Konklave
„Wir stellen uns Christus wie einen wuscheligen großen Hund vor“
„Das Studium der Theologie muß sich künftig um das Fach Liturgie gruppieren. Wenn ich Liturgie sage, meine ich nicht allein das, was wir in Deutschland praktizieren – und leider stark an Kindergartenpädagogik orientiert ist.“ Interview mit Professor Klaus Berger, Universität Heidelberg.
(kreuz.net/SISA/JF) Der Theologe Klaus Berger hat sich kürzlich in einem Interview über den neuen Papst Benedikt XVI. und die Krise von Kirche und Christentum in Europa geäußert.

Herr Professor Berger, der neue Papst heißt Joseph Ratzinger, beziehungsweise Benedikt XVI.

Professor Berger: Ich bin sehr erfreut über die Wahl. Joseph Ratzinger ist einer der letzten Kardinäle, die noch den vollen Reichtum der katholischen Theologiegeschichte kennen. Außerdem bewegt er sich auf einem philosophischen Niveau wie kaum ein zweiter seiner bisherigen Kardinalskollegen.

Sie kennen Joseph Ratzinger persönlich. Wird er den Kurs seines Vorgängers Johannes Paul II. fortsetzen, oder sind doch gewisse Abweichungen zu erwarten?

Professor Berger: Er wird auf Prinzipienfestigkeit setzen und gewiß nicht der Versuchung einer Charme-Offensive erliegen, wie es bei einem liberalen Nachfolger zu befürchten gewesen wäre. Wie Johannes Paul II. wird er bei den Menschen für Verständnis für die traditionellen katholischen Werte werben, statt sie so abzuändern, wie es – vor allem bei uns in Deutschland – in bestimmten Kreisen populär ist.
Welche Botschaft steckt in der Wahl des Namens Benedikt?

Professor Berger: Benedikt von Nursia († 547), Gründer des Benediktinerordens und des Klosters Monte Cassino, gilt als der Vater der christlichen Spiritualität. Ich verstehe die Wahl Ratzingers im Sinne der Erneuerung von innen, denn das ist es, was die Kirche vor allem braucht! Es ist ein Signal, daß er auf Glauben und katholische Innerlichkeit setzt, um die Kirche aus der Krise zu führen, statt auf Äußerlichkeiten wie die von den Kirchenkritikern gern immer wieder geforderten Reformen.

Kardinal Ratzinger galt bereits vor Beginn des Konklaves als Favorit – allerdings unter dem Stichwort „Übergangspapst“.

Professor Berger: Das ist natürlich in erster Linie eine Frage der modernen Medizin. Ich hoffe, daß er allen, die darauf spekulieren, einen Strich durch die Rechnung macht.

Zahlreiche Kirchenkritiker glaubten – mit Blick auf den schon seit langem schlechten Gesundheitszustandes Johannes Pauls II. – ihre Reformhoffnungen nicht mehr weit entfernt. Wie werden sie auf diese Wahl reagieren?

Professor Berger: Die deutschen sogenannten Progressiven werden sich „warm anziehen“ müssen, denn mehr noch, als Papst Johannes Paul II. das konnte, wird Benedikt XVI. ihre Argumente einer intellektuell und theologisch äußerst herausfordernden Prüfung unterziehen. Mit der Abwehr des Kryptokommunismus in Gestalt der Befreiungstheologie ebenso wie als Hauptkontrahent von Glaubens-„Liberalisierern“ wie Hans Küng hat er das als Kardinal bereits bewiesen.

Die kirchenkritischen Kräfte sehen sich gern als heimliche oder zumindest als kommende Mehrheit in der Kirche. Zeigt diese Wahl, daß sie doch nur eine Minderheit sind?

Professor Berger: Zumindest diese bestimmte Sorte typisch deutscher Kirchenkritiker, die sich durch die Muffigkeit auszeichnet, hauptsächlich mit Fragen der Sexualität aufzuwarten. Die Wahl zeigt, wie provinziell dieser Ansatz im Grunde ist – für eine Weltkirche spielt er ganz offensichtlich keine Rolle.

