Liturgie
Liturgische Ergüsse eines Predigtprofessors
Karikatur und Kabarett. Der Wiener Domprediger und Dozent für Homiletik an der neokonservativen Hochschule Heiligenkreuz bei Wien hat kürzlich seine zweifelhaften Künste vorgeführt.
Prof. Ewald Huscava auf der Webseite der Hochschule Stift Heiligenkreuz
Prof. Ewald Huscava auf der Webseite der Hochschule Stift Heiligenkreuz
(kreuz.net) Am 31. Januar zelebrierte der Wiener Domprediger, Hw. Ewald Huscava (52), im Stephansdom die neugläubige Eucharistiefeier.

Anfang Februar erschienen kurze und sehr peinliche Ausschnitte dieser Veranstaltung auf der Medien-Webseite ‘gloria.tv’.

Hw. Huscava wirkt auch als Dozent für Homiletik an der neokonservativen Theologischen Hochschule im Zisterzienserstift Heiligenkreuz bei Wien.

Laut dem Audio-Zusammenschnitt des Gottesdienstes hielt der Wiener Domprediger eine emotionale und stark moralisierende Predigt.

Dabei sagte er in pathetischem Ton Dinge wie: „Erkenntnis ist gut und schön, aber: Was tust Du? Wie lebst Du? Wie gehst Du um mit andern? Wie lebst Du Deine Liebe? Das ist es, um das was es geht.“

Hw. Huscava bediente die bei Altliberalen übliche platte und schwarz-weiß-malende Gegenüberstellung von Recht und Liebe:

„Oh-ja, da werden wir Theologen, die großen Gescheiten, am Jüngsten Tag dreinschauen. Diejenigen, die mit dem Kirchenrecht winken und sagen: »Das ist es« werden dann auch gefragt werden: Wo ist die Liebe geblieben?“

Bei den Fürbitten betete der Domprediger für alle, die in Ehe oder „Partnerschaft“ verbunden sind, daß ihre angebliche „Liebe“ immer wieder jung werde.

Wetter-Vorhersage

Zum ‘Agnus Dei’ ergänzte der Domprediger die verwirrende Formulierung: „Brot für uns alle, Lamm Gottes“.

Nach katholischer Eucharistielehre handelte es sich bei der konsekrierten Hostie nicht um Brot, sondern um den Leib Christi – vorausgesetzt natürlich, daß Wandlung von Hw. Huscava gültig vollzogen wurde.

In freier Assoziation phantasierte der Geistliche noch andere Dinge in den Gottesdienst hinein. So sagte er beim „Ecce Agnus Dei“:

„Seht ihn, der die Erkenntnis Gottes schenkt, der uns vollenden wird und so hinwegnimmt die Sünden der Welt.“

Vor dem Segen versuchte der Domprediger einen recht peinlichen Witz zu plazieren:

„Ich darf Ihnen jetzt den Segen Gottes erbitten und ihnen gleichzeitig ein prophetisches Wort mit auf den Weg geben“ – erklärte er und fuhr weiter:

