11:46:08 | Donnerstag, 18. März 2010
Alice Schwarzer: In Deutschland konnte man unwidersprochen die „freie Liebe“ mit Kindern fordern. Gerichtsgutachter empfahlen in wissenschaftlichen Studien, straffällige Jugendliche „bei pädagogisch interessierten Päderasten“ unterzubringen.
(kreuz.net) „Nein, der sexuelle Mißbrauch von Kindern ist keine Erfindung katholischer Patres. Und er
hat auch nichts mit dem Zölibat zu tun.“
Das erklärte die bekannte deutsche Feminismus-Ideologin Alice
Schwarzer (67) auf ihrer
Webseite.
Frau Schwarzer ist Chefredakteurin der dreimonatlichen deutschen Monatszeitung
‘Emma’.
Mißbräuche treffen fast immer MädchenDie Feministin verweist auf Schätzung des Kriminologischen
Instituts Hannover, wonach jährlich in Deutschland etwa eine Million Kinder mißbraucht werden – „in
neun von zehn Fällen sind es Mädchen“.
Drei Viertel der Täter sind der eigene Vater, Onkel oder Nachbar:
„Ja, und 98,5 Prozent der Täter sind laut Bundeskriminalamt Männer – die 1,5 Prozent Frauen sind in
der Regel Mittäterinnen“ – fügt Frau Schwarzer hinzu.
Sexueller Mißbrauch sei überall möglich, wo
„Männer mächtig und Kinder ohnmächtig“ seien.
Als besten Schutz vor Mißbräuchen empfiehlt Frau Schwarzer
eine „starke Mutter, die nicht aus Angst oder Gleichgültigkeit wegsieht, sondern sich vor ihr Kind stellt.“
Den Schulen und Internaten empfiehlt sie Transparenz und Kinderrechte.
Frau Schwarzer erwähnt die Binsenwahrheit,
daß Männer mit Kinderschänder-Versuchungen gerne Berufe wählen, wo sie mit Kindern zu tun haben.
Diese angeblichen Kinderfreunde müßten erkannt und entlarvt werden – „und nicht
verharmlost oder gar
verklärt, wie es in den 1970er bis 1990er Jahren offensiv der Fall war.“
Die 68er Söhne trieben es
schlimmer als ihre VäterFrau Schwarzer weiß viel Interessantes: „Kaum hatte die Frauenbewegung – und
niemand anderes als sie! – das Recht der Patriarchen über Frauen und Kinder erschüttert, da traten ihre
Söhne an und trieben es zum Teil noch toller als die Väter.“
Die 68er gaben den alten Verhältnissen
einfach einen neuen Namen: „Was heute endlich als Mißbrauch benannt wird, hieß bei ihnen »Kinderliebe«
und Pädophile waren »Kinderfreunde«.“
Frau Schwarzer erinnert daran, daß die Zeitschrift ‘Emma’ im
Jahr 1978 im deutschen Sprachraum die erste Stimme war, die Inzest und Mißbrauch öffentlich thematisierte:
„Nachdem das siebenseitige Dossier (»Das Verbrechen, über das niemand spricht«) erschienen war, regte
sich jedoch – nichts“ – stellt Frau Schwarzer ernüchtert fest: „Kein einziger Leserbrief“.
Frau Schwarzer
kommentiert: „So tabu war das Thema Mißbrauch.“
Der flotte Zeitgeist der „sexuellen Befreiung“Die
bitteren Protest gegen Vergewaltigung von Frauen und Kindern hatte – so Frau Schwarzer – „wenig Chancen
gegen den flotten Zeitgeist der »sexuellen Befreiung«.“
Frau Schwarzer zitiert aus den deutschen Kinderschänder-Medien:
„Der machte Front von taz (»Pädophilie ist ein Verbrechen ohne Opfer«) bis Quick (»Die süßen Lolitas«).“
Die Haupttäter bleiben nicht unerwähnt: „Ideologisch führend waren 68er, etliche von ihnen waren auch
in der tonangebenden »Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung« aktiv, wie der Sozialpädagoge Professor
Helmut Kentler.“
Kentler († 2008) war ein bekennender Kinderschänder.
