darf vorbildlicher geistlicher
Vater und Stellvertreter und Verteidiger der Menschlichkeit und der Natur der göttlichen Würde des Lebens
in der Welt sein, nach dem Vorbild „Jesu Christi“ und aller Heiligen und aller die auf den Weg sind, die
treu in der Welt dienen und die Ordnung und die ethischen und moralischen und Natur-Gesetze des Lebens
nicht verachten und die SünderINNEN nicht ausschließen einschließlich sich selber.