Kommentar
Schluß mit den frommen altliberalen Sprüchen
Die hochgekochten Pädo-Skandale sind für Altliberale ein Win-Win- Geschäft: Zuerst schändet ein altliberaler Homosexueller einen Jugendlichen. Dann macht ein anderer Altliberaler damit kirchenpolitisch Kasse. Ein Kommentar.
Jesuitenpater Georg Sporschill
Jesuitenpater Georg Sporschill
(kreuz.net) Der altliberale österreichische Jesuitenpater Georg Sporschill (63) hat heute vor der antikirchlichen österreichischen Tageszeitung ‘Die Presse’ Stammtischsprüche geklopft.

Das Interview stand unter dem passenden Titel: „Schluß mit den frommen Sprüchen“.

Pater Sporschill gründete im Jahr 1992 das Sozial-Unternehmen ‘Concordia’.

Es beschäftigt rund 160 Mitarbeiter und betreut rund tausend Waisen- und Straßenkinder in Rumänien und Moldawien.

Altliberale Gnadenlosigkeit

In dem Interview geht es um die gegenwärtig von den Medien hochgekochten antikirchlichen Mißbrauchs-Verleumdungen.

Diese Taktik geht auf ein in den späten 30er Jahren von Reichs-Propagandaminister Joseph Goebbels († 1945) entwickeltes Konzept zurück.

Pater Sporschill wälzt sich vor den begeisterten Augen des Journalisten im Schlamm.

Für einmal läßt er die altliberale Dauerbrenner-Barmherzigkeit im Schrank und skandalisiert ohne Maß die verschwindend wenigen kirchlichen Mißbrauchs-Vorfälle:

„Es kommt jetzt eine größere Ehrlichkeit“ – behauptet er, obwohl ertappte Kinderschänder in der Kirche nach dem Willen der Welt schon seit Jahren mit der Härte des Gesetzes und mit unversöhnlicher Gnadenlosigkeit angepackt werden.

Ein Schuß Jesus

Dann klopft der Pater die unerleuchteten Sprüche seiner Jugend in den 60er Jahren:

„Schluß mit frommen Sprüchen, Schluß mit Betulichkeit, Schluß mit Vortäuschung von Machtstrukturen, die keine mehr sind.“

Noch einen Schuß Theologie: „Wir müssen die Orte in der Welt entdecken, wo das Heil passiert, und nicht glauben, wir produzieren es.“

Er bemerkt den Blödsinn, den er von sich gegeben hat selber – und schiebt eilig nach: „Das ist die Lehre Jesu.“

Religiöse Phantasielosigkeit

Zurecht beklagt der Jesuit die „Schwäche in der Erziehung, die Mutlosigkeit, die Phantasielosigkeit, Neues anzufangen die Ängstlichkeit, über etwas zu sprechen.“

Was er nicht sagt: In der altliberalen katholischen Erziehung – die heute das Feld beherrscht – gilt das besonders im Hinblick auf die Religion und geistliche Themen.

Die religiöse Gleichgültigkeit des von Pater Sporschill aufgezogenen Projektes ‘Concordia’ ist ein Beispiel für die von ihm kritisierte Phantasielosigkeit.

Kirchenferner Pater lebt von Kirchengeldern

Der Jesuit spricht in dem Interview ziemlich wirr durch die Gegend.

Einerseits skandalisiert er die Fehler weniger – und erzeugt so ein Klima des allgemeinen Mißtrauens. Dann sagt er wiederum:

„Wer kein Vertrauen zu den Menschen hat, wer keinen Mut hat, hat keinen Glauben.“

Der gegenwärtigen Kirche, die hinter jeder dummen Zeitmode hinterher rennt, wirft der Pater eine „Abkapselung und Problem- und Weltferne“ vor:

„Diese stickige Atmosphäre ist ein Biotop, in dem viel passieren kann“ – operiert er mit hinterhältigen, verleumderischen Unterstellungsformulierungen.

Das heutige Problem der Kirche – Pater Sporschill – ist die Gottesferne.

Rezept des 19. Jahrhunderts: Die Kirche als Sozialstation

Der von den Amtsbischöfen gehätschelte und getätschelte Jesuit spuckt erwartungsgemäß auch in deren Suppe.

So erklärte er, daß der „frische Wind“ bei diesen nur erzwungen werden könne.