Er konnte damals – so Frau Schwarzer –
unwidersprochen die „freie Liebe“ mit Kindern fordern und als Gerichtsgutachter in „wissenschaftlichen“
Studien empfehlen, straffällige Jugendliche „bei pädagogisch interessierten Päderasten« unterzubringen“.
Frau Schwarzer fügt hinzu: „So geschah es dann auch. Am hellichten Tag.“
Cohn-Bendit hinter der Schweigemauer
Dann knüpft sie sich den damaligen Studentenführer und heutigen ‘grünen’ EU-Abgeordneten, Daniel Cohn-Bendit,
vor.
Cohn-Bendit konnte in „Little Big Man“ unbefangen über seine Erlebnisse als Kindergärtner in den
Jahren 1972 bis 1974 plaudern:
„Da nahm der »ständige Flirt mit allen Kindern bald erotische Züge«
an, und es passierte dem Kinderfreund »mehrmals, daß einige Kinder meinen Hosenlatz geöffnet und angefangen
haben, mich zu streicheln«.“
Cohn-Bendit berichtet, „auf Wunsch“ dann auch zurückgestreichelt zu haben.
Fast drei Jahrzehnte lang hat der grüne EU-Abgeordnete zu jeder Kritik darüber geschwiegen:
„Jetzt
behauptet der Odenwald-Schüler in der Zeit, ausgerechnet diese Passage in seinen Lebenserinnerungen sei
keine Realität gewesen, sondern »Provokation«.“
Man habe damals „im Überschwang Fehler gemacht“ und
„keine klaren Grenzen gezogen“ – rechtfertigt der Kinderschänder seine Taten.
„Das ist zurückhaltend
formuliert“ – kommentiert Frau Schwarzer: „Nur Provokation? Was für eine dreiste Behauptung!“
SPD und
FDP will Kinderschändung legalisierenDie Kinderschänder-Gilde hatte mächtige politische Freunde.
Frau Schwarzer erinnert sich: „Es war in der Tat die Zeit, in der die SPD/FDP-Regierung im Nachklapp
zur großen Sexualstrafrechtsreform 1980 auch den § 176 ersatzlos streichen wollte – den Paragraphen,
der den sexuellen Mißbrauch von Kindern unter Strafe stellt.“
Die Feministin fügt hinzu: „Kaum zu glauben,
aber wahr: ‘Emma’ war zunächst die einzige Stimme, die sich dagegen erhob.“
Die Streichung des Paragraphen
176 konnte verhindert werden:
„Hätte ‘Emma’ damals nicht protestiert, gäbe es heute in Deutschland
noch nicht einmal mehr ein Gesetz, das den Mißbrauch von Kindern verbietet.“
Noch eine peinliche Frage
Abschließend stellt Frau Schwarzer eine Frage, auf die es eine Antwort geben muß:
„Wie kommt es eigentlich,
daß der Skandal über den massiven sexuellen Mißbrauch in den 1970er und 1980er Jahren in der ach so
progressiven Odenwald-Schule erst jetzt so richtig ernstgenommen wird?“
Frau Schwarzer weist darauf hin,
daß die ‘Frankfurter Rundschau’ bereits im Jahr 1999 darüber berichtete:
„Hat das auch etwas zu tun
mit der Veränderung des Zeitgeistes – und damit, daß die einstigen Propagandisten der »freien Liebe«
nicht mehr den Ton angeben?“
Für Frau Schwarzer besteht die besondere Infamie darin, „daß Kinder früher
eine rechtlose Sache waren – nach 1968 aber ins andere Extrem umgeschlagen und so getan wurde, als seien
Kinder gleichberechtigt.“
Das Machtverhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern seien einfach geleugnet
worden:
„Es wurde den Kindern unterstellt, sie selber wollten es doch auch so, sie hätten »sexuelle
Bedürfnisse«, ganz wie die Erwachsenen.“
Für Frau Schwarzer ist es positiv, daß endlich über die
Kinderschänderei gesprochen wird – über: „Aber das bitte nicht nur in bezug auf die Internate“ – mahnt
sie an.
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