09:12:04 | Dienstag, 26. April 2005
Brücken in den Orient + Der Papst ernennt einen neuen Kardinalbischof + Schlachthof soll zahlen, weil Kind überlebte + Doktor Meisner + Hauptsache keine Kirche + „Diese Frau macht mich krank“
Brücken in den OrientVatikan. Gestern Vormittag traf Papst Benedikt XVI. Vertreter anderer Konfessionen
und Religionen. Anwesend waren unter anderen der anglikanische Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams,
der orthodoxe Metropolit von Ephesus, Chrysostomos, als Vertreter des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel
sowie Metropolit Kyrill von Smolensk und Kaliningrad, der Leiter der Auswärtigen Abteilung des Moskauer
Patriarchats. Der Heilige Vater bedankte sich besonders für die Anwesenheit von Moslems und lobte den
Dialog zwischen Christen und Muslimen: „Ich versichere euch, daß die Kirche weiterhin Brücken der Freundschaft
mit den Angehörigen aller Religionen bauen will.“ Die Bemühung um den Dialog seien „ein wertvoller Beitrag
zum Bau solider Grundlagen für den Frieden.“
Der Papst ernennt einen neuen KardinalbischofVatikan.
Papst Benedikt XVI. hat Francis Kardinal Arinze, den Präfekten der Kongregation für den Gottesdienst
und die Sakramentenordnung, zum Kardinal-Bischof ernannt. Dies berichtete ‘Radio Vatikan’. Der nigerianische
Kurienkardinal war bisher Kardinal-Diakon. Dem neuen Kardinal-Bischof wird das Bistum Velletri-Segni als
Titulardiözese zugewiesen. Das Bistum liegt in den Albaner Bergen südöstlich von Rom. Es war bisher
die Titulardiözese des Kardinal-Bischofs Ratzinger. Die Kardinäle sind formell in drei Klassen – Diakone,
Priester, Bischöfe – eingeteilt. Den Kardinalbischöfen wird – ebenfalls formell – eine der Diözesen,
die um Rom herum liegen, als Titularbistum zugewiesen.
Schlachthof soll zahlen, weil Kind überlebte
Die 20-jährige Stacy Dow aus Schottland hat kürzlich eine Abtreibungsanstalt auf 250.000 Pfund – knapp
370.000 Euro – verklagt. Grund: Vor drei Jahren ließ die damals schwangere Schottin ihre ungeborenen
Zwillinge schlachten. Doch eines der Kinder – die kleine Jayde – überlebte die grausame Prozedur. Nun
soll die Tötungsanstalt einen Teil der Kosten für das ungewollte Überleben des inzwischen dreijährigen
Mädchens übernehmen. „Ich denke, daß das Spital einen Teil der Verantwortung dafür übernehmen sollte“,
begründet die Mutter die kürzlich eingereichte Klage. Nur so könne sie angeblich die Erziehung ihrer
dreijährigen Tochter finanzieren.
Doktor MeisnerPolen. Die Katholische Universität in Lublin verleiht
dem Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, die Ehrendoktorwürde. Lublin befindet sich im Osten
des Landes. „In einer Zeit großer Erschütterung der Werte und zahlreicher Herausforderungen für unsere
Treue zu Christus ist Kardinal Meisner für sein Engagement um die Verteidigung der vom kirchlichen Lehramt
verkündeten Prinzipien des Lebens und der Moral bekannt“, heißt es dazu in der Begründung durch die
Universität. Die Verleihung findet am Freitag, 6. Mai, in Lublin statt. Der Kardinal stammt selber aus
dem inzwischen polnischen Breslau.
Hauptsache keine KircheSchweiz. Die reformierte Kirche St. Leonhard
in St. Gallen in der Ostschweiz geht
wie geplant an einen Architekten aus dem Kanton Zürich. Die reformierte
Kirchgemeinde stimmte am Sonntag dem Verkauf der Kirche mit überwältigender Mehrheit zu. Das denkmalgeschützte
Gebäude wird in ein Kulturhaus mit Gastronomie, Klassik- und Jazzkonzerten, Theater und Film oder Modeschauen
umgewandelt. Ein Angebot der Priesterbruderschaft St. Pius X. wurde von den Protestanten bereits im Januar
aus „ökumenischen Gründen“ abgelehnt.
„Diese Frau macht mich krank“Deutschland. Das Amtsgericht Meschede
in Nordrhein-Westfalen hat eine Rentnerin (62) wegen ihrer unerwünschten und unaufhörlichen Liebesbotschaften
an einen katholischen Priester zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Dies berichtete
gestern die ‘Frankfurter Rundschau’. Die Pensionärin hatte ihrem Opfer vier Jahre lang bis zu 19 Mal
täglich Liebesbriefchen vor die Haustüre gelegt, anzügliche SMS geschickt oder im Garten des Priesters
anstößige Tänze aufgeführt. „Diese Frau macht mich krank“, erklärte der Priester vor Gericht. Allein
der Anblick dieser Frau löse bei ihm Kopf- und Magenschmerzen aus: „Sogar einen Slip hat sie mir vor
die Haustür gelegt.“ Die Kirchengemeinde hatte im vergangenen September ein Hausverbot gegen die Frau
ausgesprochen.
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