Auf die Frage „von wem?“ antwortet er: „Von dem Läuterungsprozeß.“

Offenbar möchte der Sozial-Unternehmer die Kirche von dem katholischen Glauben läutern:

„Das Ärgernis ist, die Chancen, die man hat, nicht zu nützen. Jetzt werden uns die frommen Sprüche abgeräumt, jetzt wird manchem die Luft ausgelassen.“

Was meint er damit?

„Ich glaube so sehr an die Kirche und vor allem an die biblische Botschaft, an Jesus, der radikal ist vor allem im sozialen Bereich und in der Begegnung mit allem Fremden.“

Sich selber als Vorbild

Des Paters selbstverliebte Lösung für die Kirche besteht darin, daß er sich für das Vorbild hält.

Mag sein, daß Pater Sporschill nicht mehr die Intelligenz der alten Jesuiten besitzt.

Doch das alte jesuitische Selbstbewußtsein ist bei ihm noch ungebrochen: „Das wird bleiben und das hat Bestand“ – klopft er sich selber auf die Schulter.

Dann holt er die Ladenhüter aus dem Formalinbad, die bereits Protestanten und Anglikaner in den Abgrund geführt haben:

„Vielleicht wird im Zuge dieses Dammbruches der Pflichtzölibat aufgehoben, vielleicht kommt auch das Priestertum der Frauen. Das alles kann kommen, wenn der Deckel, der jetzt zerbricht, weg ist.“

Ein Narr für bischöfliche Narren

Papst Benedikt XVI. kann vor dem Tätschel-Pater erwartungsgemäß nicht bestehen: „Der wird reagieren, nicht agieren“ – spült er den Armen in den Abort.

Mit dem Pathos eines sowjetischen Volkskommissars ruft er aus: „Die Initiative – die Revolution, muß immer von unten kommen.“

Er – dessen Werk von einem massiven Kirchensteuer-Geldfluß aus dem Westen am Leben erhalten wird – nütze seine „Narrenfreiheit“, erklärt der Pater.

Ein Bischof habe keine Narrenfreiheit: „Aber ein Bischof müßte Narren suchen, fördern.“

Und: „Wir haben keine Chance, wenn wir nicht Mutige, freche Hunde, rufen.“ Ob er damit ‘kreuz.net’ meint?

Kinder umarmen?

Daß er von der herbeigesehnten Revolution selber hinweggefegt werden könnte, hat der selbsterklärte Narr nicht bemerkt.

Den Strick dafür dreht er sich selber.

Auf die Frage „Sie haben jeden Tag mit Kindern und Jugendlichen zu tun, die eine Sehnsucht nach Nähe haben. Wie gehen Sie damit um?“ antwortet er:

„Ich wünsche mir, daß ich meine Unbefangenheit nicht verliere. Wenn ich es nicht mehr wage, ein Kind zu umarmen, kann ich die Arbeit aufgeben.

Was Straßenkinder wollen, was im Grunde alle wollen, ist Gemeinschaft, Nähe, Umarmung, Emotion.

Wenn das nicht mehr möglich ist, müssen wir zusperren. Das ist eine Gratwanderung.“


Solche Aussagen verzeihen ihm die Kirchenfeinde nur darum, weil sie hoffen, daß der altliberale Tätschel-Pater ihnen im Kampf gegen die Kirche noch zu Diensten stehen wird.

Denn darum geht es, bei den aufgekochten Mißbrauchs-Verleumdungen.
      