Allerdings sind Sie von der Wahl Kardinal Ratzingers überrascht. Warum?

Professor Berger: Ich bin sicher, die progressiven Kräfte haben alles unternommen, um seine Wahl zu verhindern. Wie weit das gehen kann – und warum ich daher so skeptisch war –, zeigt etwa das Beispiel des II. Vatikanischen Konzils: Damals haben deutsche progressiv gesonnene Bischöfe südamerikanische Amtskollegen durch die Versprechung von Geldern aus der kirchlichen Entwicklungshilfe auf ihre Seite gezogen – und damit ihr Einflußpotential verzehnfacht.

Bestechung?

Professor Berger: Die katholische Kirche in Deutschland ist tief gespalten. Beide Flügel stehen sich unversöhnlich gegenüber. Wobei den Konservativen die Anhängerschaft fehlt, den Progressiven die Bildung.

Was meinen Sie?

Professor Berger: Als zum Beispiel Paul Spiegel im Januar Kardinal Meisner bezichtigte, in dessen Predigt zum Fest der unschuldigen Kinder am 28. Dezember durch das Nennen der Abtreibung in einem Atemzug mit Hitler den Holocaust relativiert zu haben, hat nicht ein einziger deutscher Bischof den Mut gefunden, Kardinal Meisner zu verteidigen. Das „Mutigste“ war der Verweis einiger, man solle doch bitte schön einmal genau nachlesen, was Kardinal Meisner tatsächlich gesagt habe. Und siehe da, von Relativierung des Holocaust keine Spur.

Zur Ehrenrettung der Bischöfe sei aber daran erinnert, daß Kardinal Meisner sich nicht einmal selbst verteidigt hat, sondern die beanstandete Passage sofort aus dem offiziellen Redemanuskript tilgen ließ.

Professor Berger: Das war zweifellos kleinmütig – und das haben ihm seine guten Freunde auch gesagt.

Inwiefern fehlt es den Progressiven an Bildung gegenüber Männern wie Joseph Ratzinger?

Professor Berger: Ich meine etwa den inneren Zusammenhang zwischen Eucharistie und Amt in apostolischer Sukzession. Kaum einer hat Klarheit darüber.

Droht die Kirche über kurz oder lang an diesem Gegensatz zu zerbrechen?

Professor Berger: Das wird man formal verhindern, weil man weiß, daß damit keiner Seite gedient ist. Dennoch steht der katholischen Kirche in Deutschland ein fatales, immer stärkeres Auseinanderdriften bevor, wobei sie – weil der progressive Flügel inzwischen sehr tief in die Kirche hineinreicht – vermutlich zu einem Absterben nach dem „Vorbild“ der evangelischen Kirche verurteilt ist.

Für die evangelische Kirche sehen Sie noch deutlicher schwarz?

Professor Berger: Eine Besucherquote von einem Prozent der Gläubigen in evangelischen Gottesdiensten zeigt, wie vollständig ermattet der Protestantismus in Europa ist. So kritisch ist die Situation selbst in der katholischen Kirche noch nicht ganz. Dennoch sehe ich, wie gesagt, auch die katholische Kirche in Europa im Niedergang. Ihre Rettung liegt vermutlich allein in den Entwicklungs- und Schwellenländern, wo noch ein vitaler christlich-katholischer Glaube existiert.

Warum sehen Sie Europa für das Christentum verloren?

Professor Berger: Weil man bei uns schon viel zu lange keinen Wert mehr auf die Einheit von Glauben und Zeugnis gelegt hat. Bei uns gibt es zu viele Theologieprofessoren, die selbst nicht mehr an Gott glauben. Wir haben das Christentum zerredet, wir haben es geistig von der Religion getrennt. Es gibt dafür keine alleinschuldige Person oder Ereignis, das Ganze war ein Prozeß.

