Anglikaner
Wie in Röschenz – nur genau umgekehrt
Die anglikanische Pfarrei in Overland Park im US-Bundesstaat Kansas will sich von ihrer Diözese und von der Anglikanischen Gemeinschaft in den USA lösen. Der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte, war die Ordination eines Homosexuellen zum US-anglikanischen Bischof.
(kreuz.net) Die Mitglieder der Episkopalkirche in Overland Park im US-Bundesstaat Kansas haben die Nase voll. Am vergangenen Sonntag beschlossen sie mit großer Mehrheit, sich von der episkopalen Diözese in Kansas und überhaupt von den US-amerikanischen Anglikanern zu lösen. In den USA nennen sich die Anglikaner meistens „episkopale Kirche“. Der US-Bundesstaat Kansas befindet sich im Zentrum der USA.

Alle regulären Mitglieder der Pfarrei, die über 16 Jahre alt sind, beteiligten sich an der Abstimmung: 873 stimmten für eine Abspaltung, 211 dagegen. Grund: eine unterschiedliche Auffassung über die Bibel und das Christentum.

„Das ist eine traurige und schwierige Zeit für die anglikanische Diözese von Kansas, weil wir ein bedeutendes Stück unseres Leibes verlieren“, sagte Dean Wolfe, der anglikanische Bischof von Kansas.

Die Abstimmung wird vermutlich mit Ende des Monats rechtskräftig werden. Danach kann sich der anglikanische Pfarrer von Overland Park nicht mehr als rechtsgültiger Priester der anglikanischen Diözese von Kansas betrachten.

Die Pfarrei hatte schon lange Auseinandersetzungen mit der Anglikanischen Gemeinschaft in den USA. Diese vertritt in Sachen Theologie, Bibelauslegung und Dogmenverständnis sehr reduktionistische Ansichten. Als die Generalversammlung der US-Anglikaner im Jahr 2003 die Wahl eines im Homo-Konkubinat lebenden Bischofs akzeptierte, reichte es den Pfarreiangehörigen von Overland Park.

Man entschloß sich zunächst, gegen den Homo-Bischof zu protestieren, indem die Pfarrei der anglikanischen Diözese die finanziellen Abgaben vorenthielt. Jetzt kam die totale Abspaltung. Der gegenwärtige Pfarrer hat bekanntgegeben, daß man versuchen wird, sich einer anderen anglikanischen Diözese oder Anglikanischen Gemeinschaft irgendwo in der Welt anzuschließen.

„Es gibt in der weltweiten Anglikanischen Gemeinschaft 38 Provinzen“ – erklärte der Pfarrer – „die US-Anglikaner sind nur eine einzige Provinz. Es gibt 77 Millionen Anglikaner in der Welt und nur 2.3 Millionen in den USA. Nur mit letzteren werden wir nicht mehr in Gemeinschaft stehen.“

Eine Pfarreiangehörige meinte, daß der Entscheid zwar schwierig aber richtig gewesen sei. „Wir haben beschlossen, zu unseren eigentlichen Werten und zum traditionellen anglikanischen Glauben zu stehen.“
      
3 Lesermeinungen
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#3   lexus †   23:03:07 | Mittwoch, 27. April 2005
@ Stimme aus dem Tradiland
und warum werden sie nicht katholische?
bist du das?
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#2   graham amor   21:36:39 | Mittwoch, 27. April 2005
Und Warum…
Warum werden sie nicht katholisch? Lieber Stimme…, es gibt sehr viele Anglikaner die katholisch werden, und in Amerika es gibt sogar auch ein Anglikanische Ritus-Kirche die in volle Einheit mit Rom sind. Höchst wahrscheinlich kennen diese Kansaner die katholische Kirche zu wenig, oder sie kennen Ihr zu gut, und finden Sie noch protestantischer als ihre eigene Kirche ist.
Graham.
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#1   Stimme aus dem Tradiland   12:21:56 | Mittwoch, 27. April 2005
und warum
werden sie nicht katholische?
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