Eucharistie
Wer ist schuld an den Hostienversteigerungen?
Im Internet wurde eine zweite Hostie angeboten und nach Protesten wieder zurückgezogen. Verständnislosigkeit bei den Verkäufern: „Wenn die Hostien der katholischen Kirche tatsächlich so wichtig sind und sie nicht will, daß diese versteigert werden, dann soll sie besser auf sie aufpassen.“
(kreuz.net) Mitte letzter Woche war eine zweite Hostie aus einer Papstmesse im Internet zu ersteigern. Nach unzähligen Beschwerden lenkte das umstrittene Internetauktionshaus eBay ein.

Vor knapp zwei Wochen erweckte der im letzten Augenblick verhinderte Verkauf einer heiligen Kommunion aus einer Papstmesse nicht nur den Zorn der Gläubigen sondern auch das Interesse von Geschäftsleuten.

Weniger als eine Woche später war schon die nächste Hostie auf eBay im Angebot.

Diesmal versuchte eine Britin eine konsekrierte Hostie, die 1996 bei einer Papstmesse gestohlen wurde, in Bargeld zu verwandeln. Der Ausrufspreis für das Allerheiligste lag bei 100 Pfund (knapp 150 Euro).

Die Auktionatorin meinte zur Beschwichtigung der Katholiken in der Beschreibung ihrer Ware, daß sie nur an einen anständigen Kunden, der seine guten Absichten auch unter Beweis stellen könne, verkaufe. Die Versteigerung sollte bis zum 27. April dauern.

Doch es kam anders.

Bereits wenige Stunden nachdem eBay die Hostie im Sortiment hatte, waren 9000 Beschwerdebriefe eingetroffen. Sie erzwangen bei der Firma ein Umdenken. eBay zog den Leib Christi aus seinem Angebot zurück.

Unter den 9000 engagierten Katholiken fand sich der Erzbischof von Denver, Charles Chaput (60). Denver ist die Hauptstadt des Bundesstaates Colorado im Zentrum der Vereinigten Staaten.

Erzbischof Chaput adressierte seinen Brief direkt an den Vositzenden des eBay-Vorstandes, Meg Whitman.

„Der Verkauf der konsekrierten Hostie – gleich von wem und unter welchen Umständen“, so die Worte des Erzbischofs, „ist für Katholiken ein sehr schwerwiegendes Sakrileg. Deshalb stellt es eine ebenso schwerwiegende Verletzung der katholischen Kirche dar.“

Ob der Verkäufer katholisch sei oder nicht, sei nebensächlich: „Katholiken glauben, daß die konsekrierte Hostie wahrhaft der Leib und das Blut Jesu Christi sind. Der Verkauf desselben ist in höchstem Maße anstößig“ – so der Erzbischof.

Ob eBay seine Politik in bezug auf den Verkauf religiöser Gegenstände grundsätzlich geändert hat oder es sich um einen glücklichen Einzeltreffer handelt, ist unbekannt.

„Traurig“,- so eine der Protestierenden –“ daß man uns Katholiken erst verstanden hat, als wir uns der Sprache des Geldes bedienten.“ Die Bitte um Respekt vor der Religion sei wirkungslos geblieben.

Eine eBay nahestehende Person reagierte auf die Rücknahme der Hostie mit Unverständnis: „Wenn die Hostien der katholischen Kirche tatsächlich so wichtig sind und sie nicht will, daß diese nicht versteigert werden, dann soll sie besser auf sie aufpassen.“

Es sei nicht die Schuld von eBay, daß die katholische Kirche es andersdenkenden Menschen so leicht mache, Hostien zu stehlen. Sie müsse dann auch akzeptieren, daß die Besitzer damit entsprechend ihrem Verständnis verfahren.

Es sei auch unfair, eBay als den „bösen Mann“ hinzustellen. Es gebe im Internet noch viele andere Möglichkeiten, einen Markt für den Verkauf von katholischen Hostien aufzubauen.

Das Problem sei nicht das Internet.
      
1 Lesermeinung
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#1   Laurentius2   12:44:10 | Dienstag, 26. April 2005
Schlaglicht
Das wirft ein bedeutsames Schlaglicht auf die Praxis des Kommunionempfangs! Ich kenne Priester, die dieser Situation des Mitnehmens der Hostie gegenüber völlig rat- und hilflos sind. Ich habe selbst schon das Sanctissimum zwischen Kirchenbänken gefunden – achtlos hingeworfen und halbzerbröselt … Ganz zu schweigen von den unzähligen Partikeln und mittelgroßen Teilchen, die von den Händen im Weggehen oder Herumfummeln hinfallen und dann zertrampelt werden oder unter den Schuhsohlen landen. Bei der Mundkommunion wäre dieses Problem in seinen heutigen Dimensionen so nicht gegeben.
Aber das Dogma der Modernen Reformen ist stärker als die katholische Vernunft und Liebe zum Leib Christi. Deshalb bleibt alles beim „alten“, „ist ja nicht so schlimm“, … „der liebe Gott ist doch kein Erbsenzähler“ u.s.w . Das „platte Produkt des Augenblicks“ (Papst Bendikt XVI.) – die neue Liturgie – muß zumindest in diesen Dingen korrigiert werden. Schon als Kardinal verlangte unser Papst ja diesbezüglich eine „Reform der Reform“…
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