Wie kann dieser Prozeß aufgehalten werden?

Professor Berger: Der konkrete Fehler der katholischen Theologen ist, daß sie ihre theologische Substanz mit vollen Händen vergeuden. Die Lösung kann also nicht in irgendwelchen Anpassungen an den Zeitgeist bestehen, sondern allein darin, dieses Potential den Menschen wieder zugänglich zu machen.

Wie soll man sich das vorstellen?

Professor Berger: Das lesen Sie zum Beispiel in neueren Übersetzungen von Mystikern und Kirchenvätern oder auch zum Beispiel in meinem Buch.

Sie versuchen dort, den eigentlichen Jesus, der uns nach Ihrer Analyse durch verschiedene Schichten zeitgeistiger Interpretationen verlorengegangen ist, wieder sichtbar zu machen.

Professor Berger: Die überwiegende Mehrzahl der evangelischen und katholischen Neutestamentler in Deutschland beurteilten Jesus nach den schulmeisterlichen Kriterien, die sich im 19. Jahrhundert entwickelt haben. Doch das Messen des Neuen Testamentes an unseren neuzeitlichen, biederen Vorstellungen ist provinziell.

Sie meinen Jesus als „Gutmensch“?

Professor Berger: Jesus als der nette junge Mann von nebenan, der einfach „lieb“ ist. Wir stellen ihn uns wie einen wuscheligen großen Hund vor: „Der tut nichts!“ – Prima! Das ist angenehm und bequem, da braucht man nichts zu verändern. Wir klopfen Jesus auf die Schulter und zwinkern ihm zu: „Du warst auch schon immer für die Toleranz? Na, da sind wir uns ja einig.“

Von Jesus, dem Kumpel, ist aber im Neuen Testament nicht die Rede.

Professor Berger: Das Neue Testament spricht von Gott dem Vater und Jesus dem Herrn. Die freundlichen Züge liegen also eher bei Gott. Jesus ist dagegen streng. Jesus geht es ganz und gar nicht darum, einfach „lieb“ und „tolerant“ zu sein. Für Jesus steht die schier unglaubliche Erfahrung Gottes im Mittelpunkt, und zwar sowohl mit ihren hoffnungsfrohen wie mit ihren erschreckenden Seiten.

Warum hat sich dieses weiche Jesus-Bild im 19. Jahrhundert durchgesetzt?

Professor Berger: Es ist durch das imperialistische Gehabe des Wilhelminismus, Lehrmeister der Welt sein zu wollen, von Deutschland aus exportiert worden. Die deutsche Exegese liberalen Zuschnitts, die vor hundert Jahren weltweit die führende war, hat den deutschen Jesus mit den langen Haaren, weißem Gewand und scheuen Blick, dem man noch nicht einmal den Genuß eines Glases Bier zutrauen würde, in alle Erdteile verbreitet. Zumindest in Nordamerika und in Nord- und Mitteleuropa ist dieses Bild bis heute vorherrschend. Bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts hat man in den USA alle Theologie aus Deutschland empfangen.

Soweit die Analyse, was würden Sie Papst Benedikt XVI. zur Lösung des Problems konkret vorschlagen?

Professor Berger: Wir brauchen zum Beispiel wieder eine Theologie, die die Liturgie in den Mittelpunkt stellt. Das Studium der Theologie muß sich also künftig um das Fach Liturgie gruppieren. Und wenn ich Liturgie sage, meine ich nicht allein das, was wir in Deutschland praktizieren – und leider stark an Kindergartenpädagogik orientiert ist –, denn das stellt nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Reichtum der katholischen Liturgie dar.

Was meinen Sie: den alten Ritus der tridentinischen Messe, wie er vom II. Vatikanische Konzil abgeschafft worden ist?

