10:52:00 | Montag, 25. April 2005
Im Internet wurde eine zweite Hostie angeboten und nach Protesten wieder zurückgezogen. Verständnislosigkeit bei den Verkäufern: „Wenn die Hostien der katholischen Kirche tatsächlich so wichtig sind und sie nicht will, daß diese versteigert werden, dann soll sie besser auf sie aufpassen.“
(kreuz.net) Mitte letzter Woche war eine zweite Hostie aus einer Papstmesse im Internet zu ersteigern.
Nach unzähligen Beschwerden lenkte das umstrittene Internetauktionshaus eBay ein.
Vor knapp zwei Wochen
erweckte
der im letzten Augenblick verhinderte Verkauf einer heiligen Kommunion aus einer Papstmesse nicht
nur den Zorn der Gläubigen sondern auch das Interesse von Geschäftsleuten.
Weniger als eine Woche später
war schon die nächste Hostie auf eBay im Angebot.
Diesmal versuchte eine Britin eine konsekrierte Hostie,
die 1996 bei einer Papstmesse gestohlen wurde, in Bargeld zu verwandeln. Der Ausrufspreis für das Allerheiligste
lag bei 100 Pfund (knapp 150 Euro).
Die Auktionatorin meinte zur Beschwichtigung der Katholiken in der
Beschreibung ihrer Ware, daß sie nur an einen anständigen Kunden, der seine guten Absichten auch unter
Beweis stellen könne, verkaufe. Die Versteigerung sollte bis zum 27. April dauern.
Doch es kam anders.
Bereits wenige Stunden nachdem eBay die Hostie im Sortiment hatte, waren 9000 Beschwerdebriefe eingetroffen.
Sie erzwangen bei der Firma ein Umdenken. eBay zog den Leib Christi aus seinem Angebot zurück.
Unter
den 9000 engagierten Katholiken fand sich der Erzbischof von Denver, Charles Chaput (60). Denver ist die
Hauptstadt des Bundesstaates Colorado im Zentrum der Vereinigten Staaten.
Erzbischof Chaput adressierte
seinen Brief direkt an den Vositzenden des eBay-Vorstandes, Meg Whitman.
„Der Verkauf der konsekrierten
Hostie – gleich von wem und unter welchen Umständen“, so die Worte des Erzbischofs, „ist für Katholiken
ein sehr schwerwiegendes Sakrileg. Deshalb stellt es eine ebenso schwerwiegende Verletzung der katholischen
Kirche dar.“
Ob der Verkäufer katholisch sei oder nicht, sei nebensächlich: „Katholiken glauben, daß
die konsekrierte Hostie wahrhaft der Leib und das Blut Jesu Christi sind. Der Verkauf desselben ist in
höchstem Maße anstößig“ – so der Erzbischof.
Ob eBay seine Politik in bezug auf den Verkauf religiöser
Gegenstände grundsätzlich geändert hat oder es sich um einen glücklichen Einzeltreffer handelt, ist
unbekannt.
„Traurig“,- so eine der Protestierenden –“ daß man uns Katholiken erst verstanden hat, als
wir uns der Sprache des Geldes bedienten.“ Die Bitte um Respekt vor der Religion sei wirkungslos geblieben.
Eine eBay nahestehende Person reagierte auf die Rücknahme der Hostie mit Unverständnis: „Wenn die Hostien
der katholischen Kirche tatsächlich so wichtig sind und sie nicht will, daß diese nicht versteigert
werden, dann soll sie besser auf sie aufpassen.“
Es sei nicht die Schuld von eBay, daß die katholische
Kirche es andersdenkenden Menschen so leicht mache, Hostien zu stehlen. Sie müsse dann auch akzeptieren,
daß die Besitzer damit entsprechend ihrem Verständnis verfahren.
Es sei auch unfair, eBay als den „bösen
Mann“ hinzustellen. Es gebe im Internet noch viele andere Möglichkeiten, einen Markt für den Verkauf
von katholischen Hostien aufzubauen.
Das Problem sei nicht das Internet.
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Laurentius2 12:44:10 | Dienstag, 26. April 2005