13 Lesermeinungen
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#14   wort   09:58:59 | Montag, 22. März 2010
Artikel über die Künstlerin Nina Hagen
Missbrauch: Die geheimen Zeichen
info.kopp-verlag.de/…eheimen-zeichen.html
…erklärte die »Bild-Zeitung« vor wenigen Tagen, woran man ein Missbrauchsopfer erkennt – um noch am selben Tag einen krassen Fall von sexuellem Missbrauch zu übersehen, nämlich in einem Artikel über die Künstlerin Nina Hagen. Darin beschrieb »Bild«, wie Hagen laut ihrer neuen Autobiografie als Zwölfjährige mit Tabletten und Alkohol gefügig gemacht worden war und zählte das einfach zu deren »wildem Leben«.
Bleibt die Frage: Woran erkennt man nun wirklich, ob jemand missbraucht wurde oder wird? Oder gar man selbst? Denn nicht immer kann man sich daran erinnern
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#13   franziskus   18:53:29 | Sonntag, 21. März 2010
Bravo leshandl1!
+net ist wie der ältere daheim gebliebene Bruder, der dem jüngeren Bruder die Aufnahme verweigert.
Georg Sporschill wird zur Sau gemacht.
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#12   leshandl1   09:53:29 | Sonntag, 21. März 2010
Typisch
für +net dieser Kommentar. Die Frömmler regen sich auf über einen Mann, der in den 30 Jahren, die ich ihn kenne, unglaublich viel geleistet hat, gerade im Sinn Jesu „lasst die Kleinen zu mir kommen“ – Jugendhaus der Caritas, Rumänien, Moldawien … aber das ist für die Pharisäer von +net natürlich altliberaler Schmarrn. Die stecken das Geld lieber in teures Brimborium, damit sie vor ihren „Gläubigen“ schön da stehn, halten die Hände vor den Bauch und beten: „Herr ich danke dir, dass ich nicht so bin wie dieser Altliberale Sporschill“.
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#11   Paulaner †   09:15:33 | Sonntag, 21. März 2010
Der Vorschlag ist ALLGEMEIN gut, Rabe! Aber auch in der Kirche.
DerRabe: Wir brauchen Aufklärung gegen die Aufklärung! Das Maß ist übervoll! Niemand zählt mehr die Opfer der unmenschlichen „Menschlichkeit“ bzw. der pervertierten Humanität, Liberalität und Toleranz.
Überall sind die Verdummungsprozesse ausgeartet, die Nutznießer haben sich das Ruder in die Hand gerissen ohne die Randbedingungen zu beachten.
Der Humanismus ist längst nicht mehr human, der Liberalismus ist längst zum Überwachungsapparat geworden, das Christentum hat sich zum aristokratischen Antisex-Affentheater entwickelt.
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#10   DerRabe   09:02:21 | Sonntag, 21. März 2010
Wir brauchen…
…Aufklärung gegen die Aufklärung! Das Maß ist übervoll! Niemand zählt mehr die Opfer der unmenschlichen „Menschlichkeit“ bzw. der pervertierten Humanität, Liberalität und Toleranz.
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#9   kristall   22:55:38 | Samstag, 20. März 2010
sportschill?
fraglicher typ?!
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#8   Distanz   22:52:09 | Samstag, 20. März 2010
Sporschill
+net hat das Verdienst mich auf Sporschill aufmerksam gemacht zu haben. Guter Mann dieser Sporschill !
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#7   hieronymus333   20:33:02 | Samstag, 20. März 2010
die verschwindend wenigen kirchlichen Mißbrauchs-Vorfälle
Verschwindend wenig ehrliche Priester wäre besser und ehrlicher gewesen. Korrupte arbeitsscheue Päpste, Kardinäle, Bischöfe und Priester sind es gewesen, die die Kirche in ihren Grundfesten erschütterten und nicht nur im V II, sondern vor allem danach. Der Schmutz wird erst wieder im Purgatorium weggeschwemmt werden können, bis dahin treiben es die gottlosen Amtsträger weiterhin auf die Spitze.
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#6   St. Anton †   18:06:33 | Samstag, 20. März 2010
Journalismus für Anfänger
Wenn die kreuz.net-Redaktion mal dazulernen will: Geschichten aus angeblichen Einzelfällen zu konstuieren und daraus dann allgemeingültige Behauptungen aufzustellen funktioniert nicht.
Dabei ist das hier eine beliebte Masche. Ein ideologisch verdächtiger gibt angeblich Unsinn von sich – kreuz.net schiebt ihn allen ideologisch verdächtigen („Altliberalen“ – als ob es sowas überhaupt gäbe) in die Schuhe und spinnt noch einen Überbau zusammen.
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#4   Paulaner †   14:36:59 | Samstag, 20. März 2010
Die Wiener Redaktion kickt sich doch inhaltlich bei allen raus, die nicht ganz wirr im Kopf sind!
Ich habe bis heute nicht verstanden, wie sich diese Person halten kann. Die richtet einen unwiederbringlichen Flurschaden an.
:'(
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#3   Luteranerin †   14:30:44 | Samstag, 20. März 2010
Kairos
danke dir für den Link, dieser Artikel ist nämlich sehr gut geschrieben.
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#2   wiener   14:24:40 | Samstag, 20. März 2010
wie +.net dinge verdreht und propaganda betreibt …
… ist einfach nur abstoßend und widerlich.
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#1   Kairos †   14:07:03 | Samstag, 20. März 2010
Hier das Original
Hier der Link zu dem Originalinterview, damit nicht immer die zwielichtigen Anmerkungen und Wertungen der Redaktion mitgelesen werden müssen:
diepresse.com/…gion/547418/index.do?_vl_backlink=/…
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