Professor Berger: Man sollte die tridentinische Messe nicht verbieten, aber es liegt nicht an ihr. Es kommt darauf an, in der Liturgie das Heilige und das Geheimnis zu feiern. Das eigentliche Problem des II. Vatikanum ist jedoch, daß es in einer Papierflut erstickt ist und seine Reformen erstarrt sind.

Die progressiven Kritiker der katholischen Kirche sehen die Ursache in dem Umstand, daß die Konservativen wie Paul VI., Johannes Paul II. oder nun Benedikt XVI., die Reformen des Konzils stets „ausbremsen“.

Professor Berger: Nein, wie gesagt, ist die Aufweichung der katholischen Verbindlichkeit der Grund für das Siechtum der Kirche, nicht der Widerstand dagegen. Denken Sie etwa an den schon erwähnten Hans Küng oder an Eugen Drewermann, die sich ständig nur über Dogmen aufregen. Die Gläubigen kann man mit glücklichen Tieren auf einer Weide vergleichen. Die Dogmen haben die Funktion eines Zaunes. Wenn aber eine Kuh ständig nur am Stacheldrahtzaun lutscht, wird sie schwerlich glücklich sein. Ich finde es geradezu bizarr, wenn einige Leute ernstlich so tun, als litten sie unter dem Papst wie politisch Verfolgte unter einem Diktator.

Offenbar gibt es aber zumindest im Fall verheimlichter Ehen von Priestern Menschen, die unter der offiziellen Politik der Kirche leiden.

Professor Berger: Ich habe mir schon gedacht, daß Sie früher oder später einen Kritikpunkt aus dem beliebten Repertoire Sex- & Bettgeschichten präsentieren werden. Das verrät Ihre typisch eurozentrische Perspektive. Die Sexualethik der Kirche ist aber nicht dazu da, Europäern das Leben angenehmer zu machen, sondern – ich habe das schon angesprochen – sie steht in Verantwortung vor globalen und historischen Herausforderungen. Die Forderung nach Bindung der Sexualität an die Ehe demonstriert ein hohes Verantwortungsbewußtsein. Denn Gesellschaften, die die Sexualität nicht einhegen, ist der Verfall sicher. Abgesehen davon gibt es in der Kirche das Sakrament der Beichte, wodurch auf Einzelfälle Rücksicht genommen werden kann.

Konservative Kirchenkritiker warfen den letzten Päpsten dagegen vor, die Aufweichung der katholischen Verbindlichkeit – trotz punktuellen Widerstandes gegen progressive Forderungen – insgesamt befördert zu haben.

Professor Berger: Eine konservative Kirchenkritik betraf wohl kaum Päpste wie Johannes Paul II., sondern eher die vielen geistlichen Würdenträger – etwa in Deutschland –, die auf eigene Faust Interkommunion und Interzelebration vollziehen. Das sind in der Tat für die Kirche desaströse Vorgänge. Denn die Eucharistie ist das Sakrament der Einheit – wenn diese aber schon von den eigenen Geistlichen unterlaufen wird … fatal!

Was ist mit dem konservativen Vorwurf, Johannes Paul II. und mit ihm Kardinal Ratzinger als seine rechte Hand haben im Grunde die „Neue Theologie“ Karl Rahners vertreten, nach der jeder Mensch unabhängig von seinem Bekenntnis bereits „anonymer Christ“ ist?

Professor Berger: Solche Tendenzen gibt es in der Tat, aber es ist wohl eher das Merkmal der Progressiven, zu glauben, die Kirchengeschichte beginne erst mit Rahner. Ich lehne seine Lehre allerdings nicht ab, weil ich „konservativ“ wäre, sondern weil ich Neutestamentler bin: Rahner ist in vielen Punkten mit dem Neuen Testament einfach nicht vereinbar. Dem Neutestamentler geht es notwendigerweise um Mission, und die Konstruktion des „anonymen Christen“ ist ein Mittel, um sich vor der Mission herumzudrücken, um nur niemandem auf die Füße zu treten.