„Es wird eine Zeit kommen, in der es wieder wärmer sein wird.“

      
9 Lesermeinungen
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#9   clarissa colonia   22:11:42 | Sonntag, 14. März 2010
Interessant, interessant …
„Hw. Huscava bediente die bei Altliberalen übliche platte und schwarz-weiß-malende Gegenüberstellung von Recht und Liebe …“
Nun ja, bei einem „Altliberalen“ hätte man eine bruderschaftliche „platte und schwarz-weiß-malende Gegenüberstellung von“ Recht und Notlage ja auch eher nicht vermutet …
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#8   hroznata   11:55:11 | Samstag, 13. März 2010
Wann???
Wann soll die Zeit kommen, „wo es wieder wärmer wird“? Etwa nach dem Tod des Heiligen Vaters Benedikt XI? Ich wollte nicht wissen, wie viele hoffen, dass er bald von der Bildfläche verschwindet! Lasst uns beten für unseren obersten Hirten!
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#7   walderer   14:01:00 | Freitag, 12. März 2010
@stolzing: was interessiert uns deine heimatpfarre
„Es wird eine Zeit kommen, in der es wieder wärmer sein wird.“ entscheidend ist schliesslich, wie „warm“ das klima in heiligenkreuz ist bzw. wieder sein wird!
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#6   Walther von Stolzing   13:50:55 | Freitag, 12. März 2010
Das ist doch Alltag in NOM!
Freie Improvisation, Abänderung, „Entschärfung“ der liturgischen Texte nach den Maßgaben der religious correctness, Banalisierung des Mysteriums (soweit im NOM überhaupt noch vorhanden), Selbstdarstellung des Zelebranten –- all dies ist noch nichts Neues und Alltag im NOM. Das, was Hw. Huscava hier loslässt ist noch gar nichts im Vergleich dazu, was in meiner Heimatpfarrei so alles abgeht (und ja, ich gehe hin und wieder dort hin).
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#5   walderer   12:30:09 | Freitag, 12. März 2010
@sefirot. hab überhaupt nichts dagegen,
gehe schliesslich selbst regelmässig in eine homo-sauna. und: ich friere nicht, im gegenteil!
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#4   Sefirot   12:25:09 | Freitag, 12. März 2010
Walderer: Was hätten Sie gegen
die froh stimmende Prophezeiung vorzubringen… Wollen
Sie weiter frieren… Ich nicht! :-D
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#3   walderer   12:22:21 | Freitag, 12. März 2010
„Es wird eine Zeit kommen, in der es wieder wärmer sein wird.“
das hoffe ich auch. in heiligenkreuz hat man ja genügend erfahrung mit der wärmeren seite des lebens:
sauna diepresse.com/…eich/303656/index.do
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#2   kristall   12:13:02 | Freitag, 12. März 2010
Heiligen-Kreuz!
dort ist scheinbar auch nicht alles Gold was glänzt!!!
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#1   Vogel   10:59:25 | Freitag, 12. März 2010
Verschiedenes
Mein Text paßt jetzt nicht zu o.g. Artikel, aber ich möchte gerne etwas loswerden. Ich lese immer wieder, daß Kreuz-net viele Kritiker hat. Es ist die Rede, die Seite sei gegen Juden. Richtig mitbekommen habe ich dies hier nicht. Wenn man für JESUS ist, ist man automatisch auch für die Juden, denn er ist als solcher auf die Welt gekommen. Da ich JESUS mag, ist es klar, daß ich die Juden auch mag. Man sei hier ausländerfeindlich. Dies habe ich bisher auch nicht bemerkt, man kann ja sogar auch die Artikel in verschiedene Sprachen übersetzen… JESUS war ja für uns praktisch auch ein Ausländer und ich mag Ausländer. Für mich ist die Nationalität egal, deswegen muß man sich ja nicht für sein eigenes Land schämen.
Weiterhin sei man hier gegen Homosexuelle und Lesben.
Da man ja GOTT in jedem Menschen antrifft, kann man also nichts gegen homosexuelle und lesbische Menschen haben. Da handle ich, genau wie bei allen Menschen,
halt doch nach der Sympathie. Es sucht sich ja grundsätzlich niemand seine Veranlagung aus.
Die Rolle von Vater, Mutter, Kinder gefällt mir zwar besser, aber etwas Toleranz muß schon da sein.
Dann geht es immer wieder um das zweite Vatikanische Konzil. Was ist denn da nur so besonderes gewesen? Ich habe es überflogen, ich kann daran nichts schlimmes finden. So überdimensional groß kann der Unterschied doch zwischen diesen Konzilen nicht sein, es könnte ruhig mehr davon geben. Der liebe Gott sieht in das HERZ des Menschen, das ist das WESENTLICHE.
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