Eine amerikanische Schule wird vor den Richter gezerrt, weil sie nicht ihren uneingeschränkten Glauben an die Evolutionstheorie bekannt hat.
(kreuz.net, Atlanta/USA) Ein Aufkleber auf Biologiebüchern in einer Schule bei Atlanta (Bundesstaat Georgia,
Süd- Osten der USA) sorgt für Aufsehen. Die auf dem Aufkleber vermittelte Botschaft „Evolution ist eine
Theorie, kein Faktum“ wird seit letztem Montag vor Gericht als ungesetzliche Religionspropaganda verhandelt.
Mehr als 2000 Eltern der betreffenden Schule beschwerten sich vor zwei Jahren dafür, daß die Evolutionstheorie
dort als unumstößliches Dogma gelehrt werde. Als Reaktion versah die Schule die Vorderseite ihrer Biologiebücher
mit dem folgenden Dementi:
„Dieses Schulbuch beinhaltet die Evolution als Unterrichtsstoff. Die Lehre
von der Evolution ist in bezug auf die Entstehung des Lebens eine Theorie und kein Faktum. Der Stoff sollte
deshalb mit einem weiten Geist aufgenommen, gründlich studiert und kritisch bedacht werden.“
Eine andere
Gruppe von Eltern reagierte auf diesen Aufkleber mit einer Klage vor Gericht. In ihrem Eröffnungsplädoyer
meinte die Rechtsanwältin der Kläger, daß andere Wissenschaftstheorien nicht vergleichbar behandelt
würden. Es handle sich hier um die religiös Ansicht einiger weniger, die im Widerspruch zur Wissenschaft
stünden.
Dagegen ließ die Schule über ihren Rechtsanwalt verlauten, daß es dumm sei, einen solchen
Aufkleber religionspropagandistisch zu interpretieren. Er sage kein Sterbenswort über den Glauben aus,
sondern ermutige zum kritischen Denken. Außerdem beinhaltet der Text in keiner Weise eine Ablehnung der
Evolutionstheorie.
Nach Pressemeldungen soll der Prozeß voraussichtlich in einigen Tagen entschieden
sein. Als Zeugen sind unter anderem Wissenschaftler, Lehrer und Eltern geladen.
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