Brauchen wir also nach Benedikt XVI. statt eines weiteren Europäers einen südamerikanischen oder einen afrikanischen Papst, der solche Scheu nicht kennt?

Professor Berger: Das würde ich mir grundsätzlich auch wünschen, nicht nur weil so eine Abkehr von der verkorksten europäischen Theologie eher möglich wäre oder weil die Zukunft des katholischen Kirche sowieso im Süden liegt, sondern auch weil man in diesen Ländern weiß, was Not und Leid ist. Denken Sie zum Beispiel nur an die beschämenden Reaktionen unserer deutschen Kirchenfürsten auf den Film „Die Passion Christi“. Es gibt eine reiche christliche Tradition der Beschäftigung mit dem Leid Christi, die das Leid als Bestandteil der Welt erkannt hat. Nur wissen das unsere Kirchenführer nicht mehr. Ich meine das wörtlich, sie wissen es wirklich nicht! Wir Europäer leben in unserem Wohlstand wie in Watte gepackt, deshalb können wir uns auch nur noch einen Wohlfühl-Jesus vorstellen. Die Passion erinnert uns aber an das Leid als den Kern des Menschseins. Ein schwarzer Papst müßte das nicht erst aus einem Kinofilm lernen.

Quelle: Sinfonia Sacra

Prof. Dr. Klaus Berger gilt als einer der profiliertesten Theologen in Deutschland. Der 1940 in Hildesheim geborene Katholik lehrt Neutestamentliche Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Heidelberg und ist Autor zahlreicher Fach- und populärwissenschaftlicher Bücher. Zuletzt erschienen: „Jesus“ (Pattloch, 2004). Auswahl weiterer Veröffentlichungen: „Wer war Jesus wirklich?“ (1995), „Ist Christsein der einzige Weg?“ (1997), „Wozu ist Jesus am Kreuz gestorben?“ (1998), „Was ist biblische Spiritualität?“ (1999, alle Gütersloher Verlagshaus), „Paulus“ (C.H. Beck, 2003)
      
9 Lesermeinungen
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#10   sttn   20:46:45 | Montag, 25. April 2005
Einen Schritt vorher ansetzen
Hallo Marcel,
ich wäre mir da nicht sicher das hier Ursache und Wirkung zusammenpassen.
Man kann nämlich auch das Gegenteil behaupten, es ist schwer den Beweis dafür anzutreten. Deshalb möchte ich weder dem einen noch dem anderen zustimmen.
Ich gehe mal mehr von mir aus und von den Leuten die ich kenne und die katholisch sind/waren. Und da finde ich keinen Beleg dafür das die Distanz zur Kirche durch die Liturgie kam bzw, durch eine andere Liturgie die Distanz gerigner werden würde.
Eher stelle ich fest das die Leute andere Probleme mit der Kirche haben, bzw. das für viele die Kirche keine Bedeutung im Meinungsbildungsprozess mehr hat.
Vordergründig reden viele über das Zölibat und die Einstellung der Kirche zum Sex und die Verbrechen der Kirche, also die übliche Leier, was aber den Leuten nicht wirklich wichtig ist.
Was ich eher als Problem finde ist das mangelnde Wissen über Jesus und das was die Jesus gesagt und getan hat und das was den christlichen Glauben ausmacht.
Und was auch ein Problem ist, ist das mangelnde Wissen über die katholische Kirche.
Hier sind gigantische Lücken vorhanden, die es meiner Meinung nach zu füllen gibt bevor es zur Spache kommen kann das es eine katholische Liturgie gibt. Ich möcht sozusagend einen Schritt früher ansetzen.
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#9   Marcel   19:23:31 | Montag, 25. April 2005
Messe aller Zeiten: „frisch“ wie eh und je!
Sttn: das genaue Gegenteil Ihres Gesagten ist der Fall. Die Messe aller Zeiten stellt Jesus Christus auf unvergleichbare Weise in den Mittelpunkt allen rituellen Geschehens; sogar der wandelnde Priester wird nebensächlich – er ist „nur“ noch ausführendes Werkzeug Gottes, aber nicht mehr alleinunterhaltender Moderator und „Macher“ wie beim NOM.
In der Messe des hl. Papst Pius V. ist das Mysterium Christi wesentlich deutlicher „erfahrbar“ (man verzeihe mir diesen modernen Ausdruck). Das merken natürlich die unvoreingenommenen Gott suchenden Menschen durchaus. So erklären sich die empirischen Erhebungen, die ganz eindeutig aufzeigen, daß der „alte“ Ritus, die Messe aller Zeiten, besonders auch die jungen Menschen anspricht, im Gegensatz zum NOM.
Daß die Rechnung beim NOM in keiner Weise aufging – weder die anvisierten Protestanten gingen zur Messe (wie konnte man das nur annehmen!), noch die Jungen –, zeigen die nichtlinear nach unten fallenden Besucherzahlen: das Kirchenvolk schrumpft von Jahr zu Jahr, besonders, was die jüngeren Kirchenglieder angeht, weil die Kirche das Mysterium des Meßopfers völlig ent-mystifiziert hat.
Wenn ich heute in eine NOM-Messe in einer Ortskirche gehe, sind fast nur noch alte Menschen anwesend, die Jungen wie ausgestorben. Bei den überlieferten Meßfeiern sind die Generationen gut ausgewogen.
Kein Mensch kann eben mit Christus konkurrieren; das ist der Geburtsfehler des NOM.
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#8   Yersinia   18:39:43 | Montag, 25. April 2005
„Wir stellen uns Christus wie einen wuscheligen großen Hund vor“
wer tut das? – solch pauschalierende Zuschreibungen finde ich immer problematisch.
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#7   sttn   18:02:25 | Montag, 25. April 2005
@marcel
Man muß unterschieden zwischen den „normalen“ Gläubigen und denen die einen intensivere Begegnung mit Gott suchen.
Für viele hier und auch für viele Aktiveren in den katholischen Gemeinden mag die Liturgie die Bedeutung haben die Du ihr beimisst, aber eben nur für die.
Andere erreichtst Du damit nicht und noch weniger schaffst Du es die Leute anzusprechen die die Kirche verlassen wollen oder schon verlassen haben.
Du wirst eher dafür sorgen das die Leute noch weniger zum Gottesdienst kommen wenn Du auf den alten Ritus setzt.
Wenn wir Menschen erreichen wollen, müssen wir Jesus mehr in Vordergrund stellen.
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#6   Marcel   08:32:22 | Montag, 25. April 2005
Hl. Meßopfer ist Zentrum des Christentums
Sicherlich steht und fällt fast alles mit der richtigen Liturgie.
Die meisten im NOM zelebrierten Messen kennen nicht einmal mehr den Opfercharakter (obwohl dogmatisch festgelegt). Die Wandlungsworte sind falsch oder verstümmelt (… vergossen „für alle“, statt „für viele“, usw.) oder fehlen ganz in manchen von JP2 „anerkannten“ Liturgieformen.
Wenn das hl. Meßopfer aber keines mehr ist, und die Gläubigen somit Christus nicht mehr leibhaftigt geschenkt bekommen beim Besuch der Meßfeier, dann ist der Zusammenbruch verständlich.
Wenn man bei einem Computer den Stromversorgungs-Stecker zieht, geht er auch aus. Sofort und total.
Leicht verständlich, oder?
Deshalb: Prof. Berger hat diesbezüglich völlig Recht, und auch der neue Papst, wenn er die Liturgie wieder ins Zentrum rücken möchte.
Das wußte Erzbischof Lefebvre und das wissen seine Nachfolger natürlich sehr gut; daher ihr Festhalten an der unverfälschten Messe aller Zeiten des hl. Papst Pius V.
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#5   sttn   00:06:36 | Montag, 25. April 2005
Jetzt ist mir einiges klar geworden…
Es liegt wirklich an der Liturgie. Wenn ich den Prof. richtig verstanden habe, dann bleiben 90 % der Katholiken wegen der falschen Liturgie zuhause. Und auch die Krichenaustritte sind darauf zurückzuführen. Klar, daran muß es wohl liegen, denn woran sollte es denn sonst liegen.
Das entscheidende für einen Christ ist wohl die Liturgie. Ich mein das steht doch so auch in allen Glaubenbekenntnissen und alle die je Christ geworden sind werden es nicht wegen Jesus oder Gott, sondern nur wegen der Liturgie. Naja, er ist Prof, er wird es wohl wissen.
Merkwürdig ist nur das mir nur Christen bekannt sind die wegen Jesus Christ geworden sind und denen Gott wichtiger als die Liturgie ist.
Gut, vielleicht habe ich nur den falschen Umgang…
P.S.: Was mich ehrlich nervt ist das herbeisehnen des Unterganges. Ich nenn es mal so, denn manchmal habe ich schon den Eindruck das es zu viele in der katholischen Kirche gibt die mit einer extremen vorliebe vom eigenen Untergang reden, an statt dessen das sie mal anfangen was dagegen zu tun.
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#3   GerdEric   21:50:41 | Sonntag, 24. April 2005
Lieber Lexus
nicht nur,
dass GOTT es zuliess,
auch Jesus war schliesslich froh,
denn die elf anderen hatten nicht den Mut und die Liebe,
sich selbst zu opfern.
Matthäus10
1 Und als er seine zwölf Jünger herangerufen hatte, gab er ihnen Vollmacht über unreine Geister, sie auszutreiben und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen.
2 Die Namen der zwölf Apostel aber sind diese: der erste Simon, der Petrus genannt wird, und Andreas, sein Bruder; und Jakobus, der <Sohn> des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder;
3 Philippus und Bartholomäus; Thomas und Matthäus, der Zöllner; Jakobus, der <Sohn> des Alphäus, und Thaddäus;
4 Simon, der Kananäer, und Judas, der Iskariot, der ihn auch überlieferte.
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#2   lexus †   21:20:52 | Sonntag, 24. April 2005
@ Marcel
(PS für die Schwinger der „Schismatiker“-Keule: Es gibt keine „Schismatiker“, die für den Papst beten würden. Das wäre widersinnig.)
Es wäre nicht widersinnig, es ist widersinnig. Aber auch das lässt Gott zu, so wie er die Anwesenheit Judas im Kreis der 12 zugelassen hat. ;-)
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#1   Marcel   18:08:43 | Sonntag, 24. April 2005
Quelle?
Auf „Sinfonica“ findet sich nichts zu diesem Interview?
Auf der Titelseite der Wochenzeitung Junge Freiheit dagegen findet es sich, geführt von Moritz Schwarz: „‘Signal des Glaubens’, Der Theologe Klaus Berger über den neuen Papst Benedikt XVI. und die Krise von Kirche und Christentum in Europa.“
Moritz Schwarz ist bekannt für seine interessanten Interviews mit noch interessanteren Persönlichkeiten aller Coleur.
Doch zum wesentlichen: der neue Papst stellt einen Hoffnungsschimmer dar. Gleichzeitig ist er (wie er sagte) auf das Gebet der Katholiken angewiesen.
Wie Die Oberen der Priesterbruderschaft St. Pius X. seit Tagen verkünden: wir müssen für den Papst beten und vor allem opfern! Nur so kann die Kirchenkrise überwundern werden. Menschen und ihre Worte vermögen nichts mehr auszurichten.
(PS für die Schwinger der „Schismatiker“-Keule: Es gibt keine „Schismatiker“, die für den Papst beten würden. Das wäre widersinnig.)
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